Gemse (Wappentier)

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Gemse
 
im Wappen von Bad Ischl
 
im Wappen von Gsteigwiler

Das Wappentier Gemse (nach der dt. Rechtschreibereform Gämse; franz.: chamois; engl.: chamois) ist in der Heraldik eine gemeine Figur.

Darstellung

Im Wappenschild erscheint die Gemse bevorzugt auf der Lauer stehend (mit allen vier Füßen keilförmig zusammengestellt) oder springend, auch aufgerichtet. Fast immer steht sie im Wappen auf einem Dreiberg oder einem heraldischen Gebirgsuntergrund. Meist ist sie schwarz tingiert, kommt aber auch in allen anderen heraldischen Farben vor. Von vergleichbaren Wappentieren (Steinbock, Ziegenbock und so weiter) unterscheidet sie sich vor allem durch ihre Hörner („Krucken“), die drehrund, an der Wurzel kreisförmig eingekerbt, lang, gerade aufsteigend und an der Spitze rückwärts gebogen sind. Außerdem besitzt die heraldische Gemse verhältnismäßig lange, kräftige Beine mit relativ großen Hufen. Hauptblickrichtung des Wappentiers ist heraldisch rechts.

Siebmacher

Gemsbock (Tafel XVII. Figur 2.): erscheint meist auf Felsen stehend. Ein Gemsgehörn weidmännisch: „Gemsgewicht", kommt aber, ausser im Wappen der Grafen Morawitzki, von Lichtenberg (Sachsen) von Oheimb (Hessen) und Freiherrn von Rheinbaben kaum vor. Ein Gemsenrumpf erscheint u. W. nur im Wappen derer von Biarowsky (Bayern). Dass die von Kamecke und Andere ihren ehrlichen Bocksrumpf zeitweis als einen "Gemsrumpf " ansahen, lag wohl mehr in der nunmehr glücklich abgestreiften unerwiesenen Tradition von der Abstammung des Geschlechts aus den italienischen Alpenländern.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Galerie

Verbreitung

Gemsen werden häufig in den kommunalen Wappen aus dem Alpenraum dargestellt.

Wappenbilderordnung

Die Gemse wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) unter der Nr. 5235 aufgenommen.

Weblinks

 Commons: Gemsen in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.
  2. Wappenbeschreibung: „In Blau auf silbernem Felsgestein eine stehende goldene [bis 1967: schwarze] Gemse.“