Gustav Adelbert Seyler

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Gustav Adelbert Seyler (* 19. März 1846 in WillmarsW-Logo.png (Sachsen); † 19. März 1935 in Berlin) war ein deutscher (preußischer) Kommunalpolitiker, Bibliothekar und Heraldiker.

Leben

Seyler, Sohn eines evangelischen Pfarrers, besuchte Gymnasien in Erlangen und Augsburg. Von 1866 bis 1871 absolvierte er eine Buchhändler-Ausbildung. Danach war er als Redakteur tätig (1872 redigierte er den „Herold“, 1874 das „Amberger Tagblatt“, 1875 die „Deutschen Nachrichten“). 1881 wechselte er als Bibliothekar und Lektor in das Königlich preußische Ministerium für Handel und Gewerbe.

„1889 ff. Redakteur der ersten Bände des Genelogischen Handbuchs bürgerlicher Familien. - Sektionschef des Herold für Genealogie 3. November 1873 bis 7. Dezember 1875, desgleichen für Sphragistik 4. Dezember 1894 bis 2. Dezember 1924.“

Biographisches Lexikon der Heraldiker (1992)[1]

Seine Grabstätte befindet sich auf dem Südwestkirchhof StahnsdorfW-Logo.png. Im Berliner Bezirk Steglitz-ZehlendorfW-Logo.png ist eine Straße nach ihm benannt.

Familienwappen

1890: Schildhalter und Wappen von Gustav Adelbert Seyler
(nach Siebmacher)

Blasonierung
„Im silbern-rot mit Spitzenschnitt geteilten Schilde drei (2,1) gestielte Kleeblätter in verwechselten Farben. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein rotbewehrter silberne Hahn mit rotem Kamm und Lappen und zwei oberen roten Schwanzfedern.“[1]

Heraldische Wirken

Seine Arbeiten auf dem Gebiet der Heraldik waren und sind nach vielen Kommentatoren wegweisend und grundlegend. Die wissenschaftliche Wappenkunde fand bei der Arbeit am Neuen Siebmacher in mehreren Teilbänden und in einem StandardwerkW-Logo.png zur Heraldik-Geschichte ihren Niederschlag.

„Die heraldischen Arbeiten Seylers gehören zu den grundlegendsten der modernen wissenschaftlichen Wappenkunde. Er versuchte als erster, die Geschichte der Heraldik mit zeitgenössischen Quellen, von den Dichtungen der Minnesänger bis zur Neuzeit, zu belegen. In einem über tausend Seiten umfassenden Werk finden sich Textauszüge besonders aus den höfischen Dichtungen des Mittelalters sowie ein große Anzahl zeitgenössischen Bildmaterials (..)“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[2]

„Seyler gehörte zu den fruchtbarsten und kenntnisreichsten heraldischen Schriftstellern des 19. Jahrhunderts. Unter seinen ca. 50 Buch und Zeitschriftentiteln, in denen er zu fast allen Fragen der Heraldik Stellungen nahm, sind hervorzuheben: Die (bis heute unübertroffene) Geschichte der Heraldik (1885); eine größere Anzahl von Bänden des Neuen Siebmacherschen Wappenbuches (..) seine Aufsätze erschienen nahezu sämtlich in der Monatszeitschrift und/oder der Vierteljahrsschrift Herold; ferner sein Handbuch der Exlibriskunde (1895), die Geschichte der Siegel (1894).“

Biographisches Lexikon der Heraldiker (1992)[1]

Werke (Auswahl)

  • Geschichte der Heraldik. Nürnberg, 1885-1889
    (Einführungsband zu J. Siebmachers Großem Wappenbuch) – Digitalisat des Reprints von 1970
  • Das heraldische Lehnsrecht. Berlin 1872
  • Adelsbuch des Königreichs Bayern. 1820-1875. Nach amtlichen Quellen im Anschluss an das gleichbetitelte Werk des Ritters Carl Heinrich von Lang. Bauer & Raspe, Nürnberg 1877: Digitalisat der BSB („Digitale Sammlungen“)
  • Geschichte der Siegel. Leipzig: P. Friesenhahn, [1894] California-USA*
  • Neuer Siebmacher
    • Bd. 1., Abt. 6.: Flaggen. 1878
    • Bd. 1., Abt. 5.: Bisthümer und Klöster. Bd. 1. Bisthümer. 1881
    • Bd. 1., Abt. 5.: Bisthümer und Klöster. Bd. 2. Klöster. 1882
    • Bd. 6., Abt. 1.. T. 1.: Abgestorbener Bayerischer Adel. 1884
    • Bd. 5., Abt. 3.: Zweitausend bürgerliche Wappen. 1888
    • Bd. 5., Abt. 4.: Zweitausend bürgerliche Wappen. 1890
    • Bd. 5., Abt. 5.: Zweitausend bürgerliche Wappen. 1895
    • Bd. 1., Abt. 7.: Berufswappen. 1898
    • Bd. 5., Abt. 6.: Neunzehnhundert fünf und vierzig bürgerliche Wappen. 1901
    • Bd. 5., Abt. 7.: Achtzehnhundert ein und siebenzig bürgerliche Wappen. 1906
    • Bd. 6., Abt. 1., T. 2: Abgestorbener Bayerischer Adel. 1906
    • Bd. 1., Abt. 1., T. 2.: Wappen der deutschen Souveraine und Lande. 1909
    • Bd. 5., Abt. 8.: Fünfzehnhundert acht und zwanzig bürgerliche Wappen. 1909
    • Bd. 6., Abt. 1., T. 3: Abgestorbener Bayerischer Adel. 1911
    • Bd. 6., Abt. 2.: Abgestorbener Württemberger Adel. 1911
    • Bd. 5., Abt. 9.: Fünzehnhundert neun und fünfzig bürgerliche Wappen. 1912
    • Bd. 1., Abt. 1., T. 3.: Wappen der deutschen Souveraine und Lande. 1916
    • Bd. 5., Abt. 10.: Vierzehnhundert und siebenzig bürgerliche Wappen. 1916
    • Bd. 5., Abt. 11.: Sechs hundert fünf und achtzig bürgerliche Wappen. 1920
    • Bd. 1., Abt. 1., T. 4.: Wappen der deutschen Souveraine und Lande. 1921
    • Bd. 5., Abt. 12.: Neun hundert und vier bürgerliche Wappen. 1925
    • Bd. 5., Neue Folge, Abt. 1.: Siebenhundert zwei und vierzig bürgerliche Wappen. 1936
  • Die Wappen bürgerlicher Geschlechter Deutschland und der Schweiz, 1857-1888
    (mehrere spätere Ausgaben in Zusammenarbeit mit Otto Titan von Hefner und Adolf Matthias Hildebrandt)
  • Gustav Adelbert Seyler und Adolf Matthias Hildebrandt: Wappenbuch von den Ersten genannt „Codex Seffken“, Der Urschrift aus dem Ende des 14. Jahrhunderts getreu nachgebildet. Mit einem Vorworte und Bemerkungen von Gustav A. Seyler Kgl. Preuss. Kanzleirath. J. A. Stargardt, Berlin 1893: Digitalisat
  • Illustriertes Handbuch der Ex-Libris-Kunde. Berlin: Stargardt, 1895 Internet Archive = Google-USA*

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Jürgen Arndt (Bearbeiter) unter Mitwirkung von Horst Hilgenberg und Marga Wehner: Biographisches Lexikon der Heraldiker sowie der Sphragistiker, Vexillologen und Insignologen. Hrsg.: Herold, Verein für Heraldik Genealogie und verwandte Wissenschaften (= J. Siebmachers Großes Wappenbuch. H). Bauer & Raspe, Neustadt an der Aisch 1992, ISBN 3-87947-109-6, S. 510 (664 S.).
  2. Gert Oswald: Lexikon der Heraldik. Bibliographisches Institut, Mannheim, Wien, Zürich 1984, ISBN 3-411-02149-7, S. 363.

Weblinks

 Wikisource: Gustav Adelbert Seyler – Quellen und Volltexte (deutsch)