Französische Sprache

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Französisch (français)

Gesprochen in

Frankreich, Belgien, Schweiz, Luxemburg, Monaco, Kanada, weiten Teilen Nord-, West- und Zentralafrikas, Ozeaniens, in der Karibik, Inselgruppen im Indischen Ozean und teilweise in Südostasien.
(Siehe Offizieller Status)
Sprecher ca. 274 Millionen[1], davon geschätzte 80 Millionen Muttersprachler
Linguistische
Klassifikation
Offizieller Status
Amtssprache von FrankreichFrankreich Frankreich („métropolitaine“)
BelgienBelgien Belgien, v.a. Flag of Wallonia.svg Wallonien
LuxemburgLuxemburg Luxemburg
SchweizSchweiz Schweiz, v.a. Romandie
Monaco Monaco
KanadaKanada Kanada, v.a. QuébecQuébec Québec
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten, in USA-MaineMaine Maine
Westafrika:
Benin Benin
Burkina Faso Burkina Faso
Elfenbeinküste Elfenbeinküste
Guinea Guinea
Mali Mali
Niger Niger
Senegal Senegal
Togo Togo
Zentralafrika:
ÄquatorialguineaÄquatorialguinea Äquatorialguinea
Gabun Gabun
Kamerun Kamerun
Demokratische Republik Kongo Demokratische Republik Kongo
Republik Kongo Republik Kongo
Tschad Tschad
Zentralafrikanische Republik Zentralafrikanische Republik
Ostafrika:
Burundi Burundi
Komoren Komoren
Dschibuti Dschibuti
Madagaskar Madagaskar
MayotteMayotte Mayotte
ReunionRéunion Réunion
Ruanda Ruanda
Seychellen Seychellen
Karibik:
Franzosisch-GuayanaFranzösisch-Guayana Französisch-Guayana
GuadeloupeGuadeloupe Guadeloupe
Haiti Haiti
MartiniqueMartinique Martinique
SaintbarthelemySaint-Barthélemy Saint-Barthélemy
Saint-MartinSaint-Martin Saint-Martin
sonstiges Nordamerika:
Saint-Pierre und MiquelonSankt Pierre und Miquelon Saint-Pierre und Miquelon
Südasien:
Indien Pondichéry, Indien
Ozeanien:
Franzosisch-PolynesienFranzösisch-Polynesien Französisch-Polynesien
NeukaledonienNeukaledonien Neukaledonien
Vanuatu Vanuatu
Wallis FutunaWallis und Futuna Wallis und Futuna
sonstiges Europa:
JerseyJersey Jersey (Jèrriais)
GuernseyGuernsey Guernsey
Aostatal Aostatal, Italien (Frankoprovenzalisch)

Vereinte NationenVereinte Nationen Vereinte Nationen (UN)
Afrikanische UnionAfrikanische Union Afrikanische Union (AU)
Europäische Union Europäische Union (EU)
Organisation Amerikanischer Staaten Organisation Amerikanischer Staaten
Flag of La Francophonie.svg Internationale Organisation der Frankophonie (OIF)
Lateinische Union
Weltpostverein
Sonstiger offizieller Status in: Maghreb (Nordafrika):
Algerien Algerien
Marokko Marokko
Mauretanien Mauretanien
Tunesien Tunesien
Vorderer Orient:
Libanon Libanon
Ostafrika:
MauritiusMauritius Mauritius
Französische Süd- und AntarktisgebieteFranzösische Süd- und Antarktisgebiete Französische Süd- und Antarktisgebiete
Nordamerika:
USA-LouisianaLouisiana Louisiana, USA
Südostasien:
Kambodscha Kambodscha
Laos Laos
Vietnam Vietnam
Anerkannte Minderheitensprache in: Ägypten Ägypten
ItalienItalien Italien
Sprachcodes
ISO 639-1:

fr

ISO 639-2: (B) fre (T) fra
ISO 639-3:

fra

Die französische Sprache (frz.: la langue française [la ˌlɑ̃g fʀɑ̃ˈsε:z], Eigenbezeichnung (le) français [(lə) fʀɑ̃ˈsɛ]) gehört zu der romanischen Gruppe des italischen Zweigs der indogermanischen Sprachen. Damit ist diese Sprache unter anderem mit dem Italienischen, Rätoromanischen, Spanischen, Katalanischen, Portugiesischen und Rumänischen verwandt.

Französisch gilt als Weltsprache, da es von weit über 100 Millionen Sprechern auf allen Kontinenten in über 50 Ländern gesprochen und weltweit oft als Fremdsprache gelernt wird.[2] Französisch ist unter anderem offizielle Sprache in Frankreich, Kanada, der Schweiz, Belgien, Haiti und zahlreichen Ländern in West- und Zentralafrika, während es im arabischsprachigen Nordafrika und in Indochina als Nebensprache weit verbreitet ist. Zudem ist es eine der Amtssprachen der EU[3], Amtssprache der Afrikanischen Union und der Organisation Amerikanischer Staaten und eine der sechs Amtssprachen sowie mit Englisch alleinige Arbeitssprache der UNO.[4]

Die französische Sprache wird reguliert durch die Académie française, die sogenannte Loi Toubon (ein Gesetz zum Schutz der französischen Sprache in Frankreich), das Office québécois de la langue française (eine Behörde in Québec), den Service de la langue française (eine belgischen Institution zur Pflege der französischen Sprache) sowie die Délégation générale à la langue française et aux langues de France.

Verbreitung

dunkelblau: Muttersprache; blau: Verwaltungssprache; hellblau: Verkehrssprache; grün: Minderheitensprache
Die französischsprachige Welt

Dunkelblau: Muttersprache
Blau: weite Verbreitung oder Amtssprache
Hellblau: Nebensprache oder nicht offizielle Sprache
Grüne Quadrate: frankophone Minderheiten.


Französisch in Europa

Die französische Sprache in Europa
Französische Sprachkenntnisse in den EU-Mitgliedsstaaten, Kroatien und der Türkei

Französisch wird in Europa vor allem in Frankreich selbst, aber auch in weiten Teilen Belgiens, Luxemburgs und in der Westschweiz sowie im Aostatal (Italien) von Muttersprachlern gesprochen; Amtssprache ist es zudem in Monaco. Nach der Eurostat-Studie Die Europäer und ihre Sprachen (Europeans and Languages)[5], die von Mai bis Juni 2005 in den damaligen 25 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union durchgeführt und im September 2005 veröffentlicht wurde, sprechen 11% der EU-Bürger Französisch als Fremdsprache. Somit ist Französisch die am dritthäufigsten gelernte Fremdsprache Europas nach Englisch (34 %) und Deutsch (12 %). Die Anzahl der Muttersprachler beträgt der Studie nach 12% der EU-Bürger.

Neben Deutsch und Englisch ist Französisch die wichtigste Amts- und Arbeitssprache der Europäischen Union. Dies liegt unter anderem daran, dass Frankreich ein Gründungsmitglied der Organisation ist und sich viele EU-Institutionen in den hauptsächlich französischsprachigen Städten Brüssel, Straßburg und Luxemburg befinden. Französisch ist ebenfalls die traditionelle interne Arbeitssprache des Europäischen Gerichtshofs, dem judikativen Organ der EU. Allerdings schwindet der Einfluss des Französischen auf die Arbeitswelt innerhalb der EU aufgrund der wachsenden Relevanz des Englischen stetig.

Französisch in der Welt

Das frankophone Afrika
Englisch-französisches Stopp-Schild am Colline du Parlement in Kanadas Hauptstadt Ottawa
Dreisprachiges Schild einer Stadt in Algerien (Arabisch, Berberisch und Französisch)

Französisch auf internationaler Ebene

Die französische Sprache gilt als Weltsprache, wird auf allen Kontinenten der Erde verwendet und ist offizielle Amtssprache zahlreicher wichtiger internationaler Organisationen.[6] Französisch gilt auch im globalisiertem Zeitalter, das in vielen Bereichen von der englischen Sprache dominiert wird, nach wie vor als Sprache der Diplomatie. Nach Englisch ist Französisch die am häufigsten gelernte Fremdsprache weltweit; mit Englisch ist es die einzige Sprache, die auf sämtlichen Kontinenten der Welt von Muttersprachlern sowie Fremdsprachlern gesprochen wird.[7]

Französisch ist unter anderem Amtssprache der Vereinten Nationen (mit Englisch alleinige Arbeitssprache), der Afrikanischen Union, des Europarats, der EU, des Weltpostvereins (UPU), von Interpol, vom Internationalem Olympischen Komitee, der FIFA, der UEFA, der Lateinischen Union, der Organisation Amerikanischer Staaten, der Reporter ohne Grenzen, der Ärzte ohne Grenzen, der Welthandelsorganisation, der Frankophonie und vielen weiteren.

Rolle des Französischen in einzelnen Ländern

Neben den Ländern, in denen Französisch als Amtssprache gilt, wie z. B. sämtlichen Überseegebieten Frankreichs, weiten flächendeckenden Teilen Afrikas, der Antillen oder Ozeaniens, wird es ebenfalls in vielen ehemaligen Kolonien Frankreichs und Belgiens gesprochen sowie als Folge von Immigrationswellen noch heute verwendet. In den Ländern des Maghreb, also Algerien, Tunesien und Marokko, finden sich heute Millionen frankophone Bürger, da Französisch dort als Unterrichts- und Kultursprache erhalten geblieben ist und darüber hinaus auch in den Medien eine hohe Präsenz aufweist.

Viele sprachliche Minderheiten lassen sich heute in den Vereinigten Staaten lokalisieren. Diese befinden sich hauptsächlich in Maine, also im Grenzgebiet zum französischsprachigem Québec, in New Hampshire und Vermont, aber vor allem in Louisiana (siehe auch Französisch in den USA). Darüber hinaus ist das Französische an amerikanischen High Schools neben dem Spanischen die bei weitem am häufigsten gelernte Fremdsprache.

Eine wichtige Sprachinsel des Französischen bildet Kanada, wo es in der größten kanadischen Provinz Québec als Muttersprache gesprochen wird, aber auch landesweit als Amtssprache gilt. Die lokale Variante des Französischen, das Quebecer Französisch, unterscheidet sich in Bezug auf Grammatik, Aussprache und Vokabular nur in geringem Maße vom Standardfranzösischen. Außerhalb Québecs gibt es bedeutende französischsprachige Bevölkerungsgruppen in Ontario, Alberta, im Süden von Manitoba, im Norden und Südosten von New Brunswick und im Südwesten Nova Scotias, wobei in letzteren beiden Bundesstaaten meist Akadisches Französisch verwendet wird. Nennenswerte regionale Varianten des Standardfranzösischen sind die Mischsprache Michif, sowie das Neufundländische Französisch. Die Kanadische Charta der Rechte und Freiheiten, der Erklärung der Grundrechte in der Verfassung Kanadas, sichert die offizielle Zweisprachigkeit Kanadas mit Französisch und Englisch als gleichberechtigte Amtssprachen. Beide sind Sprachen des Parlaments, der Gerichte und des öffentlichen Lebens. In Kanada ist Französisch für den englischsprachigen Teil der Bevölkerung in der Regel die erste Fremdsprache. Bevorzugt wird auch die bilinguale Erziehung an Schulen, sodass englischsprachige Schüler den Unterricht in französischer Sprache verfolgen und so umfassende Kenntnisse der Sprache erlangen.

Darüber hinaus lassen sich in Mauritius, Mauretanien (de facto Amtssprache), Laos, Kambodscha, Vietnam, dem Libanon, auf den Kanalinseln und in Andorra nennenswerte Sprecherzahlen feststellen.

Sprachvarianten der französischen Sprache

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Französische Dialekte (gelbliche, grüne und blaue Farbtöne) und andere Sprachgruppen in Frankreich

Französisch ist eine indogermanische Sprache und gehört zu den galloromanischen Sprachen, die in zwei Gruppen unterteilt werden: langues d’oïl im nördlichen Frankreich und Belgien und Langues d’oc im Süden Frankreichs.

Hierbei ist der Status, was dabei Dialekt und was eigenständige Sprache ist, umstritten. Meistens spricht man von zwei Sprachen und deren jeweiligen Patois, den französischen Dialekten. Das Französische wird den langues d’oïl zugeordnet und geht auf eine Mundart aus dem Raum Île de France zurück.

Sie grenzen sich von den Langues d’oc ab, die südlich des Flusses Loire verbreitet sind und eine eigene Sprache darstellen. Die Unterscheidung bezieht sich auf die Verwendung des Wortes JaOc im Süden und Oïl im Norden. Zudem ist bei den Langues d’oc, die zusammenfassend auch als Okzitanisch bezeichnet werden, der romanische Charakter stärker ausgeprägt.

Daneben gibt es das Franko-Provenzalische, das mitunter als selbständig gegenüber den anderen beiden gallo-romanischen Sprachen eingestuft wird. Da es allerdings keine Hochsprache entwickelt hat, wird es auch als Dialekt der Langues d’oc angesehen.

Der Gruppe der Oïl-Sprachen zugerechnet wird in der Regel auch das Jèrriais, eine Varietät auf der Kanalinsel Jersey, die sich durch die isolierte geographische Lage strukturell von den Festlandvarietäten unterscheidet.

In vielen afrikanischen Ländern wird Französisch als Zweitsprache verwendet. In diesen Ländern ist die Sprache häufig durch einen Akzent gefärbt.

Aus dem Französischen haben sich außerdem in den ehemaligen Kolonialgebieten verschiedene Französisch geprägte Kreolsprachen herausgebildet. Diese werden wegen ihrer vom Standardfranzösischen stark abweichenden Struktur jedoch meist als eigene Sprachgruppe und nicht als französische Varietät angesehen.

Galloromanische Sprachen:

Geschichte der französischen Sprache

Gallien zur Zeit Caesars (58 v. Chr.)

In Gallien gab es drei große Völker mit eigenen Sprachen, die Kelten, die die Römer Gallier nannten, die Aquitanier im Südwesten und die Belger im Norden. Die Romanisierung erfolgte in zwei Schritten. Das Lateinische gelangte ab dem Jahre 122 v. Chr. mit der Gründung von Aquae Sextiae (heute: Aix-en-Provence) und Narbonne in der Provinz des römischen Reiches Gallia Narbonensis (heute: Provence) nach Südfrankreich. Ab dem Jahre 58 v. Chr. mit der Eroberung Nordgalliens durch Gaius Iulius Caesar erreichte das Lateinische auch das restliche Gallien.

Einfluss der Kelten

Innerhalb eines Zeitraums von vier Jahrhunderten setzte sich das Lateinische gegenüber den einheimischen festlandkeltischen (gallischen) Dialekten durch. Die Romanisierung geschah zunächst in Städten, Schulen und Verwaltungen, erst später in den abgelegenen Gebieten Galliens. Die keltischen Sprachen verschwanden nicht spurlos, sondern fanden mit schätzungsweise deutlich über 240 Wortstämmen Eingang in das gesprochene Vulgärlatein. Infolge der späteren Durchsetzung des Lateinischen in den ländlichen Regionen Galliens blieben vor allem Begriffe keltischer Herkunft aus der Landwirtschaft im Vulgärlatein erhalten, die auch im heutigen Französisch weiter verwendet werden (z. B. la charrue = der Pflug, le mouton = das Schaf usw.). Aber auch die Zählweise im Zwanziger-System (Vigesimalsystem), die das Standardfranzösische bis heute teilweise beibehält, wird häufig keltischen Einflüssen zugeschrieben (z. B. soixante et onze: sechzig und elf = 71, quatre-vingts: vier(mal)-zwanzig = 80). Einen solchen Einfluss einer untergehenden Sprache auf die sich durchsetzende Sprache nennt man Substrat.

Einfluss der Germanen

Die gallorömische Bevölkerung im Norden Galliens kam mit germanischen Stämmen hauptsächlich durch Handelsbeziehungen in Kontakt, aber auch durch Söldnerdienste der Germanen in der römischen Armee. Bereits durch diese Kontakte fanden neben dem keltischen Substrat etliche Wörter germanischen Ursprungs Eingang in die französische Sprache (ein solcher Vorgang einer friedlichen Beeinflussung durch nachbarschaftliche Beziehungen wird Adstrat genannt).

Einen stärkeren Einfluss übte später der westgermanische Stamm der Franken aus. Die Franken eroberten im 5. Jahrhundert (endgültiger Sieg über eine römische Restprovinz 486 n. Chr. durch Chlodwig I) das Gebiet Galliens und prägten den französischen Wortschatz entscheidend mit. Um die 700 Wortstämme wurden von den Franken übernommen (z. B. la halle = die Halle, la salle = der Saal, le jardin = der Garten, l'aulne = die Erle, la guerre = der Krieg [altfränkisch werra], blanc = weiß, gris = grau), außerdem sind jene Ortsnamen in Nordfrankreich, die auf -court, -ville und -vic enden, meist germanisch-fränkischer Herkunft. Hierbei vollzog sich der geschichtlich bemerkenswerte Vorgang, dass sich die Franken sprachlich dem Vulgärlatein der besiegten gallo-romanischen Bevölkerung bis auf wenige verbleibende fränkische Einflüsse anpassten. Den Verbleib einiger Wörter aus der Sprache der Sieger in der sich durchsetzenden Sprache der Besiegten nennt man Superstrat. Dieser Vorgang zog sich vom 5. bis zum 9. Jahrhundert hin. Noch Karl der Große (Krönung 800 n. Chr.) sprach als Muttersprache Fränkisch. Nur ganz im Norden Galliens konnte durch die fränkische Eroberung die germanische Sprachgrenze in das heutige Belgien hinein verschoben werden, die heute das Land in Flandern und Wallonien teilt. Die ungebrochene Dominanz des Vulgärlateinischen erklärt sich unter anderem aus dem nach wie vor hohen Prestige des Lateinischen, sowie aus der weitgehenden Übernahme der römischen Verwaltung. Auch die fränkische Lex Salica, in der sich römisches Rechtsdenken mit germanischen Zügen verbunden hat, begünstigte diese Entwicklung. Die fränkischen Einflüsse schlugen sich nicht nur im Wortschatz nieder, sondern auch im Lautsystem (etwa das sogenannte «h aspiré», das „behauchte h“, das im Anlaut nicht gebunden wird), sowie in der Wortstellung (z. B. Voranstellung einiger Adjektive vor Nomen: «une grande maison» – „ein großes Haus“).

Die weitere Entwicklung

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Zur Zeit Karls des Großen wich die Aussprache des Vulgärlateins erheblich von der Schreibweise ab. Auf Grund dessen veranlasste er – angeregt durch Alkuin – die karolingische Bildungsreform, wodurch Latein mit dem Ziel einer klassischen Aussprache erlernt wurde. Somit sollte die Missionierung der germanischen Bevölkerungsteile erleichtert werden, die vor allem von irischen Mönchen ausging, für die Latein eine Fremdsprache war. Darüber hinaus sollten eingetretene Unsicherheiten in der Aussprache bereinigt werden. Diese sich herausbildende Zweisprachigkeit führte zu erheblichen Schwierigkeiten bei der Verständigung des lateinisch sprechenden Klerus mit dem Volk. Auf dem Konzil von Tours 813 n. Chr. legte man eine einheitliche, dem Volke verständliche Sprache für Predigten in Kirchen fest. Latein blieb als Schriftsprache erhalten. Das Konzil von Tours war die Geburtsstunde eines Bewusstseins, dass die gesprochene Sprache eine andere war als Latein.

Auszug aus den Straßburger Eiden/Les Serments de Strasbourg

Es bildeten sich verschiedene Dialekte heraus, die als Langues d’oïl zusammengefasst werden, in Angrenzung zu den südlichen Langues d'oc, benannt nach dem jeweiligen Wort für "Ja" (im heutigen Französisch oui). Die ersten Dokumente, die der französischen Sprache zugeordnet werden, sind die Straßburger Eide, die 842 sowohl auf Altfranzösisch als auch auf Althochdeutsch verfasst wurden. Damit war auch die herkömmliche Diglossie, lateinisch zu schreiben, aber romanisch zu sprechen, zerstört. Im offiziellen Gebrauch blieb Latein aber noch jahrhundertelang dominant.

Unter den Kapetingern kristallisierte sich Paris und die Ile-de-France allmählich als politisches Zentrum Frankreichs heraus, wodurch der dortige Dialekt, das Franzische, zur Hochsprache reifte. Aufgrund der zunehmend zentralistischen Politik wurden die anderen Dialekte in den folgenden Jahrhunderten stark zurückgedrängt. Nachdem 1066 Wilhelm der Eroberer den englischen Thron bestieg, wurde das normannische Französisch für zwei Jahrhunderte die Sprache des englischen Adels. In dieser Zeit wurde die englische Sprache sehr stark vom Französischen beeinflusst, das Französische aber auch vom Normannischen, was Wörter wie crevette, quai, sowie die Himmelsrichtungen sud, nord usw. bezeugen. Mit den Albigenserkreuzzügen im 13. Jahrhundert weitete Frankreich sein Territorium nach Süden aus (später folgte noch Korsika), die Kultur und Sprache des siegreichen Nordens wurden dem Süden oktroyiert. Das Okzitanische wurde zunächst aus dem offiziellen, im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts auch aus dem privaten Sprachgebrauch verdrängt; eine ähnliche Entwicklung widerfuhr dem Niederdeutschen in Norddeutschland. Dadurch schwand die Bedeutung der Langues d’oc (siehe oben) und des Frankoprovenzalischen, die vorher prestigeträchtige Kultur- und Literatursprachen waren. Am 15. August 1539 erließ Franz I., der zweite französische König des Renaissancezeitalters, das Edikt von Villers-Cotterêts, mit der das Französische das Latein als Kanzleisprache ersetzt. Seither ist das Französische Amtssprache in Frankreich.

Sprachgeschichtlich spricht man im Zeitraum von 842 bis etwa 1340 von Altfranzösisch und von 1340 bis etwa 1610 von Mittelfranzösisch, le moyen français.

Franz I. (François Ier): Französisch wird zur Amtssprache in Frankreich

Im Jahre 1634 gründete Kardinal Richelieu die bis heute bestehende Académie française, die sich mit der „Vereinheitlichung und Pflege der französischen Sprache“ beschäftigt. Ab dem 17. Jahrhundert wird Französisch die lingua franca des europäischen Adels, zunächst in Mitteleuropa, im 18. und 19. Jahrhundert auch in Osteuropa (Polen, Russland, Rumänien); zahlreiche Gallizismen gelangen in die Sprachen Europas[8]. Jahrhundertelang wurde das Französische vom Adel und den Intellektuellen Europas gesprochen und galt als Sprache des Hofes und der Gebildeten. Selbst heute noch zeugen Wörter wie Manieren, Noblesse, Kavalier, Etikette oder Konversation an die starke Anlehnung an französische Sitten und Gebräuche. In dieser Zeit entwickelte sich Frankreich zu einer Kolonialmacht und legte damit den Grundstein für die heutige Verbreitung der französischen Sprache außerhalb Europas und der französischen Kreolsprachen. Das 1830 aus den Vereinigten Niederlanden hervorgegangene Belgien eroberte ebenfalls Kolonien (insb. Belgisch-Kongo) und führte dort die französische Sprache ein.

Im 18. Jahrhundert übernahm das Französische als Sprache des Adels die Domäne der internationalen Beziehungen und der Diplomatie (zuvor: Latein). Durch die Französische Revolution und das Scheitern der napoleonischen Großmachtspolitik, die den Nationalismus und die Freiheitsbewegungen der unterworfenen Völker hervorbrachte, ging die Verwendung des Französischen stark zurück, das aufstrebende Bürgertum z.B. in Deutschland dachte national und sprach Deutsch. Durch den Aufstieg des englischsprachigen Vereinigten Königreichs im 19. Jahrhundert zur vorherrschenden Kolonialmacht und der englischsprachigen Vereinigten Staaten von Amerika im 20. Jahrhundert zur Weltmacht entwickelte sich Englisch zur De-facto-Welthauptsprache und verdrängte das Französische aus weiten Teilen der Diplomatie, Politik und des Handels. Dies zeigt sich etwa darin, dass der Friedensvertrag von Versailles von 1919 nicht mehr allein auf Französisch, sondern auch auf Englisch verfasst wurde. Nachdem Frankreich in den Jahren von 1945 bis 1962 sein Kolonialreich verlor, baute Präsident Charles de Gaulle, dem um die Weltgeltung des Landes gelegen war, ein System von kulturrellen Beziehungen zwischen ehemaligen Kolonien und Mutterland auf, u.a. die Organisation internationale de la Francophonie, den Weltverbund aller französischsprachiger Staaten.

Im Jahr 1977 erhält in Kanada das Gesetz 101 Rechtskraft, das Französisch als einzige Amtssprache der Provinz Québec festlegt.

Mit der Dezentralisierung in den 1980er Jahren wird den Regionalsprachen sowie den Dialekten in Frankreich mehr Freiraum eingeräumt, wodurch diese eine Renaissance erfuhren. 1994 wurde in Frankreich das nach dem Kulturminister benannte Loi Toubon erlassen, ein Gesetz, das den Schutz der französischen Sprache sichern soll, so werden Anglizismen im offiziellen Sprachgebrauch bewusst vermieden, der Computer heißt l'ordinateur, der Walkman baladeur.

Aussprache

Viele Deutschsprachige stellt die Aussprache der französischen Sprache vor Probleme, da das Französische mehrere Laute enthält, die im Deutschen unbekannt sind. Dazu zählen vor allem die Nasallaute.

Weitere Schwierigkeiten treten beim Erlernen der Schriftsprache auf, weil sich Schriftbild und die korrekte Aussprache seit Jahrhunderten auseinander entwickelt haben, wobei allerdings die Zuordnung meistens recht einfachen Regeln folgt.

Phoneminventar

Vokale

Vokaltrapez für das Französische

Das Französische kennt – je nach Zählung – 11 bis 16 Vokalphoneme. Bei sämtlichen Vokalphonemen handelt es sich um Monophthonge:

  • Oralvokale:
    • sieben vordere Vokale, unter denen sowohl gerundete als auch ungerundete vorkommen:
      • /i/: si – /si/ – falls
      • /y/: su – /sy/ – (er hat) gewusst
      • /e/: ses – /se/ – seine
      • /ø/: ceux – // – diese
      • /ɛ/: sait – // – (er) weiß
      • /œ/: sœur – /sœʀ/ – Schwester
      • /a/: sa – /sa/ – seine
    • drei bis vier hintere Vokale, unter denen sowohl gerundete als auch ungerundete vorkommen:
      • /ɑ/: pâte – /pɑt/ – Teig
      • /ɔ/: sort – /sɔʀ/ – Schicksal
      • /o/: sot – /so/ – dumm
      • /u/: sous – /su/ – unter
    • den Zentralvokal Schwa:
      • /ə/: ce – // – dieses
  • Nasalvokale:
    • zwei vordere Vokale, von denen einer gerundet, der andere ungerundet vorkommt:
      • /ɛ̃/: brin – /bʀɛ̃/ – Halm
      • /œ̃/: brun – /bʀœ̃/ – braun
    • zwei hintere Vokale, von denen einer gerundet, der andere ungerundet vorkommt:
      • /ɑ̃/: sans – /sɑ̃/ – ohne
      • /ɔ̃/: son – /sɔ̃/ – sein

Die Oppositionen /ɑ/ – /a/ und /œ̃/ – /ɛ̃/ sind im Verschwinden begriffen bzw. werden bereits von der Mehrzahl der Sprecher nicht mehr beachtet, in der Regel zugunsten des jeweils letztgenannten Phonems. Dadurch werden frühere Minimalpaare für Sprecher, die eines der beiden Phoneme nicht besitzen, zu Homophonen.

Die Nasalvokale

Die Nasalvokale tauchen immer dann auf, wenn nach dem Vokal ein „m“ oder „n“ und danach ein anderer Konsonant oder das Wortende folgt. In diesen Fällen dient das „m“ oder „n“ nur zur Anzeige der nasalen Aussprache des davor stehenden Vokals. Im Folgenden wird die nasale Aussprache durch die Tilde [  ̃] verdeutlicht:

Folgt dem „m“ bzw. „n“ derselbe Konsonant oder ein Vokal, dann tritt keine Nasalierung ein:

  • grammaire – [gʀaˈmɛːʀ] – Grammatik
  • pomme – [pɔm] – Apfel
  • Anne – [an] – Anne (Vorname)
  • une – [yn] – eine

Ausnahmen: bei den Präfixen em- un en- bleibt die Nasalisierung erhalten (z. B.: emmancher, emménager, emmerder, emmitoufler, emmener, ennoblir, ennuyer, etc.), bei im- gilt es nur selten (immangeable, immanquable).

Konsonanten

Das Französische kennt – je nach Zählung – 20 bis 21 Konsonantenphoneme:

  • sechs Plosive:
    • /p/: pou – /pu/ – Laus
    • /b/: boue – /bu/ – Schlamm
    • /t/: tout – /tu/ – alles
    • /d/: doux – /du/ – weich
    • /k/: cou – /ku/ – Hals
    • /g/: goût – /gu/ – Geschmack
  • vier Nasale:
    • /m/: mou – /mu/ – weich
    • /n/: nous – /nu/ – wir
    • /ɲ/: agneau – /aɲo/ – Lamm
    • /ŋ/: parking – /paʀkiŋ/ – Parkplatz
  • ein Vibrant:
    • /ʀ/: roue – /ʀu/ – Rad
  • sechs Frikative:
    • /f/: fou – /fu/ – verrückt
    • /v/: vous – /vu/ – Sie
    • /s/: sous – /su/ – unter
    • /z/: zoo – /zo/ – Zoo
    • /ʃ/: chou – /ʃu/ – Kohl
    • /ʒ/: joue – /ʒu/ – Wange
  • drei Approximanten:
    • /w/: soin – /swɛ̃/ – Pflege
    • /j/: sien – /sjɛ̃/ – sein, ihr
    • /ɥ/: suint – /sɥɛ̃/ – Wollfett
  • ein lateraler Approximant:
    • /l/: loup – /lu/ – Wolf
  bilabial labio-
dental
alveolar post-
alveolar
labio-
palatal
palatal labio-
velar
velar uvular
stl. sth. stl. sth. stl. sth. stl. sth. stl. sth. stl. sth. stl. sth. stl. sth. stl. sth.
Plosive p b     t d                 k g    
Nasale   m       n           ɲ       (ŋ)    
Vibranten                                   ʀ
Frikative     f v s z ʃ ʒ                    
Approximanten                   ɥ   j   w        
Laterale Approximanten           l                        

Das Phonem /ŋ/ kommt fast ausschließlich in Fremdwörtern aus dem Englischen vor; von einigen Franzosen wird es als [n] realisiert.

Stumme Zeichen

Wortanfang

Ein h am Wortbeginn bleibt stumm.

Es wird jedoch – vor allem aus sprachgeschichtlichen Gründen – zwischen zwei verschiedenen h unterschieden: Neben dem ursprünglich aus der lateinischen Schreibtradition stammenden h gibt es das h aspiré („gehauchtes h“), das erst im 16. Jahrhundert in der Aussprache verstummt ist. Dieses h aspiré hat bis heute indirekte Auswirkungen auf die Aussprache:

  1. Der bestimmte Artikel in der Einzahl hat vor h aspiré dieselbe Form wie vor einem beliebigen Wort, das mit Konsonant beginnt, vgl. le haricot „die Bohne“, la haine „der Hass“.
  2. Es gibt keine liaison (s.u.) vor einem Wort, das mit h aspiré beginnt, vgl. les | haricots „die Bohnen“, ils | haïssent „sie hassen“.
  3. h von "hop!" und "ha! ha!" (das Lachen) sind als deutsche h.

Konsonant am Wortende

Der letzte am Wortende geschriebene Konsonant wird gewöhnlich nicht ausgesprochen:

Eine Ausnahme bilden einige einsilbige Wörter, deren Aussprache aber nicht aus irgendwelchen Regeln abgeleitet werden kann und deshalb einzeln gelernt werden muss.

Bei der Konjugation der Verben gilt die Regel, dass die Endung -ent in der dritten Person Plural stumm bleibt:

  • (ils, elles) lisent – [li:z] – „sie lesen“

In gewissen Wortverbindungen wird sonst stummer Endkonsonant ausgesprochen, wenn das nächste Wort mit Vokal beginnt (sog. Liaison). Dazu gehören unter anderem folgende Verbindungen:

  • unbestimmter Artikel (Maskulinum) plus Adjektiv oder Substantiv: un ami – [œ̃nami] – „ein Freund“
  • bestimmter Artikel im Plural plus Adjektiv oder Substantiv: les amis – [lezami] – „die Freunde“
  • Verben in der 3. Person plus Personalpronomen: est-il – [ɛtil] – „ist er?“

Vokal am Wortende

Auch ein e am Wortende ist zumeist stumm. Der in der Schrift davor stehende Konsonant ist zu artikulieren:

Konsonanten

Bei den seltenen Konsonantenhäufungen ist oftmals auch der eine oder andere Buchstabe nur noch ein stummes Überbleibsel der Etymologie, weil er dem Wohlklang im Wege stand:

  • le doigt – [ləˈdwa] – der Finger, die Zehe
  • les doigts – [leˈdwa] – die Finger, die Zehen

Bisweilen aber tauchen stumme Konsonanten am Wortende in der Aussprache wieder auf, wenn das folgende Wort mit einem Vokal beginnt. Es wird dann eine so genannte Liaison vorgenommen, also beide Wörter werden zusammenhängend ausgesprochen.

  • vous – [vu] – ihr/Sie
  • vous êtes – [vuˈzɛt] – ihr seid/Sie sind

Da das „h“ im Französischen nicht gesprochen wird, wird also auch bei vielen Wörtern, die mit „h“ beginnen, eine Liaison vorgenommen.

  • deux – [] – zwei
  • deux heures – [døˈzœʀ] – zwei Uhr/zwei Stunden

Jedoch wird nicht immer eine Liaison durchgeführt. In manchen Fällen besteht ein Wahlrecht.

Zudem gibt es eine ganze Reihe von Wörtern, die mit einem „aspirierten (gehauchten) h“ (h aspiré) beginnen. Dieses „h“ bleibt zwar ebenso stumm, aber durch seine Existenz wird gewissermaßen die Autonomie des Wortes bewahrt, also keine Liaison vorgenommen.

Faustregeln

Zur Aussprache gewisser Buchstaben bzw. Buchstabengruppen lassen sich zumeist schnell Regeln finden, die auch in den meisten Fällen Gültigkeit haben.

Buchstabe(n) Aussprache Bemerkungen
æ [e]  
ai meistens [ɛ]
(neben [e])
gilt nicht, wenn das „i“ zur Buchstabengruppe „ill“ gehört
c [s] nur vor „e“, „i“ und „y“, auch mit diakritischen Zeichen, sonst [k]
ç [s] nur vor „a“, „o“ und „u“, auch mit diakritischen Zeichen
ch [ʃ]
(neben [k])
 
é meistens [e]
(neben [ɛ])
[ɛ] die Ausnahme z. B. in médecin und événement
è, ê [ɛ]  
(e)au(x) [o]  
eu(x) meistens [ø]
(neben [œ])
außer [y] bei eu "gehabt". Für "gageure" sagt man /ɡaʒyʀ/
g [ʒ] nur vor „e“, „i“ und „y“, auch mit diakritischen Zeichen, sonst [g]
gu [g] nur vor „e“ und „i“, auch mit diakritischen Zeichen, auch vor „a“, „o“ und „u“ bei konjugierten Verbformen. Z. B.: nous conjuguâmes, nous conjuguons
ill [ij] bzw. [il]

nach Vokalen [j]
„ll“ wird nach -ai, -ei und -eui – ähnlich dem Spanischen – zu j (z. B. la canaille). Vor einfachem -i kann „ll“ entweder als l (z. B. la ville) oder ebenfalls als j gesprochen werden (z. B. la fille). Eine Regel hierfür anzugeben, ist nicht möglich, da die Herkunft des Wortes entscheidet. Stand im Lateinischen auch schon -ll (wie z.B.: in "ville" von "villa"), so wird das -ll gesprochen. Ist das -ll aber aus der Verschmelzung von i + l im lateinischen Ursprungswort entstanden, so wird -ll als -j ausgesprochen (z.B.: "fille" zu "filia", "meilleur" zu "melior")
j [ʒ]  
ô [o]  
œ [e]  
œu(x) meistens [œ]
(neben [ø])
 
oi [wa] gilt nicht, wenn das „i“ zur Buchstabengruppe „ill“ gehört
q(u) [k]  
u [y]  
Vokal + m/n Nasalvokal
[ɑ̃, ɛ̃, ɔ̃, œ̃]
nur, wenn kein Vokal oder weiteres „m“ bzw. „n“ folgt

Die Apostrophierung

Französisch erhält seinen Klang nicht nur durch den Wegfall der Aussprache „unnötiger“ Konsonanten, sondern auch durch das Auslassen von Vokalen, damit es zu keiner Häufung kommt. Das Auslassen wird dann durch einen Apostroph gekennzeichnet.

  • ce – [] – es (vor dunklen Vokalen mit Cedille: ç')
  • que – [] – was, wie, das(s)
  • c’est – [] – es ist
  • Qu’est-ce que c’est? – [kɛskəˈsɛ] – Was ist das?
  • je – [ʒə] – ich
  • ai – [ɛ] – habe (1. Person Einzahl von haben)
  • j’ai – [ʒɛ] – ich habe
  • J’en ai marre. – [ʒɑ̃nɛˈmaʀ] – Ich habe genug davon!

Aber nicht immer wird apostrophiert:

  • te – [] – dich
  • Je t’aime. – [ʒəˈtɛm] – Ich liebe dich.

Aber:

  • tu – [ty] – du
  • tu as – [tyˈa] – du hast
  • tu avais – [tyaˈvɛ] – du hattest

In der Umgangssprache wird tu zumeist trotzdem verkürzt (z. B. t’as statt tu as).

Homonyme

Im Regelfall sind Homographe im Französischen auch Homophone, wobei es Ausnahmen gibt:

  • (les) fils [fis], (die) Söhne – (les) fils [fil], (die) Fäden
  • (tu) as [a], (du) hast – (un) as [ɑːs], (ein) Ass
  • (il) est [ɛ], (er) ist – (l’)est [ɛst], (der) Osten
  • (nous) portions – [pɔʀ.tjɔ̃] (wir) trugen – (les) portions [pɔʀ.sjɔ̃], (die) Teile
  • (le) couvent [ku.vɑ̃], (das) Kloster – (ils) couvent [kuːv], (sie) brüten
  • (le) lot [lo], (das) Los – (le) Lot [lɔt], (der) Fluss Lot

Rechtschreibreform?

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Eine Reform der Schrift weg von der Schreibweise des 11./12. Jahrhunderts hin zu einer Schreibweise, die mehr an der modernen Aussprache angelehnt ist, wird stets mit folgendem Argument abgelehnt: Man will die Eindeutigkeit der geschriebenen Wörter bewahren, die in der Aussprache schon längst Homonyme sind, also identisch gesprochen werden.

  • je vois – [ʒəˈvwa] – ich sehe
  • tu vois – [tyˈvwa] – du siehst
  • elle voit – [ɛlˈvwa] – sie sieht
  • ils voient – [ilˈvwa] – sie sehen
  • la voie – [laˈvwa] – das Gleis
  • les voies – [leˈvwa] – die Gleise
  • la voix – [laˈvwa] – die Stimme
  • les voix – [leˈvwa] – die Stimmen

oder auch

  • eau – [o] – Wasser
  • eaux – [o] – Wässer
  • haut – [o] – hoch/hoher
  • hauts – [o] – hohe (männliche Form der Mehrzahl)

oder auch

  • seau – [so] – Eimer
  • saut – [so] – Sprung
  • sceau – [so] – Siegel
  • sot – [so] – töricht

oder auch

  • vert – [vɛʀ] – grün
  • vers – [vɛʀ] – Vers
  • vers – [vɛʀ] – in Richtung auf (adv.)
  • ver – [vɛʀ] – Wurm
  • verre – [vɛʀ] – Glas

oder auch

  • six – [si] – sechs
  • si – [si] – falls, wenn
  • scie – [si] – Säge

Das Argument der Eindeutigkeit mag aufgrund dieser Beispiele zunächst einleuchten. Da aber die Wörter stets in einem bestimmten Kontext stehen, wird deren Bedeutung stets klar. Ansonsten wäre im Französischen keine mündliche Verständigung mehr möglich – was aber augenscheinlich nicht der Fall ist.

Grammatik

→ Hauptartikel: Französische Grammatik

Französisch ist eine romanische Sprache, d. h., sie ist aus dem antiken Latein entstanden. Wie auch in vielen anderen Sprachen dieses Sprachzweigs, wie Spanisch oder Italienisch, zeichnet sich die französische Grammatik dadurch aus, dass die Deklinationen der Ursprungssprache getilgt wurden. An grammatischen Geschlechtern kennt das Französische zwei: Maskulinum und Femininum. Die Artikel, die verwendet werden, haben sich aus den lateinischen Demonstrativpronomen entwickelt. Außerdem hat sich die Flexion der Verben in mehreren Zeiten geändert, die nunmehr mithilfe von Hilfsverben konstruiert wird.

Der Sprachbau im Französischen ist wie folgt: Subjekt – Verb – Objekt. Diese Regel wird nur gebrochen, wenn das Objekt ein Pronomen ist. In diesem Fall lautet die Satzstellung: Subjekt – Objekt – Verb. Einige Archaismen, die ebenfalls typisch für romanische Sprachen sind, weichen von dieser Regel ab.

Häufigste Wörter

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Laut einer Studie, die auf einem Portal des französischen Bildungsministeriums veröffentlicht wurde,[9] lauten die zehn häufigsten Wörter des Französischen wie folgt:

Rang Franz. Wort Dt. Übersetzung Wortart
1 le der, die, das; ihn, sie, es bestimmter Artikel, Pronomen
2 de aus, nach, von Präposition
3 un ein, eine; eins unbestimmter Artikel, Numeral
4 être sein Verb
5 et und Konjunktion
6 à in, zu, nach, auf, bei, um Präposition
7 il er Pronomen
8 avoir haben, besitzen Verb
9 ne erster teil der Verneinung Adverb
10 je ich Pronomen

Die zehn häufigsten Substantive sind derselben Studie zufolge homme (Mann), mari (Ehemann), femme (Frau), jour (Tag), mer (Meer), temps (Zeit), main (Hand), chose (Sache), vie (Leben) und yeux (Augen). Die drei häufigsten Verben sind être (sein), avoir (haben, besitzen) und faire (tun, machen). Die drei häufigsten Adjektive sind tout (ganz), grand (groß) und petit (klein).

Sprachbeispiel

Allgemeine Erklärung der Menschenrechte:

Tous les êtres humains naissent libres et égaux en dignité et en droits. Ils sont doués de raison et de conscience et doivent agir les uns envers les autres dans un esprit de fraternité.
[tu lez‿ɛtʀəz‿ymɛ̃ nɛs libʀ‿e ego ɑ̃ diɲite e ɑ̃ dʀwa il sɔ̃ dwe də ʀɛzɔ̃ e də kɔ̃sjɑ̃s e dwavt‿aʒiʀ lez‿œ̃z‿ɑ̃vɛʀ lez‿otʀ dɑ̃z‿œ̃n‿ɛspʀi də fʀɑtɛʀnite]
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.

Sprachfallen: „faux-amis “

Mit den typischen Fehlern, die beim Erlernen und Übersetzen der französischen Sprache auftreten können, beschäftigen sich folgende Beiträge:

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. francophonie.org: La langue française dans le monde 2014 (PDF-Datei, auf Französisch, Zugriff am 27. Januar 2017)
  2. BBC languages – French Connection (Englisch)
  3. Sprachen in der EU
  4. Praktika innerhalb des UNO-Systems
  5. Europäische Union: Eurobarometer - Europeans and languages, (.pdf-Datei, auf Englisch, Zugriff am 6. Sep. 2006)
  6. http://fr.wikipedia.org/wiki/Liste_d%27organisations_internationales_ayant_le_fran%C3%A7ais_comme_langue_officielle
  7. http://www.fll.vt.edu/French/whyfrench.html
  8. Vgl. Joachim Grzega: Latein – Französisch – Englisch: Drei Epochen europäischer Sprach- und Wortschatzgeschichte, in: Grzega, Joachim, EuroLinguistischer Parcours: Kernwissen zur europäischen Sprachkultur, Frankfurt: IKO, S. 73-114. ISBN 3-88939-796-4.
  9. Mots les plus fréquents de la langue écrite française (XIXe et XXe siècles), Quelle: http://www.eduscol.education.fr/D0102/liste-mots-par-frequence.pdf

Literatur

  • Theresa Antes: Analyse linguistique de la langue française. Yale University Press, 2006.
  • Mireille Huchon: Histoire de la langue française. Le livre de poche, 2002.

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Französisch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary Wiktionary: Kategorie:Französisch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wikibooks Wikibooks: Französisch – Lern- und Lehrmaterialien
 Commons: Französische Sprache – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Französische Aussprache – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Sprachwissenschaft

Quellenhinweis

Fensterraute links oben ausgebrochen.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Französische_Sprache“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 04. Juni 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.