Dachs (Wappentier)

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(Halber) Dachs
 
um 1460: nach dem Berliner Wappenbuch
 
1450-1580: nach dem Scheiblerschen Wappenbuch
(Wappen Dachsau/Daxau[er])
Schreitender, schwarz bewehrter silberner Dachs (Wappen Dachsbach)[1]
Wappen von Heinrich Dachs (Geheimes Ehrenbuch der Fugger, hergestellt von Jörg Breu d. J., 1545–1549)

Der Dachs (auch „Grimbart“ genannt; franz.: blaireau; engl.: badger) ist in der Heraldik eine seltene gemeine Figur.

Darstellung

Der Dachs wird bei der Darstellung in Wappen vergleichsweise wenig stilisiert. Im Wappenschild erscheint er oft in einer natürlichen gedrungenen Körperform und Haltung mit breiten Tatzen, meist in einer heraldischen Farbgebung, die an das natürliche Vorbild erinnert (Silber-Schwarz). Hauptblickrichtung ist heraldisch rechts. Laufend oder schreitend, auch aufgerichtet sind die bevorzugten Stellungen, in denen der Dachs im Wappen erscheint. Teilweise ist die Zunge herausgestreckt.

Siebmacher

Dachs (Tafel XVII. Figur 29. 30.): selten, sowohl schreitend, im Wappen der de Taxis (Figur 29.) wie auch aufrecht im Wappen der von Dachsperg in Bayern (Figur 30.) vorkommend. Letzteres Wappen erinnert sehr an der von den Berswordt in Westfalen und Schweinichen in Schlesien und kann bei schlechter oder undeutlicher Zeichnung leicht mit jenem verwechselt werden, obwohl, dem Namen entsprechend, das Thier dort sicherlich ein Eber („Bör"), respektive Schwein ist.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[2]

Redende Symbolik

Der Dachs eignet sich wie viele andere gemeine Figuren für sogenannte redende Wappen (zum Beispiel im Wappen von Dachsbach, bei der Familie Daxberger oder ähnliches).

Wappenbilderordnung

Paraheraldik

Der Dachs kommt auch in der Paraheraldik und in der Militärheraldik als Wappentier vor. Zum Beispiel wird er in den Harry-Potter-Romanen von dem Haus Hufflepuff/PoufsouffleW-Logo.png und von dem Jägerbataillon 16 der Bundeswehr als Wappentier geführt.

Weblinks

 Commons: Dachse in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wappenbeschreibung: „In Rot über silbernen Wellen ein schreitender, schwarz bewehrter silberner Dachs; darüber schwebend ein von Silber und Schwarz geviertes Schildchen.“
  2. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.
  3. Wappenbeschreibung: „Geteilt; oben in Rot ein silberner Dachs; unten über von Gold und Blau gespaltenem Wellenschildfuß gespalten von Schwarz und Silber.“
  4. Wappenbeschreibung: „In von Grün und Silber gespaltenem Schild vorn ein nach dem Spalt laufender silberner Dachs, hinten eine bewurzelte grüne Lindenstaude, deren Stamm von zwei fünfblättrigen blauen Rosen begleitet ist, mit sieben grünen Blättern.“
  5. Wappenbeschreibung: „In Rot auf silbernen Boden ein bis zum Ansatz der Zweige sichtbarer silberner Eichbaum mit silbernen Blättern und goldenen Früchten, davor ein silberner Dachs mit goldenen Krallen und herausgesteckter blauer Zunge.“
  6. Wappenbeschreibung: „In Silber ein sechsspeichiges rotes Rad. Auf dem Helm mit rot silbernen Decken schreitet ein natürlicher Dachs mit zwei silbernen Lilienpfeilen im Nacken.“
  7. Wappenbeschreibung: „blaireau de sable sur champ d'or“