Otto Titan von Hefner

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Otto Titan von Heffner
Wappen der Souveraine der deutschen Bundesstaaten (1856)

Otto Titan von Hefner (* 18. Januar 1827 in München; † 10. Januar 1870 ebenda) war ein Münchner Heraldiker.

Leben

Otto Titan war wie sein Vater, der Archäologe Dr. phil. Johann von Hefner (* 1799; † 1862 in München) ein Geschichtsforscher und Wohltäter. Er absolvierte eine höherer Schulbildung und studierte danach am Münchner Polytechnikum.[1] 1849 ging er in die Vereinigte Staaten von Amerika (USA). Nach 1½ Jahren kehrte er nach München zurück und widmete sich heraldischen Studien. Er verfasste danach zahlreiche heraldische-genealogische Publikationen und arbeitete an mehreren Spezialwerken mit. Seine Veröffentlichungen, seine wappenkundlichen Theorien und sein Umgang mit fremden geistigen EigentumW-Logo.png brachten ihn teilweise in einen Gegensatz zu anderen wissenschaftlich vorgebildeten Heraldikern:

„Im übrigen war er eine streitbare Natur und geriet mit seinem Zeitgenossen Karl Ritter Mayer von Mayerfels wegen der Autorenschaft an dem von Hefner 1885 edierten Grundsätzen der Wappenkunst -- damals als epochemachende Schrift angesehen -- in heftigen Streit (vgl. Seyler, Geschichte der Heraldik, S. 751[2])“

Biographisches Lexikon der Heraldiker (1992)[1]

„Mit stark überhöhtem Selbstbewußtsein versuchte er, sich über alle bisherigen wappenkundlichen Theorien hinwegzusetzen und ignorierte in vielen Fällen die wissenschaftlichen Erkenntnisse seiner ebenfalls auf dem Gebiet der Heraldik arbeitenden Zeitgenossen. Eine ihm von Mayer übergebene heraldische Publikation erweiterte er und versuchte sie als eigene Lehrschrift herauszugeben.“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[3]

Familienwappen

Blasonierung:
„Durch einen blauen Wellenbalken geteilt, oben in Silber ein wachsender Mann mit goldenem Rock, roten Aufschlägen und Leibbinde sowie rotgestulpten, goldenen Hut, in der Rechten ein silbernes Winzermesser, unten von Gold und Silber senkrecht gerautet. Auf dem Helm mit rot-goldenen Decken der Winzer wachsend.“[1]

1856: Wappen Hefner
Hefner-Wappen im Siebmacher

Im Siebmacher von 1856 wird Hefners Wappen anders aufgerissen:
„Geteilt, oben in Silber ein wachsender Mann mit goldenem Rock, roten Aufschlägen sowie rotem Hut, in der Rechten ein silbernes Winzermesser, in der Linken eine blaue Weinrebe mit silbernen Stiel, unten golden-roten (senkrecht) gerautet. Auf dem Helm mit goldenen-roten Decken der Winzer als armlose Puppe wachsend, sein roter Hut mit blauer Straußenfeder geschmückt.

Grabstätte

Grab von Otto Titan Hefner auf dem Alten Südlichen FriedhofW-Logo.png in München Standort48.12744444444411.566055555556
Heraldisches Institut.jpg

Die Grabstätte von Otto Titan Hefner befindet sich auf dem Alten Südlichen FriedhofW-Logo.png in München (Gräberfeld 15 - Reihe 7 - Platz 5) Standort48.12744444444411.566055555556.

Heraldisches und genealogisches Wirken

Neuer Siebmacher

Er war der Verfasser oder Mitverfasser von etwa 20 Bänden des Neuen Siebmachers und besaß eine Sammlung von über 40.000 Wappen.

Stammbuch (1860-1866)

Er war der Hauptherausgeber des Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, herausgegeben von einigen deutschen Edelleuten, enthaltend zuverlässige und urkundliche Nachrichten über 9898 Adels-Geschlechter. Dieses vierbändige Werk erschien 1860 im Verlag von Georg Joseph ManzW-Logo.png in Regensburg und enthielt nach Hefners Angaben „alle uns bekanntgewordenen, blühenden oder abgestorbenen Adelsfamilien, welche urkundlich nachgewiesen entweder von deutscher AbstammungW-Logo.png oder in Deutschland bedienstet oder begütertW-Logo.png waren.“ Ausgenommen waren lediglich die damals regierenden Häuser. Bei jeder Familie sind nach Möglichkeit angegeben: Heimat; erstes urkundliches Auftreten; Stammvater; Diplomverleihungen und -empfänger; weitere bedeutende Namensträger; bei gleichnamigen auch die Beschreibung des Wappenschildes; Quellen- und Literaturhinweise.

Heraldisches Institut

Am 19. Juni 1861 autorisierte die königliche Regierung Bayerns das sogenannte „Heraldische Institut“ von Dr. Otto Titan von Hefner.

Werke (Auswahl)

Im urheberrechtsfreien Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek München und bei Google-Books:

  • Die Siegel und Wappen der Münchner Geschlechter. München 1849 (Digitalisat)
  • Mecklenburger Adel. Schwerin 1858 (Volltext)
  • Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland, herausgegeben von einigen deutschen Edelleuten. Georg Joseph Manz, Regensburg 1860–1866. (Digitalisat)
  • Handbuch der theoretischen und praktischen Heraldik.
    • Teil I: Theoretische Heraldik, München 1861 (Volltext)
  • Neues Wappenbuch des blühenden Adels im Königreiche Hannover und im Herzogtume Braunschweig. München 1862 (Volltext)
  • Heraldisches Original-Musterbuch für Künstler, Bauleute, Siegelstecher, Wappenmaler. Heraldisches Institut, München 1862 (Digitalisat)
  • Neues Wappenbuch des Adels im blühenden Königreich Hannover und Herzogthume Braunschweig. Heraldisches Institut, München. 1862 (Volltext in der Google-Buchsuche-USA), (Digitalisat)
  • Neues Wappenbuch des blühenden Adels im Königreiche Galizien. München 1863 (Volltext), (Digitalisat)
  • Des denkwürdigen und nützlichen Bayerischen Antiquarius. 2 Bände, Heraldisches Inst., Nürnberg 1867
    • Band 1: Der große Adel. veränd. und mit Zusätzen vers. Ausg. 1867 (Digitalisat)
    • Band 2: Der altbayerische kleine Adel. 1867 (Digitalisat)
  • Altbayerische Heraldik. München 1869 (Volltext)
  • J. Siebmachers grosses und allgemeines Wappenbuch: in einer neuen, vollst. geordneten und reich vermehrten Auflage mit heraldischen und historisch-genealogischen Erläuterungen
    • Die Wappen der Souveraine der deutschen Bundesstaaten I, 1856, Digitalisat
    • Die Wappen der Souveraine der deutschen Bundesstaaten II, 1856, Digitalisat
    • Der Adels des Königreichs Bayern I, 1856, Digitalisat
    • Der Adels des Königreichs Bayern II, 1856, Digitalisat
    • Der Adel des Herzogthums Braunschweig, 1861, Digitalisat
    • Der Adels des Königreichs Sachsen, 1857, Digitalisat
    • Die Wappen des Schwarzburger und Waldecker Adels, 1860, Digitalisat
    • Der Adel der Fürstenthümer Reuß, 1873, Digitalisat
    • Die Wappen des Württemberger Adels, 1857, Digitalisat
    • Die Wappen des Nassauer Adels, 1856, Digitalisat
    • Der Adel der freien Stadt Frankfurt, 1856, Digitalisat
    • Der hannöverische Adel, 1870, Digitalisat
    • Der Adel des Elsass, 1871, Digitalisat
    • Der Adels des Königreichs Preußen, 1857, Digitalisat
    • Der Adels des Königreichs Preußen, 1906, Ergänzungen
    • Der Adel der freien Städte Hamburg, Bremen und Lübeck, 1871, Digitalisat
    • Der Adel des Kurfürstenthums, Grossherzogthums und der Landgrafschaft Hessen, 1857, Digitalisat
    • Der Adel des Großherzogthums Oldenburg Digitalisat
    • Die Wappen des Mecklenburger Adels
    • Der Adel des Herzogthums Anhalt, 1869, Digitalisat
    • Der blühende Adel der Herzogthümer Schleswig-Holstein-Lauenburg
    • Der Adel Deutsch-Lothringens, 1873, Digitalisat
    • Der luxemburgische Adel, 1871, Digitalisat
    • Der Adel der Fürstenthümer Lippe und Schaumburg-Lippe, 1872, Digitalisat

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Jürgen Arndt (Bearbeiter) unter Mitwirkung von Horst Hilgenberg und Marga Wehner: Biographisches Lexikon der Heraldiker sowie der Sphragistiker, Vexillologen und Insignologen. Hrsg.: Herold, Verein für Heraldik Genealogie und verwandte Wissenschaften (= J. Siebmachers Großes Wappenbuch. H). Bauer & Raspe, Neustadt an der Aisch 1992, ISBN 3-87947-109-6, S. 185 (664 S.).
  2. Seyler, Gustav Adelbert: Geschichte der Heraldik. Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft. In: J. Siebmachers großes Wappenbuch. Band A. Repgrografischer Nachdruck der Ausgabe Nürnberg 1885-1889 (1890). Neustadt an der Aisch. 1970. S. 751
  3. Gert Oswald: Lexikon der Heraldik. Bibliographisches Institut, Mannheim, Wien, Zürich 1984, ISBN 3-411-02149-7, S. 181 f.

Weblinks

Leseprobe
Fensterraute links oben ausgebrochen.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Otto_Titan_von_Hefner“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 26.Mai 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.