Heraldiker

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Heraldiker und Genealogen (Bibliothekssaal Schussenried)
1698: Heraldiker/Herolde mit „Heraldica“
Im Vordergrund: Ein „Heraldiker / Herold“
(aus Siebmachers Wappenbuch)
Siebmacher0i.jpg

Heraldiker (angelehnt an dt. „Heraldik“; frz. (science) héraldique [eigentlich „Heroldskunst“]; um 1700 entlehnt aus dt. Herold; altfranzösisch heralt; frz. héraut; mlat. heraldus; zurückgehend auf altgerm./afränk. hariwald =„Heerverwalter/Heeresbeamter“) ist

„jemand, der sich mit Wappenkunde beschäftigt; Wappenforscher“

Duden (2013)[1]

Definition

Die Bedeutung für den Ausdruck Heraldiker ist nicht endgültig, scharf und eindeutig bestimmt. Teilweise werden Begriffe wie Wappengelehrter, Wappenprüfer, Wappenwissenschaftler, Wappenherold, Wappenkundiger, Wappenexperte synonym zum Begriff Heraldiker verwendet. Die Frage, wer ein Heraldiker sei, lässt sich lediglich kontextbezogen beziehungsweise unter verschiedenen Gesichtspunkten beantworten.

  • Unumstritten, aber nur unscharf durch wiederholte Verwendung bestimmt, ist die Bezeichnung „Heraldiker“ für diverse bedeutende Wappenforscher oder heraldische Autoren der jüngeren Geschichte wie Maximilian Gritzner, Adolf Matthias Hildebrandt, Ottfried Neubecker etc.
  • In der Mehrzahl befassen sich in Deutschland Ehrenamtliche und Hobbyforscher ohne Erwerbsabsichten mit Heraldik. Einige dieser Hobbyforscher sind nach Glaser (1996)[2] sowie nach Schumacher und Czerwinski (1992)[3] Experten, da sie über überdurchschnittlich umfangreiches Wissen (in diesem Fall auf dem Gebiet der Heraldik) verfügen und die dritte Stufe der Entwicklung des ExpertenW-Logo.png hinter sich gelassen haben. Für diese ist die Bezeichnung Heraldiker (=„Heraldikexperte“) in der Fachwelt unumstritten, außerhalb davon aber oft nicht bekannt (Beispiel: Bernhard Peter, Alois Lenz und andere).
  • Im Gegensatz zu diesen Einzelpersonen ist der exakte Gegenstands- und Betätigungsbereich des Heraldikers umstritten und unterliegt Veränderungen. Meist zählt man zu den Gegenstands- und Betätigungsbereich des Heraldikers Wappenkunde, Wappenrecht, Wappengeschichte, Wappenprüfung und Blasonierung sowie Heraldik als Hilfswissenschaft.[4] Weniger häufig werden die Erarbeitung und Gestaltung oder das sogenannte Aufreißen eines Wappens sowie Wappenhandwerk, Wappenherstellung, Wappendesign, Wappengestaltung, Wappenkunst als Betätigunsfelder eines Heraldikers bestimmt. Im Zusammenhang mit den praxisbezogenen Wappentätigkeiten ist eher der Begriff Wappenkünstler gebräuchlich.
HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Wappenkünstler
  • Grundsätzlich ist der Ausdruck „Heraldiker“ keine Berufsbezeichnung. Er wird aber teilweise als solche von Wappenkünstlern oder Personen benutzt, die heraldische Dienstleistungen zu Erwerbsabsichten anbieten („selbsternannte Berufsheraldiker“). Die Verwendung in dieser Form ist möglich, weil der Ausdruck rechtlich nicht geschützt ist.
  • Manchmal werden auch diejenigen, die sich mit der hilfswissenschaftlichen Disziplin der Heraldik oder am Rande ihres eigentlichen Berufes mit Heraldik beschäftigen, als Heraldiker bezeichnet (Beispiel: Mitarbeiter eines Landeshauptarchivs, die bei der Wappengestaltung von kommunalen Wappen beraten und Wappenentwürfe begutachten; Lehrkörper an Hochschulen etc.).
  • Der Ausdruck Heraldiker wird oftmals anachronistisch gebraucht und rückgreifend Menschen zugewiesen, die ihn nicht kannten, die sich aber eindeutig und in bestimmter Weise theoretisch oder praktisch mit Wappen beschäftigten.

Geschichte

Der Ausdruck Heraldiker ist erst in der Moderne gebräuchlich. In den Hauptperioden der Heraldik (11. bis 16. Jahrhundert) wurde niemand, der sich mit dem Wappenwesen beziehungsweise der Wappenkunde beschäftigte, der Wappen entwarf oder Wappen auf Rüstungen, Kunstwerken oder Geräten aller Art anbrachte, so bezeichnet. Die Ursprünge dafür, Personen als „Heraldiker“ zu bezeichnen, liegen zeitlich am Ende der Renaissance. Der Ausdruck „Heraldiker“ konnte sich iun Deutschland erst durchsetzen, nachdem Friedrich I. von Preußen Christian Maximilian Spener, den ältesten Sohn des Theologen und berühmten Heraldikers Philipp Jakob Spener, als heraldischen Berater nach Berlin bestellte. Der König gründete dort bei der Ritterakademie eine Professur für Heraldik (1705) und übertrug sie dem jüngeren Spener: „Dies war der erste Versuch in Deutschland, die Heraldik als Gegenstand des Unterrichts auf Hochschulen einzuführen. Er wurde zunächst 1711 in Leipzig und bald an andern deutschen Universitäten nachgeahmt.“[5]

Bekannte Heraldiker (willkürliche Auswahl)

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Weblinks

Show-handle-HW.png Bernhard Peter: Einführung in die Heraldik: Wie erkennen Sie einen seriösen Heraldiker?
Show-handle-HW.png Bernhard Peter: Heraldiker und Graphiker international

Show-handle-HW.png Bernhard Peter: Heraldiker und Genealogen stellen sich vor: Rolf Heintz
Show-handle-HW.png Bernhard Peter: Heraldiker und Genealogen stellen sich vor: Manfred Fischer
Show-handle-HW.png Bernhard Peter: Heraldiker und Genealogen stellen sich vor: Mikuláš Krejčík z Radimovic
Show-handle-HW.png Bernhard Peter: Heraldiker und Genealogen stellen sich vor: Carl Albrecht. [1], [2], [3], [4], [5], [6]

Einzelnachweise

  1. Duden-Online: Heraldiker. Abgerufen am 04. April 2013.
  2. R. Glaser: Changing the agency for learning: Acquiring expert performance, in K. A. Ericsson (Ed.) The road to excellence. Mahwah, New Jersey 1996
  3. R. M. Schumacher & M. P. Czerwinski: Mental models and the acquisition of expert knowledge, in R. R. Hoffman (Ed.) The psychology of expertise. Springer-Verlag New York 1992
  4. Vgl. hierzu Claus J. Billet et al.: Wie wird man Heraldiker. Webseite Heraldik im Netz, Oder ebd. Claus J. Billet et al.: Der Heraldiker unterm Lupenglas. Beide Threats abgerufen am 14. Januar 2010.
  5. Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 9. Leipzig 1907, S. 187–189.