Eichhörnchen (Wappentier)

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Eichhörnchen (Wappen von Vasolt, Zürcher Wappenrolle, 1335/1345)
Aufgerichtetes Eichhörnchen (Wappen von Meister Johannes Hadlaub, Codex Manesse, 1305 - 1340)

Das Eichhorn (auch Eichhörnchen sowie regional Eichkätzchen, Eichkater, Katteker oder ähnlich genannt; frz.: écureuil; engl.: squirrel) ist in der Heraldik als gemeine Figur in vielen Wappen schon seit Jahrhunderten vertreten. Es wurde über die Zeit manchmal durch andere Wappenfiguren verdrängt. Das im Wappen vorkommende Wappentier entspricht überwiegend dem europäische EichhörnchenW-Logo.png.

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Darstellung

In der Früh- und Blütezeit des Wappenwesens erscheint die Figur „Eichhorn“ heraldisch stilisiert („heraldisches Eichhorn“) und ist einem schlanken, hunde- bis marderartigen Tier mit langem Schwanz nachempfunden, das kaum an das Nagetier EichhörnchenW-Logo.png (Sciurus vulgaris) aus der Familie der Hörnchen (Sciuridae) erinnert. Im Laufe der Jahrhunderts wird die Figur zunehmend natürlicher dargestellt und verniedlicht („natürliches Eichhörnchen“). Die Figur wird in der Regel auf einem Baum oder Ast als Unterlage auf den Hinterbeinen „sitzend“ respektive „hockend“ dargestellt. Andere Darstellungen wie „aufgerichtet“, „laufend“ oder „springend“ sind zu melden. Gebräuchlich ist die Beigabe einer Nebenfigur (Nuss, Tannenzapfen, Apfel oder ähnliches), welche die Figur mit den Vorderpfoten hält.

Eichhorn (Tafel XVII. Figur 28): kommt stets in der bekannten Stellung, das heißt auf den Hinterbeinen sitzend, gewöhnlich an Nuss oder Apfel, die es in der Vorderpfoten hält, nagend vor (von Aichinger, von Förder und andere). Auch in Wappen mehrerer ungarischer Familien erscheint es.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Die Hauptblickrichtung ist nach der heraldisch rechten Seite. Bei der Farbgebung (Tingierung) sind alle Farben erlaubt. Um aber das Eichhörnchen im Wappen eindeutig darzustellen, wird Rot bevorzugt. Am buschigen Schwanz und seiner typischen Sitzhaltung ist es ohne Wappenbeschreibung (Blasonierung) zu erkennen. Abweichende Tinktur bei der Bewehrung ist nicht gebräuchlich. Dafür doch mehrere gleichgeartete Hörnchen nebeneinander, übereinander oder im Dreipass. Dreipass heißt in der Wappenkunde, dass zwei Tiere über einem Tier angeordnet sind. Die Schreibweise dieser Figurenanordnung ist 2:1.

Wappenbilderordnung

Paraheraldik

  • Kompaniewappen der 5. Kompanie des Fernmelderegiment 1

Weblink

 Commons: Eichhörnchen in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889. S. 87


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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Eichhörnchen_(Wappentier)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 15. August 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.