Albert de Badrihaye

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Albert de Badrihaye (* 12. Juni 1880 in Brügge/Belgien; † 4. Mai 1976 in Cuxhaven) war flämischer Kunstmaler/Grafiker und wirkte in Deutschland seit 1920 an der nördlichen Elbe als Wappenkünstler/-zeichner.

Leben

Albert de Badrihaye wurde im Jahre 1880 in Westflandern (Brügge) als Sohn eines Polizeibeamten geboren.[1][2] Nach seiner schulischen Ausbildung widmete er sich der Malerei. In seinem Geburtsort enstanden mehrer Werke wie das Aquarell Het Paardebrugske.[3] Er war Hochschullehrer an der Sorbonne in Paris und mit Auguste Richter (1894-1969) verheiratet.[1]

Autobiografie - Pietje Bok: Wunderbare Hochzeitsreise

Im ersten Weltkrieg leistete er „Dienste im deutschen Heer und wurde in Belgien zum Tode verurteilt; 1918 kam er als politischer Flüchtling nach Deutschland. De Badrihaye war dann freischaffender Künstler (..)“[1][4][5] Unter dem Pseudonym Pietje Bok verfasste eine Autobiografie, in der er die Flucht aus Belgien und eine daran anschließende Hausbootsfahrt mit seiner Frau als „Wunderbare Hochzeitsreise“ beschrieb.[6][7] 1920 ging er im Norden Deutschlands mit seinem Hausboot vor Anker und widmete sich erstmals der Wappenmalerei. Zuerst wirkte er in Sankt MargarethenW-Logo.png in der Wilstermarsch[8]. Im Auftrag der Ortsbewohner gestaltete er unter anderem auf Dielenwänden Bauernwappen. In einem kolorierten Sammelband trug er die sogenannten „Wilster Bauernwappen“ zusammen. Das Werk enthält 43 heraldisch korrekt gezeichnete Wappen[9]

Fünfzehn Jahre später siedelte er mit seiner Frau auf die andere Seite der Elbe über und ging in OtterndorfW-Logo.png an der Medem vor Anker. Dort entwarf er mehr als 70 Gemeindewappen und über 400 Familienwappen.[2] Als das Hausboot auseinanderzubrechen drohte, bezog de Badrihaye erst eine Notbehausung, die nicht mehr als ein Schuppen war;[7] anschließend wohnte er mit seiner Frau bei einer Familie im benachbarten Neuenkirchen, wo das Werk Hof bei Neuenkirchen entstand[10] Auch im Landkreis WesermündeW-Logo.png trug er mit seiner Frau Wappen von Friedhöfen, Kirchen und Archiven zusammen und veröffentliche sie in einem entsprechenden Wappenwerk (abgebildet sind Gemeindewappen, die Badrihaye nach der vom Landkreis vorgegebenen Beschreibung und Begründung, des zu entwerfenden Wappens anfertigte).[2] In dieser Zeit erzählte das Paar in öffentlichen Vorlesungen aus ihrem abenteuerlichen Leben.[11][12] Nach dem Ableben wurde das kinderlose Paar in Neuenkirchen bestattet; der Nachlaß ging testamentarisch vermacht an Gabriel Mordhorst, Neuenkirchen, Dorfstraße 46[13][1]

Wappen de Badrihaye

„In Blau (2,1) beschnallte silberne Leibriemen unter einem roten Schildhaupt mit drei goldenen Sternen. Auf dem rot-golden bewulsten Helm mit rot-goldenen Decken die drei Sterne (2,1).“

Biographisches Lexikon der Heraldiker (1992)[1]

Werke

Bilder

Zum Œuvre des Künstlers gehören beispielsweise die Bilder Het Paardebrugske[3], Väderkvarn[14], Berghof in den Alpen[5], Blumenstillleben[14] und Hof bei Neuenkirchen[10].

Heraldisches Schaffen

In der Wilstermarsch entworfene Familienwappen

Beimgraben, Boll, Bols, Dibbern, Dohrn, Dunker, Eckhoff, Egge, Frese, Haack, Hojer/Hoyer, Höger, Hölk, Ibs, Jakobs, Junge, Kloppenburg, Krey, Kühl, Köster, von Loh, Lammers, Mehlert, Mohr, Nagel, von Osten, Piening, Reimers, Schade, Schmidt, Schütt, Schwarck, Siemen, Sievers, Stark, Sühl, Tecklenburg, Thode, Trede, Wiebensohn, Witte/Witt, Wiggers, Wilde

Im Landkreis Cuxhaven entworfene Familienwappen

Eibsen, Steinmetz,[15] und viele mehr.

Entworfene Gemeindewappen (Auswahl)

Weblinks

 Commons: Wappen von Albert de Badrihaye – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Albert de Badrihaye – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Pietje Bok: ‘‘Wunderbare Hochzeitsreise,‘‘ vom: Hans Köhler Verlag, Hamburg 1935
  • Max u. Walter Kahlke: Die Wappen der alten Bauernfamilien in den holsteinischen Elbmarschen, von: Riegel & Jensen, Hamburg 1920
  • Landkreis Wesermünde: Wappen des Landkreises Wesermünde, vom: Grassé Offset, Bremerhaven 1973, ISBN 3-980031-80-2

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Arndt, Jürgen (Bearb.): Biographisches Lexikon der Heraldiker sowie der Sphragistiker, Vexillologen und Insignologen. J. Siebmachers Großes Wappenbuch Band H. Umfang: 664 Seiten. Neustadt an der Aisch: Bauer & Raspe 1992. ISBN 3-87947-109-6. S. 18
  2. 2,0 2,1 2,2 Albert de Badrihaye 90 Jahre. In: Niederdeutsches Heimatblatt, Nr. 247 vom Juli 1970, Seite 4, abgerufen am 9. März 2017
  3. 3,0 3,1 Het Paardebrugske. Vom: Auktionshaus kunstveiling.nl, verkauft am 03. Januar 2015, abgerufen am 9. März 2017
  4. "Bijlagen" - Strafenaufstellung. Strafenliste vom Reichsarchiv Belgien 1919-1927, PDF-Datei, abgerufen am 9. März 2017
  5. 5,0 5,1 Berghof in den Alpen. Auf: Auktionshalle-Cuxhaven.de, abgerufen am 9. März 2017
  6. Pietje Bok: Wunderbare Hochzeitsreise. Auf: Amazon.de, abgerufen am 9. März 2017
  7. 7,0 7,1 Archiv des Landkreises Cuxhaven/Otterndorf. Angaben von: Archivar Hr. Rennebeck, übermittelt am 3. März 2017.
  8. Wappenbuch gegen Kirchturmspende/ Albert de Badrihaye. In: Wilstersche-ZeitungW-Logo.png, vom 7. März 2012, abgerufen am 9. März 2017
  9. 1920 - Die Wappen der alten Bauernfamilien in den holsteinischen Elbmarschen. Auf: Mein-Wilster.de, abgerufen am 9. März 2017
  10. 10,0 10,1 Hof bei Neuenkirchen. Vom: Auktionshaus Lot-tissimo.com, abgerufen am 9. März 2017
  11. Professor A. de Badrihaye - Todeskundgabe. In: Niederdeutsches Heimatblatt, Nr. 317 vom Mai 1976, Seite 4, abgerufen am 9. März 2017
  12. Ralf Drossner: 50 Jahre Lions Club Land Hadeln – Chronik von 1964 bis 2014. Auf: Amazon.de, Eintrag über Badrihaye vom 17. März 1972, abgerufen am 9. März 2017
  13. Verstorbenen- und Grabsteinarchiv. Von: Männer vom MorgensternW-Logo.png, Grabnr. Nkn F 240, übermittelt am 4. März 2017.
  14. 14,0 14,1 Bilder "Väderkvarn" und "Blumenstillleben". Auf: Findartinfo.com, abgerufen am 9. März 2017
  15. Steinmetz-Wappen. Auf: Steinmetz-Cuxhaven.de, abgerufen am 9. März 2017


Fensterraute links oben ausgebrochen.png Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Albert_de_Badrihaye“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 11. März 2017 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.