Eduard Lorenz Lorenz-Meyer

Aus Heraldik-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
1894: Exlibris von Eduard Lorenz Lorenz-Meyer mit Familienwappen Meyer (eigene Gestaltung)

Eduard Lorenz Lorenz-Meyer (* 12. Juli 1856 in SingapurW-Logo.png; † 25. April 1926 in HamburgW-Logo.png) war ein deutscher Unternehmer, Kunstsammler, Kunstmäzen, Wappenkünstler und Heraldiker.

Leben

Sein Vater war der Unternehmer Arnold Otto MeyerW-Logo.png (1825–1913) und seine Mutter war Luise Caroline Ferber (1833–1907). Als einziger Sohn seines Vaters besuchte er von 1866 bis 1874 eine Privatschule im Johanneum in Hamburg und absolvierte von 1874 bis 1877 eine Kaufmannslehre; später übernahm er das väterliche Unternehmen. Nach seinem Militärdienst in den Jahren 1877/1878 arbeitete er in Singapur im Unternehmen Behn, Meyer & Co.W-Logo.png (heute Behn Meyer Holding AG).

Lorenz-Meyer heiratete am 11. Dezember 1884 Alice Meyer, die Tochter des hamburgischen Juristen und Senators Ernst Friedrich SievekingW-Logo.png, mit der er drei Kinder hatte. 1888 kehrte er mit seiner Familie aus Singapur zurück und arbeitete nunmehr im Unternehmen seines Vaters, das sich in den folgenden Jahren gut entwickelte. Nach dem Ersten Weltkrieg verlor das von Lorenz-Meyer geführte Unternehmen seine Niederlassung in Singapur. Das sich dort befindliche Vermögen in Singapur wurde von den Engländern beschlagnahmt und nicht wieder zurückgegeben. Ebenso verlor Lorenz-Meyer seine britische Staatsbürgerschaft. 1922 wurde eine neue Niederlassung auf Java gegründet, die Aktiengesellschaft Straits Java Trading Company. 1925 zog sich Lorenz-Meyer aus der Leitung des Unternehmens zurück, die er seinem Sohn Albrecht überließ.

Als Sozialkonservativer war Lorenz-Meyer Mitglied im „Bund Deutscher Bodenreformer“, und ab 1905 war er Mitglied im „Reichsverband gegen die Sozialdemokratie“. In der Zeit der Weimarer Republik war Lorenz-Meyer Mitglied der Partei Deutsche VolksparteiW-Logo.png.

Lorenz-Meyer war Stifter der Hamburger KunsthalleW-Logo.png. Dem Museum für Völkerkunde in Hamburg stiftete er mehrere Exponate, die er auf seinen Reisen in Ostasien gesammelt hatte. Zudem besaß Lorenz-Meyer eine Sammlung ostasiatischer Waffen.

Als Künstler zeichnete Lorenz-Meyer, und von ihm stammen eine Reihe von Aquarellen. In der Kunsthalle Hamburg bestand von 1955 bis 1986 ein „Lorenz-Meyer-Zimmer“, das diese Werke präsentierte.

Familienwappen

Blasonierung:
„In Silber ein entwurzelter grünbelaubter Lindenbaum mit rotem Stamm und Wurzeln. Auf dem Helm mit rot-grünen Decken ein wachsender rotgekleideter Mann mit schwarzem Hut, über der rechten Schulter eine stahlfarbige Sense mit goldenem Stiel tragend.“[1]

Heraldisches Wirken

Lorenz-Meyer war neben Otto Hupp und Gustav Adolf Closs einer der renommiertesten Heraldiker und Wappenkünstler seiner Zeit, der über seine Lebensgrenzen hinaus eine weitreichende Reputation erwarb.

„1882 erhielt er den 1. Preis der heraldischen Ausstellung in Berlin (..) Lorenz-Meyer ist der bedeutendste Vertreter des »Jugendstiles« in der Heraldik. Einzelne seine Familienwappen-Entwürfe wurden auch in der DWR registriert (..)“

Biographisches Lexikon der Heraldiker (1992)[1]

Von 1882 bis 1925 war er Mitglied im Herold und seit 1926 Ehrenmitglied im Kleeblatt.

Werke (Auswahl)

  • Wappenbuch der hamburgischen Deputationen. 1860–1896 (Digitalisat)
  • Hamburgische Wappen und Genealogien. Selbstverl., Hamburg 1890 (Digitalisat)
  • Hamburgische Wappenrolle. 1912

Literatur

  • Johannes Gerhardt: Eduard Lorenz Lorenz-Meyer, ein Hamburger Kaufmann und Künstler. Mäzene für Wissenschaft. Hamburg Univ. Press, Hamburg 2007. ISBN 3-937816-37-2. Katalog; Pdf icon.png PDF- 852 KB
  • Bruns, Günther A.: Heraldik in Hamburg. Erinnerungen an Paul Heinrich Trummer und Eduard Lorenz Lorenz-Meyer. In: Sonderdruck aus dem Jahrbuch der neuen Heraldischen Mitteilungen des Heraldischen Vereins „Zum Kleeblatt“ von 1898 zu Hannover e.V. 10/11 (1972/73), S. 87-94
  • Gossler, Claus, Art.: Lorenz-Meyer, Eduard. In: Hamburgische Biografie 4, Göttingen 2008, S. 218-220
  • Helfferich, Emil: Zur Geschichte der Firmen Behn, Meyer & Co. und Arnold Otto Meyer. Band 2, Hamburg 1967
  • Nipperdey, Thomas: Deutsche Geschichte 1866-1918. Band 2: Machtstaat vor der Demokratie, München 1992, S. 603
  • Weidler, Wilhelm: Eduard Lorenz Lorenz-Meyer. In: Zeitschrift der Zentralstelle für Niedersächsische Familiengeschichte 8 (1926), S. 89-93

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Jürgen Arndt (Bearbeiter) unter Mitwirkung von Horst Hilgenberg und Marga Wehner: Biographisches Lexikon der Heraldiker sowie der Sphragistiker, Vexillologen und Insignologen. Hrsg.: Herold, Verein für Heraldik Genealogie und verwandte Wissenschaften (= J. Siebmachers Großes Wappenbuch. H). Bauer & Raspe, Neustadt an der Aisch 1992, ISBN 3-87947-109-6, S. 328 (664 S.).
Fensterraute links oben ausgebrochen.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Eduard_Lorenz_Lorenz-Meyer“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 03. Juli 2018 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.