Molch (Wappentier)

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Molch
(gemäß WBO, Nr. 3226)

Der Molch (auch Mol, Molle, Mohl; frz.: triton; engl.: eft oder newt) ist in der Heraldik als Wappentier eine seltene gemeine Figur.

Darstellung

Drei Molche (Eidechsen) im Wappen Mohl
Donau-Kammmolch (Triturus dobrogicus)
Molch als Prachtstück unter dem Schild im Wappen von Nueva Esparta

Die Darstellung der Figur Molch erfolgt vorwiegend in DraufsichtW-Logo.png und in „Wassertracht“, mit vier vom Körper weggestreckten Beinen, Schwimmhäuten an den Zehen, einem Flossensaum beziehungsweise einem besonders hervorgehobenen, tief gezackten Rückenkamm. Besondere Formen des Schwanzes (verknotet, gewunden, geringelt) sollten gemeldet werden. Der Molch ist im Wappen gewöhnlich mit dem Kopf zum oberen Schildrand gerichtet. Andere Stellungen (überzwerch, quer nach rechts oder links, schrägrechts, schräglinks, nach der Figur et cetera) sind zu melden. Das Wappentier erscheint nahezu wie ein heraldisch stilisiertes eidechsenartiges Ungeheuer. Teilweise wird in der heraldischen Literatur zwischen der Figur Molch und dem Wappentier Eidechse daher nicht genau differenziert. Zum Beispiel lautet eine Wappenbeschreibung zum Wappen Mohl im Siebmacher:

„Wappen Mohl: „In Gold ein rechter silberner Querbalken mit 3 nach einander gestellten grünen Eidechsen, provinziell Mohl (Molch) genannt, belegt.“

Siebmacher[1]

Auch Maximilian Gritzner schreibt:

„Eidechse zum Beispiel (..) ferner: Molche im Wappen der von Mohl in Baden.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[2]

Im Gegensatz zu vergleichbaren Wappentieren (Eidechse, Salamander, Krokodil) sollte der Molch stets in Wassertracht mit deutlichem Rückenkamm und mit Schwimmhäuten stilisiert werden (ohne Zunge, was eher zur Eidechse paßt; ohne Zähne, was ein Krokodil charakterisiert). Abweichend von der Naturform kann die Darstellung des heraldischen (gemeinen) Molches Ohren, einen Haarschopf oder ähnliches zeigen, was aber anzuzeigen ist. Der Molch erscheint in Wappen in allen heraldischen Tinkturen, wobei eine grüne Farbgebung bevorzugt wird.

Im modernen Wappenwesen werden die Darstellungen der Wappentiere Eidechse, Krokodil, Salamander und Molch teilweise näher an die natürlichen Vorbilder angelehnt, was entsprechend zu melden ist („natürlicher Molch“). Dadurch verringern sich Verwechslungen zwischen diesen Wappentieren.

Molchlarven

Erscheinen keine ausgewachsenen Molche, sondern Molchlarven in einem Wappen (vgl. zum Beispiel die Wappendarstellung Helmholtz im Siebmacher), so ist dies zu melden. Gewöhnlich werden die Molchlarven nur mit den vorderen zwei Gliedmaßen dargestellt (Molche bekommen diese in Natur zuerst, erst später die hinteren).

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch: Mohl. II. 06. Baden. Baden-Württemberg, Deutschland. Tafel 69. Text: S. 118.
  2. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (Maximilian Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889. S. 93