Maximilian Gritzner

Aus Heraldik-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
1882: Maximilian Gritzner
Wappen der Familie Gritzner (hier als „Wappenmarke“ von 1902-1920)

Maximilian Gritzner (* 29. Juli 1843 in Sorau; † 10. Juli 1902 in Berlin; vollständiger Name Adolf Maximilian Ferdinand Gritzner) war ein deutscher Heraldiker und Kenner der Phaleristik, der Ordenskunde. Als Geheimrat im Berliner Innenministerium war er für Geschlechts- und Gemeindewappen im wilhelminischen Preußen verantwortlich.

Leben

Nach seinem Abitur ging er zum 1862 zum Militär. Er zog 1866 als PremierleutnantW-Logo.png in den Deutschen KriegW-Logo.png und wurde bei KöniggrätzW-Logo.png schwer verwundet, so dass ihm ein Bein amputiert werden musste. 1867 wurde er aus dem aktiven Dienst entlassen, war noch kurz im Ersatzheer und 1870/71 im Heimatkriegsdienst. Ab 1872 kam er in das preußische Innenministerium, wo er ab 1875 in dessen Bibliothek tätig war. Er wurde dort königlich-preußischer Kanzleirat.

Herkunft

Sein Vater war der Rechtsanwalt und Notar Adolf Gritzner (1810–1859), seine Mutter dessen Ehefrau Friederike von Dresky (1821–1878), eine Tochter des preußischen Majors Ferdinand von Dresky und der Charlotte von Conring.

Familie

Er heiratete 1870 in Berlin Clara Luise Helling (* 26. August 1849 in Stolp; † 30. September 1932 in Berlin), Tochter des Regierungsgeometers Friedrich Heling und der Marie Küß. Das Paar hatte vier Söhne und drei Töchter. Sein Sohn Erich Gritzner wurde ein bekannter deutscher Heraldiker, Archivar und letzter königlich-sächsischer Heroldsmeister. Sowohl Maximilian Gritzner als auch sein Sohn Erich Gritzner waren Mitglieder der Burschenschaft Roter Löwe Leipzig.

Familienwappen

Blasonierung:
„In Schwarz zwei aufgerichtete, von einander abgewendete, rot-befloßte silberne Barben, bewinkelt von 4 rotbesamten grünbelätterten silbernen Rosen. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken zwei Büffelhörner, deren Mundlöcher mit Pfauenfedern besteckt sind, das rechte silbern, belegt mit 2 roten, das linke schwarz, belegt mit zwei silbernen Rosen.“[1]

Heraldisches Wirken

Leseprobe

Bruno Bernhard Heim nennt Gritzner denjenigen, der im Jahre 1889 die „definitive Terminologie der deutschen Heraldik“ festgelegt hat. Gritzner publizierte 1893 ein Handbuch der Ritter- und Verdienstorden und war als Preußischer Herold für die Enttarnung einiger Hochstapler, die sich selbst nobilitiert hatten, verantwortlich. Auch zeichnete Gritzner für die Überarbeitung mehrerer Bände des Großen Wappenbuches von Johann Siebmacher verantwortlich.

Werke (Auswahl)

  • Wappenalbum der gräflichen Familien Deutschlands und Österreich-Ungarns. Weigel, Leipzig 1885–1890 (Digitalisat)
    • Band 1: Wappentafel 1–209 nebst Text, A–D (Digitalisat)
    • Band 2: Wappentafel 210–384 nebst Text, E–K (Digitalisat)
    • Band 3: Wappentafel 385–585 nebst Text, L–R (Digitalisat)
    • Band 4: Wappentafel 586–700 nebst Text, S–Z (Digitalisat)
  • Der Adel des Grossherzogtums Oldenburg. Bauer & Raspe, Nuernberg 1872 (Digitalisat)
  • Briefadel in Preußen. 1873
  • Chronologische Matrikel der Brandenburgisch-Preußischen Standeserhöhungen und Gnadenacte von 1600–1873. Berlin 1874 (Digitalisat)
  • Standes-Erhebungen und Gnaden-Acte deutscher Landesfürsten während der letzten drei Jahrhunderte. 2 Bde., Starke, Görlitz 1880/1881 (Digitalisat)
  • Grundsätze der Wappenkunst, verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie. Bauer & Raspe, Nürnberg 1889–1890 (Digitalisat; Nachdruck unter dem Titel Großes und allgemeines Wappenbuch. Bremen 2012.)
  • Amyntha. Ein Rheinischer Sang. Elischer Nachf., Leipzig 1892.
  • Handbuch der heraldischen Terminologie in zwölf germanischen und romanischen Zungen, enthaltend zugleich die Hauptgrundsätze der Wappenkunst. Bauer & Raspe, Nürnberg 1890, DNB 580897737, OCLCW-Logo.png 80606979 (325 S.).
  • Handbuch der Ritter- und Verdienstorden aller Kulturstaaten der Welt. Reprint-Verlag, Holzminden 2000, ISBN 3-8262-0705-X (Reprint der Ausgabe Leipzig 1893).
  • Handbuch der im Deutschen Reiche, in Oesterreich-Ungarn, Dänemark, Schweden und den russischen Ostseeprovinzen bestehenden Damen-Stifter und im Range gleichstehender Wohlthätigkeitsanstalten, nebst den Ordenszeichen der Ersteren. Keller, Frankfurt a. M. 1893.
  • Die altpreussischen aufgehobenen Dom-Kollegiate, deren innere Verfassung und ihre Orden und Ehrenzeichen. Biblio-Verlag, Osnabrück 1987, ISBN 3-7648-1073-4 (65 S., zusammen mit Fritz-Günther Melzner).
  • Das Wappen Wallenstein und die ihm verliehenen kaiserlichen Diplome

Ehrungen

Wappen des Bezirks Steglitz, das von Gritzner entworfen wurde.

Die Gritznerstraße in dem Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf und eine Schule wurden nach ihm benannt.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Maximilian Gritzner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

Einzelnachweise

  1. Jürgen Arndt (Bearbeiter) unter Mitwirkung von Horst Hilgenberg und Marga Wehner: Biographisches Lexikon der Heraldiker sowie der Sphragistiker, Vexillologen und Insignologen. Hrsg.: Herold, Verein für Heraldik Genealogie und verwandte Wissenschaften (= J. Siebmachers Großes Wappenbuch. H). Bauer & Raspe, Neustadt an der Aisch 1992, ISBN 3-87947-109-6, S. 158–159 (664 S.).
Fensterraute links oben ausgebrochen.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Maximilian_Gritzner“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 22. April 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.