Bär (Wappentier)

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beide Appenzeller Kantone, hier Kanton Appenzell Innerrhoden

Das Wappentier Bär (frz.: ours; engl.: bear) ist in der Heraldik eine gemeine Figur.

Darstellung

Der Bär als Wappentier ist in seiner Darstellung wenig heraldisch stilisiert. Er wird meist schwarz, häufig silbern, selten rot oder andersfarbig, aufgerichtet (Berlin, Roßlau (Elbe)), schreitend (Bernau im Schwarzwald, Bernsdorf (Oberlausitz), Sandersleben (Anhalt)), fangbereit, wachsend (Güntersberge, Zeulenroda) bisweilen gekrönt, mit Kette oder Halsband (Fürstabtei St. Gallen) dargestellt. Vielfach schreitet er auf Zinnen, zum Beispiel in den Wappen von Radegast (Südliches Anhalt), Raguhn, Zerbst und auch von Güsten. Fast alle diese Bären entstammen den anhaltischen Hauswappen.

In den Berliner Wappen ist er stilisiert, aber die oft natürliche Darstellung ist in Schweizer Wappen (Stadt und Kanton Bern) anzutreffen. Der aufrechte Gang findet sich dagegen bei den Kantonen beider Appenzell sowie der Stadt St. Gallen (mit goldenem Halsband), was Widerstandskraft und „sich aufbäumen“ bedeuten kann.

Heraldisch wird der Bär mit Hellebarde als Landsknecht und mit Axt als Tanzbär blasoniert. Dazu kommt vielfach im Hintergrund die Farbe Gelb (heraldisch: Gold) vor, um auf das edle Geblüt des Bären (siehe auch unten) aufmerksam zu machen. Manchmal ist der Hintergrund auch in Weiß (heraldisch: Silber) gehalten. Die Farbe der Bewehrung (Krallen, Zunge) kann abweichend sein.

Der Bär (Tafel XV. Figur 25. bis 28.): kommt schreitend, oder aufrecht (Tafel XV. Figur 25., 26., 27.) mit und ohne Halsband, an letzteren auch oft eine Kette (Figur 28.), auch klimmend (z. B. im Bernburgischen Wappen) vielfach in Wappen vor, besonders derjenigen Geschlechter, welche einen ähnlich klingenden Namen haben, wie Bähr, Bär, Bärenfels, Bärenthal, Behr, Behrens, Bernfels und anders.
(..) Der schreitende Bär soll nach alter Regel den Rachen geschlossen haben. Ein eigentümliches Bild giebt Grünenberg, nämlich ½ Bären mit Halsband, durch dessen Rachen ein hinten geknotetes Tuch gezogen ist (Figur 29.). Ein Bärenrumpf ist in Figur 30. zu sehen.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Galerie

Körperteile des Bären und Bärenkopfschnitt

Teile des Bären wie die Tatze (Pulsnitz) oder der Kopf (Bärenstein (Altenberg)) finden sich ebenfalls in Wappen.

Bärenrumpf

Bärenkopf

Bärenkopfschnitt

Der Bärenkopf erscheint in der Heraldik nicht nur als gemeine Figur, sondern auch als Bärenkopfschnitt.

Bärentatze / Bärenpranke

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Bärentatze

Die Bärentatze (auch Bärenpranke genannt) ist in der Heraldik eine eigenständige gemeine Figur.

„(..) Die Pranken des Bären, wie auch beim Wolf, Fuchs, Biber, sowie bei den kleineren Raubvierfüsslern heissen: Tatzen (zwei dergleichen Tafel XV. Figur 31).

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Wappenbilderordnung

Der Bär wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Säugetiere: Raubtiere unter der Nr. 5071 aufgenommen.

Geschichte

Der Bär wird seit der Steinzeit in der bildenden Kunst dargestellt. Zuerst auf Siegel der Bernburger Linie des Hauses der Askanier erwähnt, eroberte er sich seit dem Mittelalter in der Heraldik seinen Platz. In vielen Wappen hat der Bär (schwarz tingiert) den Namen von Albrecht I. symbolisch übernommen. Der Markgraf von Brandenburg hatte den Beinamen der Bär oder der Schöne. Alle Wappen dieser Linie haben mehr oder weniger zum Wappentier eine Beziehung.

Redende Bärenwappen

In den Wappen von Bernsdorf, Bärenstein oder Bern ist der Bär lautmalerisch in die Ortsnamen übergegangen.

Varianten

Siehe auch

Weblink

 Commons: Bär in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Bärenköpfe in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Polarbären in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.


Quellenhinweis

Fensterraute links oben ausgebrochen.png Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Bär_(Wappentier)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 25. September 2011 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.