Kummet (Heraldik)

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1889: Kummet
(gemäß Siebmacher)
1470: Satteler beim Herstellen eines Kummets (Ulrich Schwab, Sattler, nach Hausbuch der Mendelschen Zwölfbrüderstiftung)
Kummet im Wappen der Freiherren von Herberstein (heraldisch links unten)

Das Kummet (auch Kumt, Kummt oder Hamen; frz.: collier de cheval; engl.: horse-collar) ist in der Heraldik eine seltene gemeine Figur.

Darstellung

Das Kummet wird in der Regel in Einzahl und als ein allgemeines, unbestimmtes Kummet im Wappen dargestellt, welches sich in der Form an ein „Pferdekummet“ annähert. Durch die heraldische Stilisierung verschwinden beim Kummet meist gegenständliche Details, die es als spezifisches Kummet ausweisen. Wird ein spezifisches Kummet geführt (Esels-, Ziegen-, Ochsenkummet), sollte dies im Blason vermerkt sein, wobei anzugeben ist, welche besonderen Merkmale es solches hervorheben.

Sind Teile des Kummet wie Kumtkissen, Kumtbügel, Kumtspitze, Schlusskette, Langring oder ähnliches andersfarbig tingiert, so ist dies zu melden.

„Das Kummet (Tafel XXX. Figur 20. 21.) für Lastenpferde kommt in Wappen nur einmal in einem Felde des Wappens des Grafen von HerbersteinW-Logo.png (Figur 20.) hier irrtümlich als „Mütze“ blasoniert, aber auch in anderer Form (Figur 21.) vor.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Das goldene, liegende Pfedekummet auf rotem Grund im Wappen derer von Herberstein ist dem Wappen der Familie Hag auf Gutenhag entnommen. Anna, Tochter des letzten Hag verehelichte sich 1379 mit Heinrich von Herberstein.

„Der Originalwortlaut des Wappenbriefes, Hag betreffend, ist: „Ain schilt von Keel mit ainem Khundt von golde in har gebunden von Zobl, auf dem Helm ain Kunt von demselben gecrönte von Gold vnd auff der cron ain Pusch von Zobl“. "Keel" ist eine alte Bezeichnung für rotes Fell, eine besonders edle Umsetzung der Tinktur "Rot", "Khundt" meint Kummet, und "Zobl" steht für "Schwarz", ebenfalls eine Umsetzung der heraldischen Farbe Schwarz in eine Fellform. "in har gebunden von Zobl" bedeutet, daß der Lederbezug des Kummets mit schwarzem Faden, naheliegend also Roßhaar, vernäht ist.“

Bernhard Peter (2012)[2]

Symbolik

Die Verwendung des Kummets als Motiv verweist außerhalb der Heraldik auf die Wichtigkeit und die Verbundenheit der Land- und Pferdewirtschaft mit den Menschen einer Region. Außerdem kann das Kummet das Handwerk der „Sattlermeister“ oder ähnliches symbolisieren.

Wappenbilderordnung

Das Kummet wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) unter der Nr. 9553 aufgenommen.

Weblinks

 Commons: Kummets in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Kummet – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Blason ville fr Garidech (Haute-Garonne).svg Lemma Kummet. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch, Leipzig 1854-1960 (www.woerterbuchnetz.de).

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.
  2. Show-handle-HW.png Bernhard Peter: Galerie: Photos schöner alter Wappen Nr. 1645. St. Johann bei Herberstein (Steiermark, Österreich). Internet. Abgerufen am 20. Juli 2012.
  3. Wappenbeschreibung: „In Gold ein verbreiteter blauer Pfahl, belegt mit silbernem, golden verzierten Kummet, begleitet rechts von grünem Schilffskolben, links von grüner Ähre.“
  4. Wappenbeschreibung: „In Rot zwei goldene zusammengebundene Kummetteile.“