Katze (Wappentier)

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Katze
 
Familie von Katzenstein
(aus Conrad Grünenbergs Wappenbuch. ca. 1483)
 
Familie von Katzenstain (Wernigeroder Wappenbuch, ca. 1475–1500)
 
Sitzende Katze (Gemeinde Sobrio, Schweiz)
 
Katze im Wappen derer von Katte[1]
Familie Zobinger/Zöbing
(Scheiblers Wappenbuch, ca. 1450-1480)
1564: Aufspringender goldener Kater (Wappen der Familie Partini von Stockach und Neuhof, nach Siebmacher von 1857)
Wappen mit Katze (Gedenktafel Wallfahrtskirche Mater Dolorosa in Katzdorf: Klement August von Zehman)

Katze (frz.: chat; engl.: cat) und Kater sind in der Heraldik als Wappentiere eher seltene gemeine Figuren.

Darstellung

Ihre Darstellung ähnelt -- freilich zierlicher -- der anderer Katzen in der Wappenkunde (Wildkatze, Luchs, Löwe, Leopard). Sie ist der realen HauskatzeW-Logo.png nachempfunden. Die breite Vielfalt von Wuchstypen und Fellfarben der sogenannten Rassekatzen wird in der Heraldik nicht dargestellt (allenfalls oberflächlich angedeutet) und nicht gemeldet.

Katzen erscheinen im Schild gewöhnlich herschauend/hersehend (das Gesicht des Tieres ist „en face“ gestellt). Viele Stellungen sind bekannt: Sitzend, springend, stehend, steigend. Oft hält sie die rechte Vorderpfote hoch. Sie ist an einer vergleichsweise zierlichen Körpergestalt zu erkennen, teilweise auch an einem Kissen, auf dem sie sitzt oder an einer Maus oder einem Ball, die sie in den Fängen oder zwischen den Zähnen hält (was bei Lepoard, Löwe und anderen Katzen eher ungewöhnlich ist). Manchmal trägt sie eine Krone oder in der Mitte ihres Körpers einen (goldenen) Gürtel bzw. Ring, an dem teilweise ein Seil oder eine Kette befestigt sind. Meist wird sie in Silber oder Schwarz tingiert. Manchmal erscheint nicht eine ganzen Katze im Schild, sondern einer oder mehrere Katzenköpfe

Siebmacher

Zahme Katze (Tafel XV. Figur 21. 22.): (..) kommen (..) im Wappen vor: die Ungnad von Suneck in Kärnthen führten eins natürlich graue Katze in Silber, die von Kate in der Mark eine springende und in einer anderen Linie eine sitzende Katze mit Maus im Rachen. Die von Katzenstein führen eine gekrönte Katze, mit goldenem Leibring, stehend (Grünenberg 137 - Tafel XV. Figur 23). Die Katzler führen einen von 2 Katzen gehaltenen gestümmelten Baumstamm (..) Der Kater im Wappen der von Pfetten soll (..) indessen ursprünglich (..) ein Leopard sein.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[2]
Siebmacher Katze zahm.jpg

Katzenkopf, Katzenmaske, Katzenrumpf

Gewöhnlich wird im Wappenwesen nicht streng zwischen zwischen einem Halstück (Katzenkopf mit langem Hals bzw. „Katzenrumpf“) und einem Kopfbild (nur Katzenkopf, ohne Halsansatz) differenziert. Die genaue Darstellung erfolgt im Rahmen der Gesamtharmonie eines Wappens/Wappeaufrisses und obliegt der künstlerischen Freiheit. Ob eine Katzenkopffigur abgeschnitten oder abgerissen im Wappen erscheint, sollte dagegen angezeigt werden. Zudem sind zwei Darstellungsweisen einen Katzenkopfes grundsätzlich voneinander abzugrenzen:

  • Die Figur „Katzenkopf“ wird im Profil bzw. mit nur einem sichtbaren Auge dargestellt und schaut nach heraldisch rechts (beziehungsweise heraldisch links).
  • Die gemeine Figur „Katzenmaske“, die im Wappenwesen alternativ als Katzenkopf von vorne, Katzenkopf en face, hersehende Katzenmaske, hersehender Katzenkopf oder ähnlich blasoniert werden kann, erscheint wie der heraldisch stilisierte (eher halslose) Kopf einer Katze in Frontalansicht. In diesem Fall schaut der Katzenkopf den Betrachter mit beiden Augen an.

Im Normalfall ist das Katzenmaul geschlossen; ist das Maul offen/geöffnet, ragt eine Zunge („gezungt“) oder ein Objekt aus dem Katzenmaul-/rachen, so sollte dies gemeldet werden.

Verbreitung

Eine Katze wird im Wappen unter anderen von den Familien Althammer, Brockmann, Dämel, Katzbeck, Katzdorf, Katzenstein, Katzler, Katzmayr, Kazianer, Kötzel, Lusning, Murr, Papigny, Schatte, Tetzel, Träkhl, Zöbing geführt. In den schottischen Clans Chattan erscheint ein Wildkatze; „die Familie Catesby führt eine gescheckte Katze im Schild, die eine Maus hält“.[3]

Wappenbilderordnung

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Beschreibung: „In Blau eine springende silberne Katze. Auf dem Helm die Katze wachsend vor einem Fächer aus gestielten roten Rosen.“
  2. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.
  3. Mache, Christa: Das Haustier in der Heraldik. Teil 5. Die Katze (PDF). In: Uni Vet Wien Report. S. 6 und 7