Salzkufe (Heraldik)

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Salzfass im Wappen von Kufstein, Österreich[1]
Salzkufe im Wappen von Hall in Tirol

Salzfass, Salzkufe (auch Salzküfe, Salzfuderstock) und Salzscheibe sind in der Heraldik gemeine Figuren, die in Beschreibung und Form teilweise nicht konsistent voneinander abgrenzt werden.

Darstellung

Was Darstellung und Blasonierung anbetrifft, vernachlässigte die Heraldik der Vergangenheit strenge Unterscheidungen zwischen Salzfass, Salzkufe und Salzscheibe. Alle drei Begriffe wurden in der Literatur und in Wappenbeschreibungen synonym u. a. für hölzerne Salzbehälter verwendet, deren Formen meist durch Reifen zusammengehalten werden und in Wappen teilweise unterschiedlich erscheinen. In der Tingierung gibt es keine Beschränkung. Andersfarbige Beschläge oder andersfarbige Bereifung sind zu melden. Die Anzahl der Reifen eines Salzbehälteres wird nur selten blasoniert (z. B. „zweifach bereifte Salzkufe ...“).

Obwohl Sprachgebrauch und Motivdarstellungen verwischen, nicht eindeutig sind oder fließend ineinander übergehen, sollte man beim Blasonieren und Aufreißen folgende grundsätzliche Unterschiede berücksichtigen:

Salzfass

Ein spezielles FassW-Logo.png (frz. „salière“, engl. „salt-cellar“) im Bereich Salzhandel: Großer, walzenförmiger (zylindrischer), eventuell gebauchter Behälter. Es wird meist geschlossen bzw. mit Deckel dargestellt. Oft steht das Salzfass auf drei Füßen. Das Salzfass wird in der heraldischen Darstellung irrtümlicherweise teilweise als GelteW-Logo.png, BütteW-Logo.png oder BottichW-Logo.png aufgerissen.

Salzkufe

Eine spezielle KufeW-Logo.png im Salzhandel: Rund, oben breiter als unten, ein oben offener, zylindrischer oder schwach konischer Behälter mit flachem, seltener gewölbtem Boden. Sie wird meist ohne Deckel und immer ohne Füße dargestellt. Die Salzkufe wird in der heraldischen Darstellung irrtümlicherweise teilweise als GelteW-Logo.png mit zwei Griffen aufgerissen.

Salzscheibe

Salzscheiben im Wappen Seltzer von Herbisheim[7]

Der Begriff Salzscheibe (frz. „bloc de sel“) hat verschiedene Bedeutungen, die als unterschiedliche Motive in der Heraldik erscheinen können:

  1. Ein spezieller LecksteinW-Logo.png oder eine transportable Salzmasse in Scheibenform, meist mit einem Loch in der Mitte, durch das man gegebenenfalls einen Stab schiebt, so daß die Salzmasse tragbar ist.
  2. Ein hölzernes Gefäß in Gestalt eine Eimers mit Querbalken und Henkeln, ohne Füße, das zum Schöpfen des Salzes dient.
  3. Ein hölzernes Gefäß in Gestalt eines halben Faßes, in dem u. a. eine Salzmasse durch Stoßen zur gleichnamigen „Salzscheibe“ geformt wird.

Verbreitung

Salzfass, Salzkufe und Salzscheibe lassen sich als Behälter in vielen Wappen von Orten und Städten finden, die im Salzabbau und Salzhandel eine große wirtschaftliche Bedeutung erlangt hatten (z. B. im Wappen von Hall).

Symbolik

Salzkufe im Wappen der Familie von Furtaller
(hier als Mischform von Gelte, Salzscheibe und Salzkufe aufgerissen)

Die Salzkufe ist außerhalb der Heraldik das Attribut des Heiligen Rupert von Salzburg.

Paraheraldik

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Salz in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Behälter in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  • Friederike Zaisberger, Geschichte Salzburgs, Verlag Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 1998, ISBN 3-486-5635-13

Einzelnachweise

  1. Blason: In Rot ein silbernes Salzfass mit goldenen Beschlägen auf einem grünen Dreiberg.
  2. Blason: „Schräglinks geteilt von Silber und Rot; oben ein rotes Salzfass, unten zwischen zwei silbernen Schrägbalken ein schräg gestellter goldener Lilienstängel.“
  3. Blason: „In Rot auf grünem Boden ein golden bewehrtes silbernes Pferd mit goldener Mähne und goldenem Schweif, das über ein goldenes Salzfass springt.“
  4. Blason: „Unter einem silbernen Schildhaupt, darin nebeneinander zwei rote Rosen, in Rot eine silberne Salzkufe mit goldenen Reifen.“
  5. Blason: „Durch einen goldenen Wellenbalken schräg geteilt von Rot und Schwarz; oben ein silberner Becher, unten eine silberne Salzkufe.“
  6. Blason: „In Blau eine mit einem sechsstrahligen blauen Stern belegte silberne Salzkufe, dahinter schräg gekreuzt ein goldener und ein silberner Schlüssel.“
  7. Blason: „Unter rotem Schildhaupt, darin drei silberne Sterne, in Blau drei goldene Salzscheiben. Gekrönter Helm: Silberne Sterne zwischen zwei Gänseflügeln. Decken: rot-silber -- blau grün.“