Nadel (Heraldik)

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Wappen mit Nähnadeln Familie Agocchi ou Dalle Agocchie

Die Nadel oder Nähnadel (frz.: aiguille; engl.: needle) ist in der Heraldik eine sehr seltene gemeine Figur.

Geschichte

Die ältesten Nadeln waren aus Knochen, Horn oder Elfenbein. Daher führte in der klassischen Heraldik niemand eine Nähnadel aus Metall als Wappenmotiv. Erst im 14. Jahrhundert gelang es, aus einem Metalldraht eine Nähnadel herzustellen. Im Jahre 1656 wurden in England die Royal Charter (dt. Königliche Satzungen) den Nadelmachern gewährt. Die Worshipful Company of Needlemakers, die heute eine gemeinnützige Institution darstellt, führt etwa aus dieser Zeit in Blau drei silberne bekrönte Nähnadeln im Wappen. In der Heraldik ist die Nähnadel als Motiv bis heute nicht weiter verbreitet. Das hängt womöglich damit zusammen, daß die Nähnadel aufgrund ihrer schmalen Form optisch nur bedingt geeignet ist, als gemeine Figur einen Platz in einem Wappenschild weitgehend auszufüllen.

Darstellung

Die heraldische Nähnadel ist der realen nachempfunden. Die Farbgebung ist nicht beschränkt, doch wird die Nadel häufig in Silber tingiert. Eine Metall-Nadel wird in der Regel gerade, eine Nadel aus Knochen, Horn oder Elfenbein dagegen meist durch eine Krümmung angedeutet. In Wappendarstellungen wird die Nadel selten allein, öfters in Zwei-, Drei- oder Mehrzahl dargestellt.

Netznadel

Auch die NetznadelW-Logo.png, die zur Herstellung von Netzen benutzt wird, ist im Wappenwesen eine seltene gemeine Figur.

Wappenbilderordnung

Die Nadel wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) unter der Nr. 9344 aufgenommen.

Paraheraldik

In den Scheibenwelt-Romanen des Fantasy-Autoren Sir Terence David John Pratchett führen die Prostituierten, die sich in der Näherinnengilde organisiert haben, ein Wappen mit zwei Nadeln und zwei Fäden (vlg. Näherinnengilde im Scheibenwelt-Wiki).

Weblinks

 Commons: Nadeln in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien