Wappenbilderordnung

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Wappenbilderordnung (manchmal auch Wappenschlüssel genannt) ist in der Heraldik die allgemeine Bezeichnung für eine Systematisierung von Wappenbildern, Wappenbestandteilen und Wappenmotiven in wohldefinierte Gruppen und/oder Klassifikationsbäumen.

Funktion

Die Funktion einer Wappenbilderordnung besteht u. a. darin:

  • Ein bestimmtes Wappen, dessen Träger nicht bekannt ist, leichter identifizieren zu können.
  • Heraldische von unheraldischen Wappenbildern abzugrenzen.
  • Wappenkünstlern und Wappenstiftenden die Auswahl eines Motivs zu erleichtern.
  • Wohldefinierte Blasonierungen zu ermöglichen.

Verbreitung

Auszug aus Papworth's Ordinary (1874)

In Deutschland aber auch international gibt es sehr verschiedene Wappenbilderordnungen. Zu wichtigen nach Wappenbildern, Familiennamen oder ähnlichem geordneten heraldischen Werken gehören beispielsweise:

  • Wappenbilderordnung. Symbolorum armorialium ordo, hrsg. vom Herold - Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften zu Berlin. Bearb. von Jürgen Arndt und Werner Seeger, 2 Bde, 2. ergänzte u. berichtigte Aufl., Neustadt a. d. Aisch 1990-1996 (kurz: WBO). Bd. 1.: Wappenbilder; Bd. 2: General-Index.
    Editorische Notiz: Zugleich Neubearbeitung des Handbuchs der heraldischen Terminologie von Maximilian Gritzner (Einleitungsband, Abt. B des Neuen Siebmacherschen Wappenbuches, Nürnberg, 1890).
  • Dictionnaire des figures héraldiques von Théodore de Renesse, das eine Umarbeitung des 1884 bis 1887 in der 2. Auflage erschienen Werkes von Johannes Baptista Rietstap Armorial Général darstellt. „Während Rietstap die 116.000 Nachweisungen von Familienwappen in alphabetischer Folge der Familiennamen wiedergibt, hat Renesse den gleichen Bestand an Wappen nach Bildern geordnet.“[1]
  • Ordinary of British Armorials von John Woody PapworthW-Logo en.png
  • Tirolisch-Voralbergischer Wappenschlüssel von Konrad Fischnaler
  • Wappenbücher, Wappensammlung, Wappenrepertorium von Eduard Zimmermann
  • Wappenbilderlexikon, Wappen-Schematismus von Julius Dielitz

Wappenbilderordnung (WBO) Herold

Die im deutschsprachigen Raum bekannteste und bedeutendste Wappensystematik ist die „Wappenbilderordnung“ (kurz: WBO) des Herold (Verein)[2]. Wie alle anderen Wappenbilderordnungen besitzt die WBO aufgrund vieler Kompromissse bei der Klassifikation der Wappen-Abbildungen jedoch keine normgebende Bedeutung außerhalb des „Herold“. Viele Vertreter der traditionellen Heraldik orientieren sich bei der WBO nur dort, wo sie mit Maximilian Gritzners Grundsätze der Wappenkunst, verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie übereinstimmt und lehnen vorkommende Neuordnungen ab.

Das Werk wurde von Jürgen Arndt und Werner Seeger zusammengestellt und erschien 1996 in zweiter Auflage.

Die Systematik:

Kritik

Wappenbilderordnungen bilden grundsätzlich nicht alle theoretisch vorkommenden Wappenbilder ab, sondern nehmen Rücksicht auf die Bedürfnisse einer selbsdefinierten, oftmals dem Zeitgeist unterworfenen Praxis. Jedes bislang vorgelegte Wappenbildordnungsprinzip bietet daher Vorzüge, aber auch gravierende Mängel und Nachteile im Bezug auf die innere Logik.


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Einzelnachweise

  1. Wappenbilderordnung. Symbolorum armorialium ordo, hrsg. vom Herold - Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften zu Berlin. Bearb. von Jürgen Arndt und Werner Seeger, 2 Bde, 2. ergänzte u. berichtigte Aufl., Neustadt a. d. Aisch 1990-1996 (kurz: WBO). Bd. 1.: Wappenbilder; Bd. 2: General-Index.
    Editorische Notiz: Zugleich Neubearbeitung des Handbuchs der heraldischen Terminologie von Maximilian Gritzner (Einleitungsband, Abt. B des Neuen Siebmacherschen Wappenbuches, Nürnberg, 1890). Band 1. Seite 375.
  2. Wappenbilderordnung. Symbolorum armorialium ordo, hrsg. vom Herold - Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften zu Berlin. Bearb. von Jürgen Arndt und Werner Seeger, 2 Bde, 2. ergänzte u. berichtigte Aufl., Neustadt a. d. Aisch 1990-1996 (kurz: WBO). Bd. 1.: Wappenbilder; Bd. 2: General-Index.
    Editorische Notiz: Zugleich Neubearbeitung des Handbuchs der heraldischen Terminologie von Maximilian Gritzner (Einleitungsband, Abt. B des Neuen Siebmacherschen Wappenbuches, Nürnberg, 1890).