Marder (Wappentier)

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Marder (gemäß Siebmacher)
Springender schwarzer Marder (Wappen Walddorf)[1]

Der Marder (franz.: martre; engl.: marten) beziehungsweise der Steinmarder, Baummarder; Zobel (franz.: zibeline; engl.: sable) und so weiter sind in der Heraldik seltene gemeine Figuren.

Darstellung

Die Erscheinung eines Marders in der Heraldik lehnt sich grundsätzlich an das Vorbild der „Echten Marder“ (MartesW-Logo.png) an. Das Motiv erscheint in der älteren Heraldik in der Regel eher hunde- beziehungsweise fuchsartig und ist teilweise nur durch seine schlanke Form von anderen, vergleichbaren Wappentieren zu unterscheiden. Hauptblickrichtung ist heraldisch rechts. Springend oder aufgerichtet sind die bevorzugten Stellungen, in denen der Marder im Wappen erscheint.

In der älteren Heraldik ist keine exakte Abgrenzung, die einem biologischen Taxon folgen würde, gebräuchlich. Wird in einem Wappen ein Marder dargestellt, so ist nur sehr schwer oder gar nicht zu unterscheiden, welches spezielles Mitglied aus der Familie der „Echten Marder“ („Steinmarder“ - Martes foinaW-Logo.png, „Baummarder“ - Martes martesW-Logo.png, „Zobel“ - Martes zibellinaW-Logo.png und so weiter) erscheint.

Erst in der neueren Heraldik wird der Marder im Wappenschild teilweise in einer sehr natürlichen Körperform und Haltung gezeigt, so daß in gewissem Sinn Rückschlüsse auf einen spezifischen Marder möglich sind. Es gibt jedoch keine expliziten heraldischen Regeln, Vorgaben oder Empfehlungen, in welcher besonderen Form Marder aufgerissen werden sollen, die in der Wappenbeschreibung mit ihrem spezifischen Artnamen (Steinmarder, Baummarder, Zobel etc.) beschrieben sind.

Siebmacher

Marder (Tafel XVI. Figur 1.): soll unter anderem die Wappenfigur der von Muggenthal sein, wenn es ursprünglich nicht ein Fuchs („Mucker?") war. Dagegen führen die schwedischen Freiherren von Mardefeld einen Marder, der sich von den übrigen ähnlichen Thieren durch schlankeren Leib auszeichnet.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[2]

Galerie

Verbreitung

Der Marder war das Wappentier des Königreichs Slawonien (1699–1918).

„Zwischen zween silbernen wellenförmigen Querbalken einen rechts laufenden natürlich gefärbten Marder im grünen Felde, mit einem blauen Haupt- und Fussrande, in deren ersterem ein goldener Stern zu sehen ist wegen des Königreiches Slavonien.“

Wapen und Titeln Sr. Kaiserl. Königl. Apostol. Majest. Leopold des Zweyten[…]. Wien 1790.[7]

Symbolik

Zu den Eigenschaften, die dem Marder außerhalb der Heraldik zugeschrieben werden, gehören zum Beispiel „Kühnheit“, „Verwegenheit“, „Listigkeit“.

Wappenbilderordnung

Der Marder wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) zusammen mit dem Zobel unter der Nr. 5051 aufgenommen.

Weblinks

 Commons: Marder in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Baummarder in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wappenbeschreibung: „In Gold ein nach schräg rechts springender schwarzer Marder.“
  2. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.
  3. Wappenbeschreibung: „Über rotem Schildfuß, darin eine silberne heraldische Lilie, umgeben von einem silbernen Dornenkranz, in Silber ein springender schwarzer Marder, unterlegt mit einer gestürzten grünen Hopfenranke mit einem Blatt und zwei Dolden.“
  4. Wappenbeschreibung: „In Blau zwischen zwei silbernen Leisten, die obere zweifach gesparrt, ein rotes mit silbernen Grasbüscheln bestreutes Feld, darin ein schreitender silberner Marder.“
  5. Wappenbeschreibung: „In Blau ein rotbewehrter widersehender silberner Marder über dem balkenweise drei und unter ihm zwei silberne nagelgespitzte Tatzenkreuze sind. Auf dem Schild ruht eine flache Perlenkrone.“
  6. Wappenbeschreibung: „In Gold ein gesenkter schrägrechter blauer Wellenbalken auf dem ein schwarzes Zobel mit roter Bewehrung und ausgeschlagener Zunge läuft.“
  7. Zit. nach Otto Posse: Die Siegel der Deutschen Kaiser und Könige. Band 5. Wilhelm und Bertha v. Baensch Stiftung, Dresden 1913, Beilagen, S. 245 (Wikisource).