Auerochse (Wappentier)

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Auerochse im Wappen von Thurland
 
Bild vom Buch Siegmunds von Herberstein (1556) mit lat. Unterschrift: Urus sum, polonis Tur, germanis Aurox: ignari Bisontis nomen dederant (Ich bin der Ur, poln. Tur, dt. der Auerochs, Ungelehrte nennen mich Bison).
 
C. H. Smiths Reproduktion der Augsburger Abbildung des Ur
Steigender Ur/Auerochse im sprechenden Wappen von UrmattW-Logo.png

Der Auerochse (auch Ur genannt; franz.: ure; engl.: ure-ox, aurochs) ist in der Heraldik ein Wappentier und als gemeine Figur nicht immer vom Stier, Büffel/Bison/Wisent oder Ochse) zu unterscheiden.

Darstellung

Die Darstellung ist als ganze Wappenfigur oder als hersehender Kopf im Wappenschild möglich. Der Heraldiker beschreibt die Kopfdarstellung als en face. Bei ihr wird manchmal ein Nasenring als Zier verwendet. In dieser Darstellung fehlt teilweise ein abgerissenes Halsfell, das beim Stierkopf gebräuchlich ist. Von Stier, Bison/Büffel und anderen Rindern unterscheidet sich der Auerochse in der Heraldik, wenn überhaupt, möglicherweise durch die Hörner, die bei ihm eher lang und gerade sind (bei Stier, Bison/Büffel, Ochse et cetera eher rund und kurz).

Als ganzes Tier ist es nach (heraldisch) rechts schreitend oder stehend mit Hauptblickrichtung nach dort. Die Farbgebung ist unterschiedlich. Schwarz wird bevorzugt. Die Bewehrung kann anders gefärbt sein, also Hörner, Hufe und Zunge.

Galerie

Verwendung

Auerochsenkopf (im Wappen Bessarabiens als Russisches Gouvernement)

Das Wappen des mährischen Adelsgeschlecht von Pernstein zeigt einen Auerochsenkopf mit Nasenring. Das Ur ist als nationales Symbol moldauischer Auerochse in vielen Wappen des Fürstentum Moldau zu finden. Auch im Wappen Moldawiens und Bessarabien findet man ihn.

Symbolik

Die Motive Auerochse oder Ur sind in vielen Fällen als redende Figur zu interpretieren. Angelehnt an lat. taurus (= Stier) und an alt-/mittelhochdeutsch ûr (= Auerochse) kommt der Auerochse (oder andere Rinder) bei Wappenführenden mit Namen wie Uri, Ursenbach, Auerbach; Aurach, Stegaurach, Aulock und so weiter vor. Im Einzelfall kann nur durch wissenschaftliche Analyse erschlossen werden, welchen Rind in einer spezifischen Wappendarstellung vom Wappenkünstler dargestellt wurde. Im Schweizer Wappen des Kantons Uri ist der Ur eine redende Figur und seit dem 13. Jahrhundert bekannt (manchmal mit und manchmal ohne Nasenring).

Wappenbilderordnung

Der Auerochse (beziehungsweise Ur) wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) unter der Nr. 5423 aufgenommen.

Paraheraldik

Weblinks

 Commons: Stiere in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Fensterraute links oben ausgebrochen.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Auerochse_(Wappentier)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 16. August 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.