Würdewappen

Aus Heraldik-Wiki
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Ein Würdewappen ist in der Heraldik eine Bezeichnung für ein Wappen, das die gesellschaftliche Stellung, einen besonderen Rang oder ein gewisses Amt des Wappenführenden zum Ausdruck bringt[1]. Man spricht von einem Würdewappen beispielsweise im Kontext mit der „Würde eines Amtes“ beziehungsweise im Zusammenhang mit Wappen von geistlichen, aristokratischen, adligen oder ähnlichen „Würde(n)trägern“.

„Die Wappen der Würde sind diejenigen, welche mit gewissen Würden, es mögen nun dieselben militärisch, bürgerlich, oder geistlich sein, verbunden werden. So bestehet das päpstliche Wappen aus den Schlüsseln und dem Huthe.“

Johann Samuel Halle: Kleine Encyclopedie, oder Lehrbuch aller Elementarkenntnisse (1780)[2]

Würdezeichen

Ein Würdewappen wird mit mindestens einer Insignie („Würdezeichen“; frz.: signe(s) de dignité; engl.: insignia of dignity) dargestellt, die es als solches charakterisiert. Zu den Würdezeichen zählt man in der Heraldik beispielsweise an Stelle des Wappenhelmes über den Wappenschild gesetze Rangkronen oder andere Kopfbedeckungen (Galero, Tiara, Mitra, Hüte et cetera) sowie besondere, der Würde entsprechende Abzeichen hinter oder um den Schild (die päpstlichen Schlüssel, Bindeschlüssel, Krummstäbe, Schwerter, Fahnen, Malteserkreuze, Marschallstäbe, Ordensdekorationen und so weiter)[1][3].

Wappenbilderordnung

Herrschafts-, Rang- und Würdezeichen wurden als gemeine Figuren in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) unter den Nummern 9800 bis 9899 aufgenommen.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Vgl. Oswald, Gert: Lexikon der Heraldik. Mannheim, Wien, Zürich. 1984. S. 449.
  2. Halle, Johann Samuel: Kleine Encyclopedie, oder Lehrbuch aller Elementarkenntnisse: Worinnen die Hauptbegriffe von allen Wissenschaften, von allen nützlichen Künsten, und von allen Dingen gegeben werden, die auf die bürgerliche Gesellschaft einen Einfluß haben. Band 2. Decker 1780. S. 356.
  3. Vgl. Sacken, Eduard Freiherr von: Katechismus der Heraldik. Grundzüge der Wappenkunde. Leipzig. 1893. S. 115 ff.