Rangkrone

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Rangkrone
Wappen
Wappenelemente

Die Helmkrone als Helmzier bei Adelswappen (franz. couronne de noblesse, eng. crown, coronet) symbolisiert seit den Wappen des 15. Jahrhunderts den Rang von Adels- und Patrizierfamilien.

Im 13. Jahrhundert waren Helmwulst und Laubkrone üblich. Erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhundert bildete sich die Verleihung von Perlenkronen bei Adelsdiplomen als Vorrecht des Adels aus, früher kamen gekrönte Helme nur fürstlichen Personen zu.

Adlige Rangkronen

„Als Rangkronen des Adels hat die neuere Heraldik die mit verschiedenen, zahlreichen perlengeschmückten Zacken versehenen Kronenreife eingeführt. Diese werden niemals auf die Helme, sondern auf den obernen Schildrand gesetzt. Die zum Wappen gehörenden Helme schweben dabei meist unschön über diesen Rangkronen. Die Grafen haben "neun", die Freiherren "sieben", und die Adeligen "fünf" solcher sichtbaren Perlenzacken an ihren Rangkronen zu führen. Für die letztere Krone wird indes meist die gewöhnliche Blätterhelmkrone gebraucht. Kommunalwappen pflegen nur allein den Schild zu führen. Doch kommt für diese auch die sog. "Mauerkrone" auf dem oberen Schildrand vor.“

Erich Gritzner: Grundriß der Geschichtswissenschaften. 1926.[1]

Die Rangkronen im deutschen Sprachraum

Heiliges Römisches Reich

Ströhl-Regentenkronen-Fig. 16.png Kaiserkrone Bei der Kaiserkrone handelt es sich oft um eine Mitrenkrone, bei der sich unter dem aus dem Kronreife hocherhebenden Bügel eine um neunzig grad gedrehte Mitra erscheint. Spätere Ausführungen deuten diese Mitrenform durch Metallplatten, die eine Samtmütze umgeben, nur noch an.
Ströhl-Regentenkronen-Fig. 06.png Königskrone (Böhmen) Die Wenzelskrone tritt mitunter als eine Schildkrone in den kaiserlichen Wappen Joseph II. auf.
Ströhl-Rangkronen-Fig. 42.png Neuer Kurhut/Herzogshut Der Kurhut hat fünf sichtbare Bügel mit Reichsapfel an der Spitze und einen fünf-latzigen Hermelinstulp und wird zuweilen auch als Herzogshut verwendet. Zwischen den Bügeln ist volles purpurnes Futter sichtbar.
Rangkronen-Fig. 43.png Älterer Kurhut Eine frühere Form des Kurhutes zeigt nur einen Bügel und Reichsapfel.
Rangkronen-Fig. 44.png Altester Kurhut Der älteste Kurhut hat keine Bügel und statt dem Reichsapfel ein Hermelinschwänzchen.
Ströhl-Regentenkronen-Fig. 13.png Erzherzogshut
Regentenkronen-Fig. 17.png Herzogshut Der Herzogshut der Steiermark geht auf ältere Typen von Herzogshüten/-kronen zurück und wird noch heute im Wappen der Steiermark verwendet.
Ströhl-Rangkronen-Fig. 03.png Herzogskrone Die Herzogskrone gleicht dem Herzogshut, weist anstelle des Hermelinstulps jedoch einen edelsteinbesetzten Stirnreif mit Blattzinken auf.
Crown of prince of the Holy Roman Empire.svg Fürstenhut Der Fürstenhut hat drei sichtbare Bügel mit Reichsapfel an der Spitze und einen fünf-latzigen Hermelinstulp. Zwischen den Bügeln ist volles purpurnes Futter sichtbar.
Ströhl-Rangkronen-Fig. 11.png Fürstenkrone Die Fürstenkrone ist ein goldener, mit Steinen besetzter Reifen mit fünf Blattzinken und einer von drei sichtbaren Bügeln umschlossenen purpurnen Mütze mit dem Reichsapfel als oberem Abschluss. Der Fürstenhut dagegen zeigt anstelle des Reifs einen dreilatzigen Hermelinstulp.
Ströhl-Rangkronen-Fig. 07.png Moderne Landgrafenkrone
Rangkronen-Fig. 15.png Alte Grafenkrone Der Stirnreif der alten Grafenkrone trägt fünf Blattzinken.
Rangkronen-Fig. 18.png Moderne Grafenkrone Bei der Grafenkrone sind neun mit Perlen besetzte Zacken sichtbar. Einige ältere reichsständische Grafenhäuser verwendeten Kronen, die auf den Zinken abwechselnd fünf Blätter und vier Perlen zeigen.
Rangkronen-Fig. 50.png Alte Freiherrnkrone Bis Ende des 18. Jahrhunderts wurde die alte Form der Freiherrnkrone mit fünf „aufsitzenden“ Perlen und Perlenschnur verwendet.
Rangkronen-Fig. 27.png Moderne Freiherrnkrone Bei der „neueren“ Form der Freiherrnkrone sind sieben mit Perlen besetzte Zacken sichtbar.
Rangkronen-Fig. 38.png Adels- und Helmkrone Die alte Adelskrone des untitulierten Niederadels ist identisch mit der Helmkrone und ist ein goldener, mit Perlen und Steinen besetzter Reif, der oben mit acht Zinken versehen ist, von denen fünf sichtbar sind. Davon sind die mittleren und die äußeren blätterartig gebildet, während die anderen Perlen tragen.
Rangkronen-Fig. 37.png Moderne Adelskrone Die neuere Adelskrone, besonders in Württemberg und Bayern geführt, trägt statt der Blattzinken insgesamt fünf Perlen.

Vor allem seit 1803/1806 gebräuchliche Kronen

Wappen Kaiser Franz II. 1804.svg Kaiserkrone (HRR 1804-1806) Nach Schaffung der Erbkaiserwürde für Österreich, wird im kaiserlichen Wappen erstmals die Reichskrone als heraldische Krone verwandt, die hier den Adler krönt.
Ströhl-Regentenkronen-Fig. 01.png Kaiserkrone (Österreich seit 1804) Das Kaisertum Österreich übernimmt die Hauskrone Rudolfs II. als Kaiserkrone und als heraldische Krone.
Ströhl-Rangkronen-Fig. 01.png Moderne Königskrone Die (moderne) Königskrone, welche Württemberg und Sachsen einführen, zeigt einen goldenen edelsteinbesetzten Stirnreif mit fünf sichtbaren in der Bügelmitte mit Edelsteinen und am Bügelrand mit Perlen besetzten Bügeln. Der Raum unterhalb der Bügel ist leer.
Ströhl-Rangkronen-Fig. 02.png Moderne Großherzogskrone Die Großherzogskrone besteht aus einem edelsteinbesetzten goldenen Stirnreif mit fünf sichtbaren perlenbesetzten Bügeln und vier Blattzinken, unterbrochen von kleineren Perlenzinken. Unter den Bügeln zur Hälfte ausgefüllt mit einer purpurnen Mütze. Allerdings wird diese Krone mitunter auch als Königskrone verwendet und anerkannt.
Ströhl-Rangkronen-Fig. 17.png Erlauchtkrone Einige mediatisierte Grafen- und kleinere Fürstenhäuser, die das Anrecht auf die Anrede Erlaucht hatten, führten eine Krone, aus der sich eine purpurne Mütze ohne Bügel erhob, die bei dem Familienoberhaupt oben mit einem Reichsapfel, bei den Nachgeborenen mit einem Hermelinschwänzchen besetzt war.

Deutsches Kaiserreich

Für das Deutsche Kaiserreich wurden mit Regelung des Wappens auch neue heraldische Kronen für Kaiser, Kaiserin und Kronprinz geschaffen. Das exakte Design der Kronen unterlag ab Wilhelm II. leichten Veränderungen, die bspw. im veränderten Reichswappen ebenfalls ersichtlich sind. Die heraldische Kaiserkrone ist von der römisch-deutschen Reichskrone abgeleitet und nach dem damaligen Stilempfinden gestaltet worden. Alle drei heraldischen Kronen existieren nur als ebensolche, zu einer Realisierung der Entwürfe als echte Kronen kam es nicht. Die Königreiche Bayern und Preußen übernahmen bei ihrem Entstehen für die heraldischen Kronen ihrer Wappen das Aussehen der tatsächlichen Königskronen. Die übrigen Staaten verwendeten in der Regel die bereits zu Zeiten des Heiligen Römischen Reiches üblichen heraldischen Kronen.

80px Wilhelminische Kaiserkrone Die Krone zeigt vier größere und vier kleinere, in einem Achteck nebeneinandergestellte, oben abgerundete und mit Brillanten eingefasste Goldplatten. Die größeren Platten zeigen je ein großes Kreuz, das unten von zwei kleineren Kreuzen bewinkelt wird; die kleinen Platten erhalten je einen Adler, mit über seinem Kopfe schwebendem, achtstrahligem Stern. Auf den größeren Platten ruhen goldene, reichverzierte Bügel, die im Scheitelpunkte der Krone in ein Blattornament auslaufen, das einen mit Steinen gezierten, blauen Reichsapfel trägt. Die Krone ist golden gefüttert und umschließt eine niedere Mütze aus Goldbrokat, der mit Reichsadlern und Reichskronen gemustert ist.
Ströhl-Regentenkronen-Fig. 02.png Wilhelminische Kaiserkrone (schwebend) Wird die Kaiserkrone schwebend dargestellt, so treten noch goldene mit Blattwerk verzierte Kronenbänder hinzu.
Ströhl-Regentenkronen-Fig. 05.png Kaiserin Die Krone weist vier Bügel auf, die eine Mütze aus Goldbrokat umschließen. Der Stirnreif ist mit vielen Rubinen und Brillanten geschmückt und mit Goldstoff gefüttert.
Ströhl-Regentenkronen-Fig. 08.png Kaiserlicher Kronprinz Die Krone des preußisch-deutschen Kronprinzen besteht aus einem edelsteinbesetzten Stirnreif, der oben abwechselnd von vier Kreuzen und vier aus Brillanten gebildeten Adlern geziert ist. Vier goldene, perlenbesetzte und reichverzierte Bügel laufen im Scheitelpunkt der Krone in ein Blattornament aus, das einen mit Steinen gezierten, blauen Reichsapfel trägt. Umfasst von den Bügeln erscheint eine niedere rotsamtene Mütze mit ebenso gefärbtem Futter. Die Gestalt der Kreuze hat sich im Laufe der Zeit von eher dem eisernen Kreuz nachempfundenen zu schmuckvolleren Formen verändert.
Ströhl-Regentenkronen-Fig. 07.png Preußische Königskrone Die Krone Wilhelms II., oder auch Hohenzollernkrone wurde 1888 für die (nie erfolgte) Krönung Wilhelms zum König von Preußen angefertigt. Sie ist der ursprünglich angerfertigen Krone des Königreichs Preußen recht ähnlich. Sie besitzt einen goldenen Stirnreif, der mit Diamanten geschmückt ist. Die Ansätze der je mit 10 Brillanten geschmückten acht Kronenbügel sind durch Fleurons aus je vier Brillanten gedeckt, zwischen denen sich Perlzinken erheben. Als Reichsapfel erscheint ein großer Saphir.
Ströhl-Regentenkronen-Fig. 09.png Bayerische Königskrone Die Krone des Königreichs Bayern wurde nach der Erhebung Bayerns zum Königreich durch Vermittlung des Hofjuweliers Borgnis in Frankfurt a. M. in derselben Pariser Werkstätte entworfen und angefertigt, aus welcher auch die Kroninsignien Napoleons I. hervorgingen. Sie wird in der Schatzkammer der Residenz zu München aufbewahrt. Die Krone wurde auch als heraldische Krone Bayerns verwendet. Von gewöhnlichen Königskronen unterscheidet sie sich vor allem dadurch, dass die Kronbügel mit Edelsteinen besetzt sind, statt Perlen zu tragen. Die hier dargestellte Abbildung Hugo Ströhls weicht allerdings von der behördlich in den Wappen verwendeten heraldischen Krone in einigen Details ab.

Rangkronen in bestehenden Monarchien

Belgien

Wappen Belgiens mit der Königskrone

Das Königreich Belgien hat nach der Abspaltung von den Niederlanden viele Rangkronen beibehalten, allerdings gibt es auch Unterschiede, die oft auf das Erbe der spanischen Niederlande oder das Heilige Römische Reich zurückführbar sind.

Rangkronen-Fig. 02-Belgien.png Rangkronen-Fig. 10.png Crown of prince of the Holy Roman Empire.svg Rangkronen-Fig. 04.png Rangkronen-Fig. 15.png Rangkronen-Fig. 18.png
König Fürst /
Prinz
Fürst
(alt)
Herzog Marquis Graf
Rangkronen-Fig. 48.png Rangkronen-Fig. 19.png Rangkronen-Fig. 25.png Rangkronen-Fig. 27.png Rangkronen-Fig. 28.png Rangkronen-Fig. 34.png
Graf
(alt)
Graf
(alt)
Vizegraf Baron Baron
(alt)
Chevalier

Dänemark

Royal Crown of Denmark.svg Crown of the Crown Prince of Denmark.svg Crown of a Prince of Denmark.svg Rangkronen-Fig. 14.png Rangkronen-Fig. 38.png
König Kronprinz Prinz Marquis Adelskrone

Großbritannien

Im formalen englischen Sprachgebrauch wird das Wort Krone für die Krone eines Monarchen verwendet und für alle anderen Kronen wird von „Coronets“ gesprochen. In der Peerage zeigt das Design einer Krone den Rang seines Besitzers.

Eine Person mit der Bemächtigung eine Rangkrone zu tragen, stellt diese üblicherweise in ihrem Wappen über dem Schild und unter dem Helm dar.

Mitglieder des britischen Königshauses haben Rangkronen auf ihren Wappen und dürfen diese bei Krönungen tragen. Hin und wieder werden durch königliche Vollmachten abweichende Versionen für Individuen zugelassen.

Ströhl-Regentenkronen-Fig. 10.png König / Königin
St. Edwardskrone
Couronne royale.svg König / Königin
Imperial / Tudor Crown
Heraldic Royal Crown of Scotland.png König / Königin
Schottland
Regentenkronen-Fig. 31.png Thronfolger
Regentenkronen-Fig. 33.png Prince or Princess
Sohn oder Tochter des Monarchen
Regentenkronen-Fig. 33a.png Prince or Princess
Kinder des Thronfolgers
Regentenkronen-Fig. 33b.png Prince or Princess
Weitere Enkel des Monarchen
Rangkronen-Fig. 06.png Herzog Die englische Herzogskrone ist ein reich ziselierter Reif, von dem sich acht Erdbeerblätter erheben, dahinter eine purpurne Samtkappe, die mit einer goldenen Quaste nach oben und einem Hermelinreifen nach unten abschließt.
Old Duke.png Alte Form des englischen Herzogshutes
Rangkronen-Fig. 16.png Britische Marquiskrone Die Krone eines Markgrafen (Marquess) hat vier Erdbeerblätter und vier so genannte silberne Perlen. Bei der Marquiskrone sind von den acht Erdbeerblättern vier durch silberne Kugeln ersetzt.
Rangkronen-Fig. 20.png Earlskrone Die Krone eines Grafen (Earl) hat acht Erdbeerblätter und acht auf Zinken sitzenden Perlen. Sie hat acht goldene Zacken mit silbernen Kugeln, dazwischen je ein goldenes Erdbeerblatt.
Rangkronen-Fig. 26.png Britische Vizegrafenkrone Die Krone eines Vizegrafen (Viscount) hat nur zwölf silberne Kugeln und keine Erdbeerblätter.
Rangkronen-Fig. 32.png Britische Baronskrone Die Baronskrone hat nur sechs silberne Kugeln und keine Erdbeerblätter.

Niederlande

Rangkronen-Fig. 01-Niederlande.png Rangkronen-Fig. 10.png Rangkronen-Fig. 04.png Rangkronen-Fig. 15.png Rangkronen-Fig. 18.png Rangkronen-Fig. 23.png Rangkronen-Fig. 27.png Rangkronen-Fig. 34.png Rangkronen-Fig. 38.png
König Fürst /
Prinz
Herzog Marquis Graf Burggraf Baron Ritter Adelskrone

Norwegen

Das norwegische Rangkronensystem hat Gemeinsamkeiten mit dem System Dänemarks und Schwedens.

Heraldic crown of Norway.svg Rangkronen-Fig. 02-Norwegen.png Johannes flintoe crown for norwegian prince 1846.jpg Rangkronen-Fig. 15.png Rangkronen-Fig. 31.png Rangkronen-Fig. 38.png
König König (1905) Kronprinz Graf Freiherr Adelskrone

Spanien

Corona real cerrada.svg Corona de príncipe 2.svg Infantes Crown.PNG Corona Real Abierta 2.svg Corona de duque.svg Corona de marqués.svg Corona de conde 2.svg
Monarch Thronfolger Kind des
Monarchen mit dem Titel Infant
Granden Herzog Marqués Graf
Corona de vizconde.svg Corona de barón 2.svg Corona de señor.svg Ströhl-Rangkronen-Fig. 35.png Ströhl-Rangkronen-Fig. 45.png Ströhl-Rangkronen-Fig. 47.png Rangkronen-Fig. 51.png
Vizegraf Baron Señor Caballero Alte
Herzogskrone
Alte
Grafenkrone
Alte
Baronskrone

Schweden

Das schwedische Rangkronensystem gilt als besonders archaisch und konservativ.

Rangkronen-Fig. 02-Schweden.png Ströhl-Regentenkronen-Fig. 14.png Ströhl-Regentenkronen-Fig. 39.png Rangkronen-Fig. 15.png Rangkronen-Fig. 31.png Rangkronen-Fig. 38.png
König Kronprinz Herzog Graf Freiherr Adelskrone

Die Rangkronen in untergegangenen Monarchien

Frankreich

Ancien Regime

Wichtigste Figur im Rangsystem stellt die Bourbonenlilie dar, die im Kronreif statt den üblichen Blattzinken getragen wird. Sie ist allein dem König, seinen nächsten direkten Anverwandten und den Nachkommen königlicher Linien vorbehalten.

Rangkronen-Fig. 02-Frankreich.png König (Roi) Die Königskrone ist eine typische Bügelkrone, jedoch weist sie statt des üblichen Reichsapfels mit Kreuz eine Lilie (teils aus einem Globus) als Abschluss auf.
Rangkronen-Frankreich-Dauphin.png Dauphin (Kronprinz) Eine ungewöhnliche Krone ist dem Kronprinzen, dem Dauphin vorbehalten: Aus dem Kronreif mit fünf Lilienzinken ragen vier Bügel hervor, die Delphinen nachempfunden sind und an deren Scheitelpunkt eine Lilie herausragt.
Rangkronen-Frankreich-Enfant de France.png Enfant de France Die Kinder des Monarchen (Princes du Sang Royal / Enfants de France) tragen die alte offene Königskrone. (Kronreif mit fünf Lilienzinken)
Rangkronen-Frankreich-Prince du Sang.png Prince du Sang Die Nachkommen königlicher Blutslinien (Princes du Sang) tragen ebenfalls einen Kronreif jedoch mit nur drei Lilienzinken, zwischen denen jeweils ein Blattzinken eingeschoben ist.
Rangkronen-Fig. 05-Pair.png Duc et Pair de France Die Pairs de France, Titelträger die dem König gleichgestellt sind, haben eine in ihrer Rangkrone eingestülpte Samtmütze mit einer Quaste an der Spitze.
Rangkronen-Fig. 05.png Duc (Herzog) Der französische Herzog trägt einen offenen Kronreif mit fünf Blattzinken.
Rangkronen-Fig. 14-Pair.png Marquis et Pair de France Die Pairs de France, Titelträger die dem König gleichgestellt sind, haben eine in ihrer Rangkrone eingestülpte Samtmütze mit einer Quaste an der Spitze.
Rangkronen-Fig. 14.png Marquis (Markgraf) Der Marquis trägt einen offenen Kronreif mit drei Blattzinken und dazwischen zwei Perlzinken, auf denen jeweils drei Perlen befestigt sind. Die alte Form der Marquiskrone sieht drei Zinken mit jeweils einer Perle zwischen den Blattzinken vor.
Rangkronen-Fig. 18-Pair.png Comte et Pair de France Die Pairs de France, Titelträger die dem König gleichgestellt sind, haben eine in ihrer Rangkrone eingestülpte Samtmütze mit einer Quaste an der Spitze.
Rangkronen-Fig. 18.png Comte (Graf) Der Graf trägt einen Kronreif mit neun Perlzinken.
Rangkronen-Fig. 48.png Graf (Alt) Die alte Form der Grafenkrone sah jeweils links und rechts außen sowie am mittleren Zinken drei Perlen statt nur einer vor.
Rangkronen-Fig. 22.png Vicomte Der Vicomte trägt eine Krone mit fünf Perlzinken.
Rangkronen-Fig. 21.png Vidame Die Krone des seltenen Titels des Vidame fällt aus dem üblichen Schema, da sie drei Kreuzzinken aufweist.
Rangkronen-Fig. 30.png Baron Die Baronskrone ist ein einfacher Kronreif mit einer dreimal umgewundenen Perlenkette.
Rangkronen-Fig. 39.png Chevalier (Krone der Bannerherren) Die Chevalier-Bannerherren tragen nur einen einfachen Kronreif.
Ströhl-Rangkronen-Fig. 52.png Chevalier (Tortillon) Ein Chevalier führt nur den zweifarbigen Wulst (Tortillon).

Napoleonisches Kaiserreich

Napoléon Bonaparte schuf ein eigenes neues heraldisches System, in dem auch alle Rangkronen weitestgehend durch Mützen (Birets / Toques) ersetzt wurden. Das System verschwand mit dem Ende seiner Herrschaft wieder zugunsten des alten traditionellen Systems der Rangzeichen.

Imperial Crown of Napoleon.svg Bonnet d`honneur.png French heraldic crowns - Napoleonic Prince Souverain.png Biret prince.png Biret duc.png Biret comte.png Biret baron.png Biret Chevalier.png
Kaiser Bonnet
d`honneur
Souveräner
Fürst
Fürst /
Prinz
Herzog Graf Baron Chevalier

Italien

Königreich Italien (1861–1946)

Das italienische System weist viele Gemeinsamkeiten mit dem spanischen und französischen auf, birgt jedoch auch Unterschiede. Vor Entstehung des Königreiches gab es keine regelnde Instanz für den Gebrauch von Rangkronen für ganz Italien. Grundlage des italienischen Rangkronensystems bildete die Verordnung zu den äußeren Wappenelementen vom 4. März 1870. Nach der Errichtung der Consulta Araldica del Regno d’Italia, der dem Innenministerium unterstellten Heroldskomission, zuständig für alle heraldischen und Adelsangelegenheiten, war man bestrebt, eine normative Grundlage für das Königreich zu schaffen; so wurden am 1. Januar 1890 die Wappen und mit ihnen die Rangkronen des königlichen Hauses reguliert. Gleichzeitig war man bereit, auf die bisherigen Vielfalten Rücksicht zu nehmen, was in der Folgeverordnung vom 13. April 1905 (erweitert am 7. Juni 1943) zur Unterscheidung von "normalen" Kronen und vor dem Risorgimento gebräuchlichen, sogenannten tolerierten Kronen führte.

Ströhl-Regentenkronen-Fig. 12.png König
Crown of Italian hereditary prince.svg Principe ereditario
Ströhl-Rangkronen-Fig. 09.png Principe
Rangkronen-Fig. 05.png Herzog
Rangkronen-Fig. 14.png Marquis
Rangkronen-Fig. 18a.png Graf
Rangkronen-Fig. 24.png Vizegraf
Rangkronen-Fig. 30.png Baron
Rangkronen-Fig. 36.png Edelleute
Rangkronen-Fig. 33.png Erbritter
Rangkronen-Fig. 40.png Patrizier
Italian Province (Crown).svg Provinz
Corona di città.svg Stadt
Corona di comune.svg Kommune

Italienische Einzelstaaten vor 1861

Tiara3.png Ströhl-Regentenkronen-Fig. 36.png Ströhl-Regentenkronen-Fig. 37.png Ströhl-Regentenkronen-Fig. 38.png
Tiara
(Kirchenstaat)
Krone der
Toskana
Dogenmütze
Venedig
Krone von
San Marino

Russland

Das russische System orientierte sich grob an den Rangzeichen der Nachbarstaaten.

Ströhl-Regentenkronen-Fig. 03.png Rangkronen-Fig. 12.png Rangkronen-Fig. 18b.png Rangkronen-Fig. 27.png Rangkronen-Fig. 38.png
Zar Fürst
(Erlaucht)
Graf Baron Adelskrone

Weitere Beispiele

Ströhl-Regentenkronen-Fig. 04.png Königskrone Ungarns Die heilige Stephanskrone ist die Königskrone des Königreiches Ungarn, der wichtigste und allein gültige Gegenstand der ungarischen Krönungsinsignien.
Ströhl-Regentenkronen-Fig. 15.png Königskrone Rumäniens Die Stählerne Krone des Königreichs Rumänien besteht aus Stahl und wurde aus einer Gussstahlkanone, die die rumänische Armee bei Plewen (Bulgarien) von den Osmanen im Rumänischen Unabhängigkeitskrieg (1877-1878) erbeutet hatte, angefertigt.
Ströhl-Regentenkronen-Fig. 20.png Krone des Großfürstentums Siebenbürgen
Crown of Bulgaria.png Krone des Königreichs Bulgarien
Ströhl-Regentenkronen-Fig. 41.png Krone des Vizekönigs von Ägypten
Ströhl-Regentenkronen-Fig. 42.png Krone des Schah von Persien
Ströhl-Rangkronen-Fig. 53.png Zackenkrone Die Zacken sollen der Überlieferung nach die zwölf Monate eines Jahres symbolisieren.
Ströhl-Rangkronen-Fig. 54.png Mauerkrone Die Mauerkrone versinnbildlicht das freie Bürgertum.
Mural crown of the coat of arms of the Berlin boroughs.svg Berliner Mauerkrone
Ströhl-Rangkronen-Fig. 55.png Schiffskrone Die Schiffskrone (naval crown) ist eine Besonderheit über englischen Wappen.

Literatur

  • Ottfried Neubecker: Heraldik. Wappen – Ihr Ursprung, Sinn und Wert. Frankfurt am Main 1977, S. 166–185.
  • Hugo Gerard Ströhl: Heraldischer Atlas. Stuttgart 1899.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Gritzner, Erich: Grundriß der Geschichtswissenschaften. 1926.


Fensterraute links oben ausgebrochen.png Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Rangkrone“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 17. April 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.