Bastardwappen

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Bastardwappen: Ducs de Vendome

Ein Bastardwappen ist in der Wappenkunst ein Wappen, in dem besondere optische Unterscheidungsmerkmale/-figuren erscheinen, die zur Kennzeichnung einer außerehelichen Herkunft beziehungsweise einer illegitimen Geburt dienten.

Ein Bastardwappen ist in manchen Fällen erkennbar durch „negative“ Wappenmotive. So verweisen Wappentiere mit verhülltem Kopf oder verbundenen Augen manchmal auf eine illegitime Abkunft des Wappenführenden[1].

In Süd- und Südosteuropa wurden über das väterliche Wappenbild teils ein Bastardfaden, teils ein Faden gelegt, um uneheliche/eheliche Abstammung zu symbolisieren (diese zusätzlichen Wappenfiguren waren in diesen Fällen Beizeichen). Der Bastardfaden (Schräglinksfaden/Schräglinksbalken) deutet eine illegitime Herkunft an und verläuft gewöhnlich von links oben nach rechts unten (heraldisch: aus der Sicht des Trägers); bei einer legitimen Herkunft verläuft ein Schrägfaden/-balken umgekehrt von rechts oben nach links unten. Diese Unterscheidungsmerkmale sind in der Früh- und Blütezeit der Heraldik nicht gebräuchlich:

„Wir müssen in Bezug der Schrägteilung und Schrägbalken also wiederholt unsere Überzeugung dahin aussprechen, daß man in der alten Wappenkunst zwischen „schräglinks“ und „schrägrechts“ keinen Unterschied machte, oder wenigstens auf diesen Unterschied gar nichts gab, daß jeder, je nach Richtung des Schildes auch die Schrägen stellen (..)“

Siebmacher/Gritzner (1889)[2]

Ein nur kurzes "Balkenstück" als Kennzeichen illegitimer Abstammung wird als schräglinker Einbruch bezeichnet.

In Nord- und Nordwesteuropa erschien üblicherweise das väterliche Wappen in der rechten oberen Ecke (Oberes oder vorderes Geviert) des ansonsten ledigen Schildes.

„Manchne Bastardwappen führen keine eigentlichen heraldischen Beizeichen, sondern lassen sich nur durch irgend eine Ähnlichkeit mit dem väterlichen Wappen erkennen.“

Emil von Pfeilitzer-Franck (1868)[3]

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. Huber, Christian: Wappen und Privilegien. Standessymbolik im 'Ritterspiegel' des Johannes Rothe. In: Ackermann, Christiane; Barton, Ulrich: Texte zum Sprechen bringen: Philologie und Interpretation. 2009. ISBN 3484971509 S. 396.
  2. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889. S. 189.
  3. Pfeilitzer-Franck, Emil von: Beitrag zur Adelsgeschichte der Ostseeprovinzen Russlands: Erster Abschnitt: Ritterwesen, Lehnsverfassung, Adelsentstehung, Wappenkunde. Ries. 1868. S. 11.


Fensterraute links oben ausgebrochen.png Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Bastardwappen“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 29.Mai 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.