Seepferd (Wappentier)

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Heraldische Seepferd (Hippokamp)
Geflügeltes Seepferd im Oberwappen derer von Anckersheim
Anglo-amerikanische Variante eines Seepferdes nach James Fairbairn

Das Seepferdchen und das Seepferd (Hippokamp) sind zwei selten vorkommende Wappentiere in der Heraldik, die im Wappen unterschiedlich dargestellt und in der Wappenbeschreibung zu differenzieren sind. Insgesamt ist der Blason (also die Beschreibung des Wappens) ausschlaggebend, nicht die konkrete Darstellung.

Seepferd

Nicht zu verwechseln ist das „Seepferdchen“ mit dem „Seepferd“. Letzteres ist ein Wappentier, das im Wappen oder Oberwappen mit einem Pferdevorderteil und mit einem Fischschwanz dargestellt wird. Man nennt es auch Hippokamp. Diese Figur ist, wie viele Wappentiere dieser Art, ein fiktives Tier (Fabeltier). In der Heraldik kann es bekrönt und auch halsbekrönt sein. Halsbekrönt bedeutet, eine Krone ist über den Hals des Tieres gezogen. Es wird auch geflügelt dargestellt, was zu Verwechslungen mit dem heraldischen Flügelpferd führen kann. Das Fabeltier Seepferd ist auf einem gefundenem Mosaik in Bath und an anderen Orten nachweisbar. Im Römischen Reich verschönte man die Hygieneräume mit dem Seepferdmosaik.

In der modernen anglo-amerikanischen Heraldik und der dortigen Studentenheraldik wird das Seepferd (englisch Seahorse) häufig als Schildhalter dargestellt. Es besitzt in der Wappenkunst dieser Länder oft keine Pferdebeine und keine Hufe, sondern Vogelschenkel, Vogelfüße und Vogelkrallen mit breiten Schwimmhäuten, die wie eine Mischung aus Adlerkrallen und Schwanenfüßen anmuten. Ein Beispiel für diese Darstellung, die in deutschen Heraldik unüblich ist, findet sich in Fairbairn’s Book of Crests, Plate 46 (Figure 2).

Siebmacher

Seepferd: (Tafel XXVI. Fig. 13.) d. h. ein Pferd mit Schwimmflossen statt der Hufen und emporringelnden Fischschweif ist selten.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Seepferdchen

Das Seepferdchen ist in der Heraldik eine gemeine Figur, die dem zu den Seenadeln gehörenden natürlichem Seepferdchen (Hippocampus) nachempfunden ist. Die Figur wird vergleichsweise wenig heraldisch stilisiert. Ihre Darstellung orientiert sich an der Grundform und der Körperhaltung des natürlichen Vorbildes. Der Schwanz ist leicht geringelt. Die Rückenflosse erscheint übertrieben groß (im Vergleich zum Rest der Wappenfigur). In Wappenbilderordnungen folgt die Figur nicht der biologischen Taxonomie, sondern wird der Gruppe der Fische zugeordnet. Das Motiv ist in den Wappen von Küstenstädten zu finden.

Wappenbilderordnung

Symbolik

Als Symbol für eine erreichte Schwimmstufe wird das Seepferdchen dem erfolgreichen Schwimmer überreicht.

Paraheraldik

Das „Seepferdchen“ wird auch in der Paraheraldik als Motiv verwendet.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Heraldisches Seepferd – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Seepferdchen in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Seepferdchen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary Wiktionary: Seepferd – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.


Fensterraute links oben ausgebrochen.png Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Seepferd_(Wappentier)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 14. Juli 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.