Windrose (Heraldik)

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In der Heraldik sind Hilfsmittel oder Instrumente zur Bestimmung einer fest vorgegebenen Richtung (z. B. Himmelsrichtung, Navigations-Kurs, Peilrichtung) gemeine Figuren, die hauptsächlich in zwei Ausprägungen erscheinen:

  • Windrose
  • Kompass

Darstellung

Windrose

Windrose mit Hervorhebung der Nordwestrichtung (Nordwestuckermark)[1]

Die Windrose (auch Kompassrose, Windrichtungsscheibe, Kompassscheibe genannt; frz.: rose des vents; engl.: compass rose oder compass card) ist in der Heraldik eine seltene gemeine Figur. Sie ist der gleichnamigen Zeichnung nachempfunden, die gewöhnlich unter der Magnetnadel eines Kompasses auf einer Kreisscheibe angebracht ist und die verschiedene Himmelsrichtungen zeigt. Sie erscheint in der Heraldik oft durch übereinander gelegte, wechselnd tingierte und facettierte Sterne, die mit einem Ring umfaßt sind. Die Hervorhebung einer Himmelsrichtung durch einen Richtungszeiger kann gemeldet werden (zum Beispiel: „(..) Windrose mit grün-schwarz facettiertem 16-strahligen Stern und ins rechte Obereck zeigendem schwarzen Richtungsweiser (..)“). Es gibt keine heraldischen Vorgaben/Empfehlungen für die grundsätzlich dargestellte Himmelsrichtung des Richtungszeigers oder die Tinktur der Windrose. Die Darstellung des Richtungszeigers erfolgt gewöhnlich in Form einer halben Lilie, kann aber auch anders erscheinen (was zu melden ist) oder ganz unterbleiben.

Kompass

Kompass
(Wappen Mich. Scherringer † 1527, nach Siebmacher, 1858)

Die gemeine Figur „Kompass“ (auch Kompaß; von italienischW-Logo.png compasso „Zirkel, Magnetnadel“, abgeleitet von compassare „abschreiten“,[3] Plural: Kompasse[4]; französisch boussole englisch compass) erscheint in Wappenaufrissen gewöhnlich als heraldische stilisierte runde „Büchse“ (BussoleW-Logo.png) mit Pfeilvorrichtung als Richtungszeiger. Andere Kompassformen oder eine „Kompassfigur mit Windrose“ sollten mit ihren Eigennamen oder durch Beschreibung ihrer Besonderheiten gemeldet werden. Die Darstellung von Aufschriften oder Buchstaben bei einer Kompassfigur, die beim realen Vorbild die Richtung markieren (zum Beispiel „N“ für Norden, „S“ für Süden et cetera) sind in der deutschsprachig-geprägten Wappenkultur optional, wenn sie nicht explizit in der Wappenbeschreibung vorgegeben wurden. Sie können im Rahmen einer anzustrebenden Gesamtharmonie in einem Wappenaufriss erscheinen, können aber auch ganz weggelassen werden, sollten sich aber stets an Aufschriften/Buchstaben orientieren, wie sie in der Navigation zur Früh- und Blütezeit des Wappenwesens gebräuchlich waren.

Wappenbilderordnung

Weblinks

 Commons: Wind-/Kompassrosen in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Windrose – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Wappenbeschreibung: „Im goldenen Schild, bestreut mit schwarzen Getreidekörnern, eine grüne Windrose mit grün-schwarz facettiertem 16-strahligen Stern und ins rechte Obereck zeigendem schwarzen Richtungsweiser.“
  2. Wappenbeschreibung: „In Blau eine goldene (gelbe) Kompassrose in einem goldenem (gelbem) Ring.“
  3. Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24. Auflage, bearbeitet von Elmar Seebold. Walter de Gruyter, Berlin 2002. ISBN 3-11-017472-3. S. 515.
  4. Kompass. Abschnitt: Grammatik. In: DudenW-Logo.png. Bibliographisches InstitutW-Logo.png, abgerufen am 14. Mai 2014.