Kirche (Heraldik)

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Kirche (frz.: église; engl.: church), Kirchturm (engl.: church tower), Kathedrale (frz.: cathédrale; engl.: cathedral), Domkirche (frz.: dôme; engl.: duomo), Kapelle (frz.: chapelle; engl.: chapel), Einsiedelei (frz.: ermitage; engl.: hermitage), Kirchenfenster (frz.: fenêtre d'église; engl.: church window) und andere Bauwerke oder Gebäudeelemente, die im Zusammenhang mit christlichen Religionsgemeinschaften stehen, sind in der Heraldik gemeine Figuren.

Darstellung

Bauwerke wie KirchenW-Logo.png, KirchtürmeW-Logo.png, KathedralenW-Logo.png, DomkirchenW-Logo.png, KapellenW-Logo.png, Einsiedeleien/EremitagenW-Logo.png und so weiter erscheinen im Wappenwesen als ideal stilisierte Wappenmotive. Nachbildungen von realen (kirchlichen) Bauwerken im Wappen werden in der Wappenbeschreibung nicht explizit erwähnt. Statt dessen wird die Nachbildung in der Kunstsprache der Heraldik umschrieben.

Beispiel: Dom zu Speyer
Blason: „In Silber ein rotes Kirchengebäude mit drei blaubedachten und mit goldenen Kreuzen besteckten Türmen und drei offenen Toren.“

Beispiel: Kirche in Rellingen
Blason: „In Silber die schwarze Seitenansicht einer achteckigen Barockkirche mit aufgesetzter Laterne und angebauten hohen Turm in Zopfstil, der auf der rechten Seite von einer roten Rose und schräg darunter von einem grünen Ahornblatt begleitet wird.“

Beispiel: Kirchturm mit Schiff von Cappel

Kirche

Das Bauwerk Kirche wird im Wappenwesen stark stilisiert gestaltet und erscheint gewöhnlich mit einem Kirchturm und einem Kreuz (manchmal auch mit Wetterhahn) an der Turmspitze. Die Darstellung und Farbgebung der Kirchen ist nicht einheitlich. Nicht jede einzelne Kirche und nicht alle Kirchenbauformen der realen Welt sind in Wappen darzustellen. Meist wird ein ideale Kirche aufgerissen, nur in Ausnahmefällen eine Nachbildung einer realen Kirche z. B. eines Ortes. Oft wird ein Mauerwerk angedeutet, Fenster und Türen werden meist in Schwarz tingiert. Besondere Merkmale (geschindeltes Dach, anders tingiertes Dach, Turmstellung rechts oder links, Standfläche und so weiter) sind zu melden.

„Während Kirchen in der alten Heraldik meist stark stilisiert in Seitenansicht vertreten sind, werden sie in der neueren Zeit auch perspektivisch dargestellt.“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[1]

„Kirchen (..) kommen einzeln vor (..) gewöhnlich mit einem Thurm, (..) Fünf brennende Kirchen führt die Stadt Fünfkirchen.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[2]

Kapelle

„(..) Kapellen kommen einzeln vor (..) entweder in Form wie Tafel XXV. Figur 36., oder ähnlich einer Kirche, in der Mitte mit einem Dachreiter (kleiner Thurm). Die von Capellen und von Capeller haben z. B. Kapellen im Wappen.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[2]

Verbreitung

Wappenmotive, die im Zusammenhang mit christlichen Religionsgemeinschaften stehen (Kirche, Kapelle, Kirchturm) gehören neben der Brücke, der Burg, dem Kastell und dem Turm zu den verbreiteten gemeinen Figuren.

Wappenbilderordnung

Symbolik

Die Aufnahme eines Kirchenmotivs in eine Wappen wird oft genutzt, um ein redendes Wappen zu führen (beispielsweise bei Orten wie „Seekirch“, „Waldkirch“ „Weißkirchen“, „Kirchberg an der Murr“ und so weiter).

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Kirchen in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Kirchtürme in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Einsiedelei/Eremitage/Ermitage/Hermitage in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Orthodoxe Kirchen in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Kappellen in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Oswald, Gert: Lexikon der Heraldik. Mannheim, Wien, Zürich. 1984. S. 224.
  2. 2,0 2,1 J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.