Pferd (Wappentier)

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Pferd im Wappen derer von Heimenhofen (Schwaben)
Fohlen im Wappen derer von Cammerberg (Schwaben)[1]
Pferdekopf im Wappen derer von Haibach[2]

Das Wappentier Pferd oder „heraldischer“ Ross (frz.: cheval; engl.: horse) ist in der Heraldik eine häufig verwendete Gemeine Figur.

Darstellung

Grundhaltung ist springend und rechts sehend. Liegend oder steigend (selten) ist auch möglich. Die Tingierung entspricht den zugelassenen heraldischen Farben, wobei silber oder schwarz die bevorzugte ist. Das sind, wie in der realen Welt, Schimmel oder Rappen. Hier ist auch das Zebra möglich.

Ein Pferd ohne Zaumzeug und Sattel wird in der Beschreibung mit lediges Pferd erwähnt.

Alle Teile, wie Sattel, Hufe, Mähne, Zaumzeug oder Satteltasche müssen blasoniert werden. Oft wird auch ein Reiter auf das Pferd gesetzt, der lanzenschwingend, fahnenschwingend oder mit dem Drachen kämpfend das Wappenbild vervollständigt. Der Reiter hat oft einen erwähnenswerten üppigen Umhang. Er kann auch im Harnisch stecken und einen der möglichen Helme auf dem Kopf haben. Oft ist der Reiter ein Schildträger, auf dem Teile des Wappens wiederholt werden.

Das Pferd ist auch als Wappenträger anzutreffen. Beispiele sind die Wappen von Burkina Faso und Königreich Lesotho. Auch im Wappen von Botswana dienen zwei Zebras als Schildhalter. Im Wappen von Uruguay und Venezuela ist es vertreten und gilt als Symbol der Freiheit.

Viele heraldische Pferde haben es zu Ruhm und Eigennamen gebracht. Bekannt sind das Niedersachsenpferd, das Welfenross oder der Tomsker Schimmel.

Teildarstellung

Teile des Pferdes werden selten verwendet. Nur das Vorderteil findet sich häufig in Wappen. Pferdekopf und Pferderumpf werden in der Optik oft nicht unterschieden – insgesamt ist der Blason (also die Beschreibung des Wappens) ausschlaggebend, nicht die konkrete Darstellung.

Siebmacher

Ross: kommt sehr häufig und zwar: schreitend, aufrecht und laufend in Wappen vor, entweder gezäumt oder angezäumt, sogar mit Sattel und mit Steigbügel, wie im Wappen der Grafen Goetzen und v. Kaphengst. In letzterem Wappen soll, dem Namen entsprechend, das schreitende Ross ein „Wallach", ebenso wie das Ross im Wappen von Stuttgart eine Stute vorstellt; im Uebrigen dürfen die Kennzeichen des Hengstes bei der Zeichnung nicht vergessen werden. Die Rosse haben selten die Zunge ausgeschlagen aber stets das Maul etwas geöffnet. Man gebraucht vom Pferde den Ausdruck „gezäumt", wenn ein Zaum vorhanden ist, „beschlagen“, wenn die Hufeisen von anderer Farbe, „behuft", wenn die Hufe von anderer als schwarzer Farbe, „gemahnt", wenn die Mähne von anderer Färbung als das Ross ist. Die Ausdrücke „wild" für ein aufgezäumt laufendes und "bäumend" für ein steil aufgerichtetes Ross scheinen uns überflüssig zu sein, da sie durch „laufend" oder „galoppirend" resp. „aufrecht" ersetzt werden.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[3]

Zur Bewehrung einen Pferdes zählen Mähne, Hufe und Schwanz. Ein „blaues Pferd, golden bewehrt“ bedeutet beispielsweise, dass die Mähne, die Hufe und der Schwanz des blauen Pferdes nicht in Blau, sondern in Gold erscheinen.

Galerie

Besondere heraldische Pferde

Wappenbilderordnung

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Pferd in der Heraldik – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Commons: Pegasus in der Heraldik – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Commons: Reiter und Ritter in der Heraldik – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Blason: In Silber ein aufspringendes, schwarzes Fohlen/Füllen). Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken auf einem grünen, rot bequasteten Kissen ein schwarzes Fohlen stehend.
  2. Blason: In Gold ein schwarzer Pferdekopf mit rotem Zaumzeug und Zügeln. Auf dem gekrönten Helm mit schwarz-goldenen Decken wachsend ein schwarzer Pferdekopf mit rotem Zaumzeug und Zügeln. Anmerkung: Je nach Quelle variiert die Tingierung. Bei der Gemeinde Haibach (Landkreis Straubing-Bogen) heißt es im Blason: In Silber ein roter Pferdekopf mit goldenem Zaumzeug ....
  3. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.


Fensterraute links oben ausgebrochen.png Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Pferd_(Wappentier)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 01. Juni 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.