Schwert (Heraldik)

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Schwert (Begriffsklärung) zu finden.
Schwert im Wappen der Kreß von Kressenstein (ca. 1533)
Schwert im Wappen von Jeanne d'ArcW-Logo.png
1450-1480: Zwei pfahlweise gestellte silberne Schwerter nebeneinander
(Wappen von Zipplingen nach Scheiblerschem Wappenbuch)

Das Schwert (frz.: glaive; engl.: sword) ist in der Heraldik eine gebräuchliche gemeine Figur.

Darstellung

Viele Formen und Darstellungen des Schwertmotivs sind im Wappen möglich und müssen durch die Beschreibung präzisiert werden. Häufig werden ein oder zwei Schwerter dargestellt. Bei der Blasonierung sollten die Ausführung der Parierstange, des Griffes und die Form des Knopfes der Parierstange, einschließlich heraldischer Farbe gemeldet werden (zum Beispiel „rund“, „kleeblattförmig“, „zweizinkig“). Bei Unterlassung einer Farbangabe wird die Farbe Gold vorausgesetzt.

Schwerter (Tafel XXVI. Figur 80. 81.): in Wappen außerordentlich häufig. Welches die zumeist vorkommende Form des Griffs, des Knopfes und der Parirstange ist, läßt sich schwer entscheiden. Will man genau sein, so wird man bei einer Beschreibung sich zu äußern haben, ob der Knopf und die Enden der Parirstange rund oder kleeblattartig oder die letzeren wie auf der Abbildung zweizinkig sind. Wenn nicht anders gemeldet, ist Knopf, Griff und Parirstange stets golden.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Bei zwei oder mehr Waffen werden diese oft als Schragen oder als christliches Kreuz oder anders miteinander kombiniert im Wappen abgebildet.

Schwertscheide

Sword parts-de.svg

Auch eine Schwertscheide, die als solche zu melden ist, kann mit oder ohne Schwert in einem Wappen erscheinen.

„Auch Scheiden von Schwertern kommen in Wappen vor, zum Beispiel in dem der Scheidlin. Der obere Metallbeschlag der Schwertscheide, das sogenannte Ortband erscheint auch einmal im Wappen (siehe Tafel XXVI. Figur 79).“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Flammendes Schwert

Greif mit flammenden Schwert

Ein Flammendes Schwert ist in der Heraldik eine gemeine Figur, die in zwei Ausprägungen erscheint:

  • Flammenschwert oder St. Michaelsschwert (Variante A): In diesem Fall wird die Schneide/Klinge des Schwertes gewellt dargestellt.
  • Brennendes Schwert (Variante B): In diesem Fall wird das Schwert dargestellt, als ob „richtige“ Flammen aus seiner Schneide/Klinge hervorbrochen.

Es empfiehlt sich, in der Wappenbeschreibung gegebenenfalls die Ausprägung des flammenden Schwertes zu erläutern.

Schwert als Nebenfigur

Panzerarm mit Schwert

Gelegentlich wird das Schwert als Nebenfigur von einem Wappentier oder einer anderen Wappenfigur gehalten. Die Klinge ist in diesen Fällen vorwiegend Silber, zu mindestens vom anderen Teil der Waffe farblich abgesetzt.

Schwert als Heiligenattribut (Richtschwert)

Das Schwert ist auch ein AttributW-Logo.png von Heiligen und Märtyrern, wie zum Beispiel BarbaraW-Logo.png, FabianusW-Logo.png, Paulus von TarsusW-Logo.png, Petrus von VeronaW-Logo.png und StanislausW-Logo.png (vgl. zum Beispiel: → Katharinenrad und Richtschwert). Gewöhnlich verweist diese Ikonografie auf ein ein zweihändig geführtes sogenanntes „Richtschwert“W-Logo.png, das im Mittelalter und bis in die Neuzeit zur Enthauptung von Verurteilten verwendet wurde und vorgeblich bei den entsprechenden Heiligen angewendet worden sein soll. In der heraldischen Stilisierung unterscheidet sich das Motiv „Richtschwert“ nicht von der Figur Schwert.

Degen und Säbel

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Säbel (Heraldik)

Für die gemeinen Figuren Säbel und Degen triffen die oben genannten Empfehlungen ebenfalls zu. Der Degen ist besonders in der neueren Heraldik bevorzugt. Heraldiker unterscheiden durch die ovale Parierstange den Degen vom Stoßdegen mit runder Ausführung. Die besonderen Formen der realen Waffen finden sich auch vermehrt in den Wappen der Region, also türkischer Säbel in den türkischen Wappen, oder in ungarischen und moldauischen Wappen den Tatarensäbel.

Armatur

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Armatur (Heraldik)

Bei einigen Wappen werden Hieb- und Stichwaffe hinter dem Schild gestellt. Dann wird die Wappenfigur zur Armatur.

Schwertseite

Der Begriff „Schwertseite“ bestimmt die linke Seite des Wappens auf Grabmälern, welche mit dem Wappen des Vaters oder mit dem der Großmutter väterlicherseits, belegt ist.

Wappenbilderordnung

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Schwert (allgemein) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Flammende Schwerter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Gekreuzte Schwerter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Schwert und Schlüssel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Arme mit Schwertern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Löwe mit Schwertern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Waagen mit Schwertern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.


Fensterraute links oben ausgebrochen.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Schwert_(Heraldik)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 11. Juni 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.