Sonderfarbe (Heraldik)

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Sonderfarben in der Heraldik
 
Purpur
 
Fleischfb.
 
Braun
 
Grau

Eine Sonderfarbe, auch Sondertinktur, Hilfstinktur[1], Hilfsfarbe[2], Zwischenfarbe[3], unechte Farbe, Schmuckfarbe oder ähnlich genannt, ist eine zusätzlich zu den heraldischen Grundfarben (Blau, Rot, Grün, Schwarz) und den heraldischen Metallen (Silber, Gold) in der Heraldik verwendete Farbe.

Anwendung

  • Der Begriff umfasst grundsätzlich die Farbe Purpur und Naturfarbe (auch künstliche Farbe, Leibfarbe, natürliche Farbe, Fleischfarbe und anders genannt):
  • Selten gebraucht man den Ausdruck für Farben, die in Zusammenhang mit Nebenattributen eines Wappens vorkommen (wie zum Beispiel „grau“, „stahlfarb“, „eisenfarb“, „aschgrau“ für die Farbe eines Helms im Oberwappen).

Unheraldische Farbe

Der Gebrauch einer Sonderfarbe ist nach vielen Heraldikern zu vermeiden oder nur in Ausnahmefällen oder für bestimmte Nebenmotive (Mäntel, Kronen, Hüte) zu dulden. Einige Heraldiker gehen soweit, die Sonderfarben als unheraldisch komplett abzulehnen:

Wappenbilderordnung

Hilfstinkturen wurden in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) unter der Nr. 0007 (Purpur) und der Nr. 0008 (Naturfarben - braun - fleischfarben) aufgenommen.

Einzelnachweise

  1. Wappenbilderordnung. Symbolorum armorialium ordo, hrsg. vom Herold - Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften zu Berlin. Bearb. von Jürgen Arndt und Werner Seeger, 2 Bde, 2. ergänzte u. berichtigte Aufl., Neustadt a. d. Aisch 1990-1996 (kurz: WBO). Bd. 1.: Wappenbilder; Bd. 2: General-Index.
    Editorische Notiz: Zugleich Neubearbeitung des Handbuchs der heraldischen Terminologie von Maximilian Gritzner (Einleitungsband, Abt. B des Neuen Siebmacherschen Wappenbuches, Nürnberg, 1890).
  2. Filip, Václav Vok: Einführung in Die Heraldik. Band 3 von Historische Grundwissenschaften in Einzeldarstellungen. Franz Steiner Verlag. 2000. Seite 23.
  3. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889. Seite 4.