Bernhardswappen

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Glasmalerei, in der Bernhard von Clairvaux mit Wappen erscheint (ca. 1450)

Der Ausdruck Bernhard(s)wappen bezeichnet in der Heraldik

  • das postum angedichtete Wappen (Phantasiewappen/Heiligenwappen) des heiligen Bernhard von ClairvauxW-Logo.png, der angeblich in seinem Wappenschild auf schwarzem Feld einen silber-rot (oder rot-silber) geschachten Schrägbalken (oder Schräglinksbalken/Balken) führte.
  • jene Wappen, die im weitesten Sinn auf den Zisterzienserorden oder auf das vorgebliche Phantasiewappen des Bernhard von Clairvaux hinweisen, der für die Ausbreitung des Ordens über ganz Europa verantwortlich war. Die Referenz erfolgt gewöhnlich, indem der sogenannte „Zisterzienserbalken“ beziehungsweise der in Silber und Rot in zwei Reihen geschachtete Schrägbalken des Phantasiewappens in die wirklich geführten Wappen in der einen oder anderen Form eingearbeitet ist.

„Bernhardswappen: nach dem heiligen Bernhard von Clairvaux bekanntes Wappen des Zisterzienserordens (..). Das Wappen zeigt auf schwarzem Feld einen rot-weiß geschachten (Schräg)balken.“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[1]

Zisterzienserbalken

Der Zisterzienserbalken (auch „Zisterzienser-Krapfenband“ genannt) ist gewöhnlich ein in Silber und Rot in zwei Reihen geschachteter Schrägbalken. Er verweist heute gleichermaßen auf Bernhard von Clairvaux wie auf den Zisterzienserorden. Der Zisterzienserbalken wurde in einige Kommunalwappen übernommen. In manchen Wappen finden sich Ausprägungen des Motivs, zum Beispiel in Form eines in zwei Reihen geschachteten Schräglinksbalken, eines Querbalkens oder einer anderen, ähnlich geschachten Figur. Der Ausdruck Zisterzienserbalken ist zum Beispiel in einigen Wappenbeschreibungen in den Landkreisen Sigmaringen (Liste der Wappen) und Ravensburg (Liste der Wappen) eine gebräuchliche, gebietsbezogene Bezeichnung. In jüngeren Wappenbilderordnungen wird er dagegen selten oder gar nicht erwähnt (dort werden teilweise lange, aber systematische und präzise Umbschreibungen wie „Schrägbalken, zweireihig von Silber und Rot geschacht“ etc. empfohlen).

Abgrenzung

Grundsätzlich sind nicht alle von Silber und Rot geschachten Wappenfiguren als Zisterzienserbalken oder als seine Ausprägung zu interpretieren. Beispielsweise finden sich in mittelfränkischen Kommunalwappen zwei von Silber und Rot geschachte Balken, die an das Wappen der Truchsessen von Wetzhausen angelehnt sind (Uehlfeld); das Wappen von Avusy referenziert auf das Wappen der Seigneurs de la Grave und auch das Wappen der Ritter von Berg symbolisiert keinen Zisterzienserbalken.

Zisterzienserwappen

Wappen des Zisterzienserordens ohne Zisterzienserbalken

Der Ausdruck Bernhardswappen ist vom Begriff Zisterzienserwappen zu unterscheiden, der für alle Wappen verwendet wird, die für die Kennzeichnung des Zisterzienserordens gebräuchlich oder charakteristisch sind. Dazu gehören teilweise auch Wappen, die ohne den Zisterzienserbalken (und damit ohne den direkten Bezug zum vorgelblichen Wappen des Heiligen Bernhard) erscheinen. Solche Zisterzienserwappen stehen in gewissem Sinn im Gegensatz zu den Wappen der deutschsprachig-geprägten Zisterzienser-Abteien, die meist zu den Zisterzienser-Zweigen Clairveaux und Morimond gehörten und in der Regel den Zisterzienserbalken aus dem vorgeblichen Wappen des Bernhard von Clairvaux als gemeinschaftliches Wappenmotiv zeigten.

Weblinks

 Commons: Zisterzienserbalken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Oswald, Gert: Lexikon der Heraldik. Mannheim, Wien, Zürich. 1984. S. 61 und 292. ISBN 978-3-411-02149-9