Personenwappen

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Ein Personenwappen (manchmal auch Personalwappen; armes personelles) ist ein Wappen, das in seiner spezifischen Ausprägung ausschließlich von einer bestimmten Person geführt wird. Es kann nicht weitervererbt, weitergegeben oder anders übertragen werden (vergängliches Wappen, „welches mit der Person abstirbt“[1]).

Personalwappen: Wappen, welche nur von einer Person in dieser Form geführt werden können; dahin gehören bes. alle Wappen geistlicher Personen in ihrer Zusammensetzung.“

Pierer's Universal-Lexikon (1861)[2]

Personenwappen: ausschließlich einer Person zustehendes Wappen. Das Personenwappen bringt mit seiner Person verbundene Herrschaft und Würde des Wappeninhabers zum Ausdruck, zum Beispiel das eines Fürstbischofes. In der Regel ist es mit dem betreffenden Familienwappen (Geschlechterwappen) verbunden.“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[3]

Oswalds Erklärung des Ausdrucks Personenwappen findet sich ähnlich bereits im 18. Jahrhundert. Zum Beispiel geht Jablonski davon aus, daß Personal-Wappen von Personen mit „besonderer Würde“ oder „besonderem Amt“ geführt werden.

personal-wappen, personalia, personelles, die eine besondere würde oder amt anzeigen, als da sind, die von Bischöfen, Rittern, hohen Cron-bedienten und so weiter geführet werden (..)“

Johann Theodor Jablonski: Allgemeines Lexikon der Künste und Wissenschaften (1748)[4]

Wappenführer eines Personenwappens

Personenwappen findet man zum Beispiel:

  • im frühesten Wappenwesen bei Personen ab der 6. Heerschildgruppe aufwärts (Sonderwappen genannt).
  • in der kirchlichen Heraldik, also beispielsweise bei Geistlichen und Amtsträgern wie Bischöfen (Bischofswappen), Äbten (Abtswappen) und so weiter, die keine Erben haben oder amtsbezogenen Bestandteile in ihrem Wappen führen, die nur ihnen als Person, aber nicht ihrer Familie zustehen.
  • beim sogenannten Persönlichen Adel, also jenem Adel, der an eine bestimmte Person gebunden und nicht vererblich ist.
  • bei Inhabern weltlicher, nicht erblicher Ämter (Amtswappen, bei Standeserhöhung auch Standeswappen genannt).
  • teilweise bei Ritterorden, wenn etwas Bestimmtes (Person, Würde, Herrschaft, Verdienst ...) über ein Wappen explizit kenntlich gemacht werden soll (vgl. Ordenswappen, Komturwappen, Landkomturwappen, Hochmeisterwappen et cetera).
  • heute auch bei andere Wappenträgern, die z. B. keine Erben oder andere Gründe haben, nur für sich selbst ein Wappen zu stiften und die Führungsberechtigung entsprechend einzugrenzen.

„Daneben gibt es das Phänomen, daß sich Einzelpersonen abweichend vom Familien-Wappen zusätzlich ein Personenwappen für den rein persönlichen Gebrauch zulegen.“

Bernhard Peter (2013)[5]

Darstellung

Häufig zeigt die Darstellung der Komponenten eines Personenwappens eine Verbindung mit dem eigentlichen Familienwappen.

Abgrenzung

Teilweise werden die Ausdrücke Personenwappen und Personalwappen nicht vollständig gleich verwendet. Beispielsweise gibt der Brockhaus von 1894-96 an, daß der Ausdruck Personalwappen ein Oberbegriff sei, der bestimmte Wappenarten umfaßt:

„1) Meist teilt man die Wappen ein in: 1) Personalwappen, worunter die Geschlechts-, Gesellschafts-, Gnaden- und Amtswappen (..)“

Brockhaus' Konversationslexikon (1894-96)[6]

Diese Bestimmung für den Ausdruck Personalwappen unterscheidet sich im Detail von einigen Definitionen, die für ein Personenwappen gebräuchlich sind.

Einzelnachweise

  1. Johann Anton Kroll von Freyen: Heraldica Curiosa, welche der Wappen Ursprung, Wachsthum, Fortgang und wie selbiger noch heutiges Tages bey denen Teutschen im Gebrauch ausführlichen zeiget ... Nürnberg. 1698. S. 42
  2. Pierer's Universal-Lexikon. Band 12. Altenburg 1861. S. 874-875.
  3. Oswald, Gert: Lexikon der Heraldik. Mannheim, Wien, Zürich. 1984. S. 302.
  4. Johann Theodor Jablonski: Johannis Theodori Jablonski, ehemaligen berühmten Mitglieds der Königl. Preußischen Societät der Wissenschaften, Allgemeines Lexikon der Künste und Wissenschaften oder (..). Königsberg und Leipzig. 1748. S. 1337.
  5. Peter, Bernhard: Rund um die Wappenführung: Wappenannahme und Wappenstiftung. Internet: www.dr-bernhard-peter.de. Abgerufen: 29. April 2014.
  6. Autorenkollektiv: Brockhaus' Konversationslexikon. F. A. Brockhaus. Leipzig, Berlin und Wien. 14. Auflage. 1894-1896. S. 501.