Friedrich Wilhelm Schumacher (Heraldiker)

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Leseprobe

Friedrich Wilhelm Schumacher (auch Schuhmacher geschrieben) war Magister der Philosophie und nach Seyler und Gert Oswald der Verfasser der ersten akademischen Lehrschrift in deutscher Sprache über Heraldik.[1][2]

Heraldisches Wirken

Über Schumachers Leben und Wirken ist wenig bekannt. Er hielt nach Seyler 1694 in Jena Vorlesungen über die Heraldik und veröffentlichte im gleichen Jahr das Lehrbuch Kurtzgefaßete Teutsche Wapen-Kunst:

„(..) Er ließ eine Kupferplatte mit den wichtigsten heraldischen Formen auf seine Kosten stechen, „in der Meinung, dieselbe zum Grundwerke zu erklären und und nachgehends des Herrn Bussings Werck zu gebrauchen. Allein weil die Erklärung jeder Zeit abzuschreiben denen Herren Zuhörern beschwerlich fiele, und einige vornehme Gönner stets verlangten, dieselbe in Druck zu sehen, weil selbige teils wohlfeiler, teils bequemer zum Gebrauche schiene, so habe mich auch dazu resolviret.“ Seine kurzgefasste Wapen-Kunst ist somit die erste akademische Lehrschrift der Heraldik.“

Gustav Adelbert Seyler (1885-1890)[1]

„Schumacher (Fr. Wilhelm) hat sich durch eine Schrift bekannt gemacht, welcher unter folgender Aufschrift herausgekommen: Kurtzgefaßte deutsche Wappenkunst in 8. Jena 1694, 9 Bogen, 1 Kupf.“

Grosses vollständiges Universal Lexicon aller Wissenschaften und Künste (1743)[3]

Schuhmacher gilt als einer der Nachfolger von Philipp Jacob Spener. Seine heraldischen Verdienste werden in Lexika des 19. Jahrhundert als eher gering eingeschätzt:

„(Speners) Nachfolger, Schuhmacher 1694 (..) brachten die Wissenschaft wenig weiter (..)“

Staats- und Gesellschafts-Lexikon (1862)[4]

„(Speners) Werke sind Quellen für zahlreiche Nachbeter und Auszügler geworden, unter denen Friedrich Wilhelm Schuhmacher (1694 ..) genannt werden (muss).“

Neues Konversations-Lexikon (1864)[5]

Werk

  • Kurtzgefaßete Teutsche Wapen-Kunst : darinnen Die rechten Regeln und Grundlehren/ sowohl zum teutschen auffreißen als visiren und erklären derer Wapen und Schilden/ nebenst verschiedenen curieusen Sachen von Chur- und Fürsten-Hüten auch Wachs zum Siegeln ; kürtzlich und deutlich zu sonderbaren Nutzen vor Comites Palatii auch Müntz-Räthen/ und vornehmlich Mahlern und Müntz-Pregel oder Formenschneidern entworffen / von F. W. Schumacher Phil. Mag. und J. Cult. Jena, Oehrling. 1694

Digitalisate

Inhalt

Cap. I. Vom Ursprung und Nahmen der Wappenkunst, Herolden, Persevanten Schilden, Siegeln und Merckzeichen
Cap. II. Von Beschreibung des Wapens und der Wapen-Kunst
Cap. III. Von der Eintheilung der Wapen, deren Stücken und Arten
Cap. IV. Vom Schilde, dessen Farben und Abtheilungen
Cap. V. Von Bekanten Wapen Bildern und Figuren
Cap. VI. Von denen irregularen Figuren und Ordnung vieler Bilder
Cap. VII. Von der Wapen-Bilder Stellung oder Positur und Kenzeichen
Cap. VIII. Von denen Kleinodien, Feldzeichen und Ober-Wapen
Cap. IX. Von Helmen, Zierrathen und Helmdecken
Cap. X. Von Schildhaltern und Nebenzeichen
Cap. XI. Von der Ordnung im Visiren eines gantzen Wapens
Cap. XII. Von denen Wapen gewisser Gesellschaften, die nicht adelich
Cap. XIII. Von dem Wachs, dessen Farben und Capsulen
Cap. XIV. Von der Art und Weise das Auffreisen und Visiren der Wapen zu lernen
Cap XV. Von Bedeutung der Farben und Bilder
Cap. XVI. Erklärung der Teutschen Redens-Arten im visiren, zu Latein und Französisch
Illustrationen
Cap. XVII. Visirung derer Figuren des Kupffers
Cap. XVIII. Von denen Autoribus die von Wapensachen geschrieben
Verzeichnis der Capiteln des gantzen Wercks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Seyler, Gustav Adelbert: Geschichte der Heraldik. Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft. In: J. Siebmachers großes Wappenbuch. Band A. Repgrografischer Nachdruck der Ausgabe Nürnberg 1885-1889 (1890). Neustadt an der Aisch. 1970. S. 663
  2. Gert Oswald: Lexikon der Heraldik. Bibliographisches Institut, Mannheim, Wien, Zürich 1984, ISBN 3-411-02149-7, S. 16.
  3. Johann Heinrich Zedler und Carl Günther Ludovici (Mitwirkende): Grosses vollständiges Universal Lexicon aller Wissenschaften und Künste, welche bisshero durch menschlichen Verstand und Witz erfunden und verbessert worden. Band 35. Schle-Schwa. Leipzig und Halle, bei Zedler. 1743. Spalte 1649
  4. Friedrich Wilhelm Hermann Wagener: Staats- und Gesellschafts-Lexikon: neues Conversations-Lexikon : in Verbindung mit deutschen Gelehrten und Staatsmännern. Band 9. Heinicke. 1862. S. 300
  5. Neues Konversations-Lexikon. Ein Wörterbuch des allgemeinen Wissens. Unter der Redaktion von H. Krause herausgegeben von Hermann J. Meyer. Zweite, gänzlich umgearbeitete Auflage (..) Band 8: Graubünden-Holar. Hildburghausen, Bibliographisches Institut. 1864. S. 843