Erbschaftswappen

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Erbschaftswappen und Anspruch(s)wappen (auch Successionswappen genannt; lat.: insignia successionis; frz.: armes/armoiries de succession) sind in der Heraldik Wappen, welche einen zukünftigen (gewissen) Besitz anzeigen[1] bzw. „mit welchen die Besitzer den Anspruch oder die erbliche Berechtigung auf einen Besitz kennzeichnen wollen“[2].

  • Beim Erbschaftswappen ist der Anspruch auf den zukünftigen Besitz in der Regel unstrittig.
  • Beim Anspruchswappen liegt noch eine strittige Rechtslage vor.

Abgrenzung

Das Erbschafts- und Anspruchswappen gehören in ihrer speziellen Bedeutung zur Gruppe der Besitzwappen. Man unterscheidet die Besitzwappen folgendermaßen:

Der Besitz ist ... Wappenbezeichnung
gegenwärtig
vergangen
zukünftig, strittig Anspruchswappen
zukünftig, zuverlässig Erbschaftswappen

Erbschaftswappen

Gert Oswald definiert ein Erbschaftswappen folgendermaßen:

„Erbschaftswappen: ganze oder Teilwappen, die wegen der Erbschaft eines Besitztumes angenommen wurden.“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[3]

Anspruchswappen

Anspruchswappen erläutert Oswald wie folgt:

„Anspruchwappen: Wappen, meist von Fürstlichkeiten, die den Anspruch auf Länder, Herrschaften oder Städte zum Ausdruck bringen sollten.“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[3]

Erbwappen

Erbschaftswappen sind von Erbwappen zu unterscheiden. Letzere sind nach Oswald von den Erbtöchtern übernommene Stammwappen der väterlichen Seite, wenn die Erbtöchter die einzigen überlebenden eines Geschlechts waren[3].

Beispiele

Die Reihe der Anspruchswappen ist Legion.

„Die Könige von England führten zum Beispiel bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts das Wappen Frankreichs als Anspruchswappen. Ebenso finden sich im Wappen der Herzöge von Savoyen die Wappen der Königreiche Zypern und Jerusalem. Das sächsische Gesamtwappen enthält als Anspruchswappen die Schilde von Engern und Westfalen, Jülich, Cleve und Berg (wegen der Ansprüche auf diese Gebiete). Das Haus Savoyen wiederum führte ebenfalls diese Schilde, einschließlich des sächsischen Rautenwappens, da es sich von den alten Herzögen von Sachsen abstammend betrachtet.“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[3]

Weblinks

Show-handle-HW.png Bernhard Peter: Anspruchswappen

Einzelnachweise

  1. Vgl. Pierer's Universal-Lexikon: Band 5. Altenburg 1858. S. 821.
    Oder: Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste: In alphabetischer Folge. Section 2. H-N. Theil 6. Gleditsch 1829.
  2. Meyers Konversations-Lexikon: Band 16. 1888. Seite 16386.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Oswald, Gert: Lexikon der Heraldik. Mannheim, Wien, Zürich. 1984. S. 118.