Zechwappen

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Der veraltete Ausdruck Zechwappen bezeichnet das Wappen einer „Zunft oder Innung“[1] beziehungsweise des „Handwerkes“[2]; in der Gegenwart ist er durch den Begriff Zunftwappen substituiert.

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Zunftwappen

Begriffsgeschichte

Der Ausdruck Zechwappen setzt sich aus den Morphemen Wappen und Zeche (mittelhochdeutsch: Ordnung, Reihe) zusammen, wobei „Zeche“ ein historisches Synonym zu Ausdrücken wie „Zunft“, „Handwerks-Genossenschaft“ und so weiter ist:

„Ein jetzt sehr selten gebrauchter, früher namentlich in Österreich und Schlesien üblicher Ausdruck für die Handwerks-Genoßenschaften war Zechen. Man muß dabei nicht an unsere jetzige Bedeutung des Wortes denken, die nicht die ursprüngliche ist. In der alten Sprache heißt zechen ordnen, anordnen, einrichten; diu zeche ist Anordnung, Einrichtung (daher auch die durch diese bestimmte Ordnung, Reihenfolge), Statut zu gemeinsamen Zwecke und besonders das dazu zusammen geschoßene Geld (..) und endlich ein Verein, der eine gemeinschaftliche Rechnung (Lade, Kasse) hält und bestimmte Zwecke verfolgt, besonders Handwerkszunft, Bruderschaft. Im Ausdruck Zeche liegt also der Begriff der Vereinigung nicht schlechthin, sondern der einer geordneten Vereinigung (..) In jenem Sinne waren also bei den Handwerkern

  • Zechmeister die Zunft- und Obermeister,
  • Zechordnung die Innungsgerechtigkeit und Statuten,
  • Zechtag der Tag, woran Geschenk und Auflage gehalten wird,
  • Haupt- oder Oberzeche Hauptzunft, die mit größeren Privilegien ausgestattet war (..)
  • Zechwappen war das Zunftwappen.“
Oskar Schade; August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1856)[3]

Einzelnachweise

  1. Blason ville fr Garidech (Haute-Garonne).svg Lemma Zechwappen. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, Leipzig 1854-1960 (www.woerterbuchnetz.de).
  2. Lemma Zechwappen: Pierer's Universal-Lexikon, Band 19. Altenburg 1865, S. 541.
  3. Oskar Schade; August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (Hrsg.): Weimarisches Jahrbuch für deutsche Sprache, Litteratur und Kunst. Band 4. Hannover. 1856. S. 250 f. Digitalisat in der Google-Buchsuche

Weblinks

 Commons: Zunftwappen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien