Vögel (Hauptgruppe)

Aus Heraldik-Wiki
(Weitergeleitet von Vögel (Heraldik))
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der gebräuchlichste Wappenvogel ist der Adler (hier: Wappen Römisch-deutscher Kaiser, c.1200-c.1300).

Vögel (auch vogelartige Fabelwesen) werden (zumeist heraldisch stilisiert) als Wappentiere beziehungsweise Wappenfiguren verwendet. Sie erscheinen im Wappenwesen sowohl als vollständige Figur als auch in Teilen, sowohl als Schildfigur, als auch als Schildhalter oder als Bestandteil der Helmzier.

Darstellung

Ein Wappenvogel gilt als unbestimmt, wenn er lediglich mit einem Oberbegriff wie „(gemeiner) Vogel“ gemeldet wird; ein bestimmter Wappenvogel wird in Wappenbeschreibungen mit einem gebräuchlichen Vogelnamen oder zumindest mit dem Namen einer Vogelart beschrieben (zum Beispiel „Adler“, „Hahn“, „Reiher“). Für die gemeldeten Vögeln gelten die allgemeinen heraldischen Regeln: Sie sind stilisiert darzustellen, wobei unterscheidende Merkmale besonders hervorzuheben sind, so dass der entsprechende Wappenvogel wiedererkennbar ist.

Eine Reihe von bestimmten Vögeln besitzen besondere Attribute, deren Fehlen gegebenenfalls zu melden ist. Beispielsweise ist dem Kranich grundsätzlich ein Stein bzw. eine Kugel beigegeben, dem Strauß ein Hufeisen[1]

„(Vögel) erscheinen in ganzer Gestalt, wachsend oder nur in Teilen, besonders Kopf, Flügel und Federn.“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[1]

Heraldische Gliederung

In der neueren Heraldik erscheinen in der Gruppe der Wappenvögel praktisch alle Vögel des natürlichen Tierreiches und viele traditionelle „vogelartige“ Geschöpfe, Ungeheuer, Fabeltiere und so weiter, sowohl in ganzer Gestalt als auch in Form von Körperteilen, Verstümmelungen, Abnormitäten. In einem engeren, eher heraldisch-traditionellen Sinn zählen zu den Wappenvögel nur diejenigen Vogelfiguren, die in der Früh-/Blütezeit des europäischen Wappenwesens auf einem Schild als Wappenmotiv denkbar gewesen wären. Nach dieser Auffassung gelten beispielsweise Pinguine, die erst gegen Ende des 15. und mit Beginn des 16. Jahrhunderts durch die Erkundungsfahrten der portugiesischen Seefahrer unter Vasco da Gama und Ferdinand Magellan in Europa bekannt wurden, als unheraldisch. Die Wappenvögel werden in den Wappenbilderordnungen gewöhnlich in unterschiedlichen Gruppen zusammengefaßt, wobei die vogelartigen Fabelwesen meist nicht oder nur ausnahmsweise in diesen Gruppen erwähnt sind.

WBO Vögel (4000-4999) Siehe ... Beispiele
4000-4001 Vogel, unbestimmt
4002-4149 Raubvögel Raubvogel (unbestimmt), Adler, Doppeladler, Adler (dreiköpfig), Adler (natürlich), Geier, Kondor, Falke, Habicht, Bussard
4150-4899 Andere Wildvögel Eule, Stelzvogel (unbestimmt), Strauß, Kasuar, Reiher, Storch, Flamingo, Kranich, Rohrdommel, Ralle, Bläßhuhn, Trappe, Austernfischer, Kiebitz, Regenpfeifer, Schnepfe/Bekassine, Möwe, Seeschwalbe, Pelikan, Kormoran, Pinguin, Ibis/Brachvogel, Tauchervogel, Birkhahn, Auerhahn, Rebhuhn, Wachtel, Kuckuck, Kolibri, Wiederhopf, Eisvogel, Specht/Spechtmeise, Lerche/Ammer, Haubenlerche/Haubenmeise, Bachstelze, Schwalbe/Mauersegler, Würger/Neuntöter, Amsel/Bachamsel/Drossel, Seidenschwanz, Rotkehlchen, Nachtigall, Zaunkönig, Meisenvögel/Kohl-/ Blau-/Tannen-/Graumeise, Schwanzmeise, Sperling, Finkenvögel: Buchfink/Grünfink/Distelfink=Stieglitz/Zeisig/Bluthänfling/Gimpel=Dompfaff/Girlitz=Kanarienvogel, Kernbeißer, Fliegenschnäpper/Grasmücke, Kreuzschnabel, Star, Pirol, Paradiesvogel, Rabenvögel: Saatkrähe/Nebelkrähe/Kolkrabe/Dohle, Elster, Eichelhäher
4900-4999 Hausgeflügel Truthahn, Fasan, Pfau, Schwan, Gans, Ente, Taube, Hahn, Henne, Papagei, Sittich

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Oswald, Gert: Lexikon der Heraldik. Mannheim, Wien, Zürich. 1984. S. 410