Wyvern

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Wyvern wird vom Erzengel Michael und anderen Engeln bekämpft, Liber Floridus (1448)
Hl. Georg im Kampf mit dem einem Wyvern (um 1470)

Wyvern (/ˈwaɪvərn/, seltener auch Wivern) ist die Bezeichnung für ein drachenartiges Fabelwesen, das je nach lokaler Tradtionen, Mode und Zeitgeist unterschiedlich dargestellt und beschrieben wird. Vorwiegend in der Heraldik des anglo-amerikanischen Sprachraums bezeichnet der Ausdruck eine gemeine Figur.

Etymologie

Das Wort Wyvern ist seit dem 17. Jahrhundert mit der Bedeutung „Zweifüßiger Drache mit Flügeln“ nachgewiesen. Es entstammt dem mittelenglischen wyvere, wyver (13. Jahrhundert), das selbst von dem altfranzösischen wivre (französisch guivre und v(o)uivre) abgeleitet ist. Wivre (= „Schlange“) ist ab 1150 belegt[1], vuivre ab der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts[2]und ab 1636 guivre.

Das altfranzösische Wort stammt vom lateinischen vipera (Viper) ab.[3] Das „V“ hat sich durch den altniederfränkischen Einfluss auf altfranzösich zu „W“ entwickelt. Siehe althochdeutsch wipera.[4][5]

Darstellung

Viele Quellen geben an, daß ein Wyvern nur zwei Beine (manchmal keine) besitzt, die adlerartige Krallen haben:

„Der zweibeinige Drache wird in der englischen Wappenkunde wyvern genannt (..)“

Carl Alexander von Volborth (2001)[6]

Wird der Wyvern in der Heraldik als „natürlich“ beschrieben, sind nach „Boutell's Heraldry“ Kopf, Rücken und Beine grün zu tingieren, Brust, Bauch und die Unterseite dagegen rot[6].

In der Heraldik des deutschsprachigen Sprachraums ist die Bezeichnung Wyvern nicht gebräuchlich. Sämtliche drachenartige Wappentiere, die diesem Wappenmotiv ähneln, werden gewöhnlich mit den Bezeichnungen Drache, Lindwurm oder ähnlich gemeldet, wobei spezielle Attribute (fledermaus-/adlerartige Flügel, Giftstachel am Schwanzende, Anzahl der Füße und so weiter) gegebenenfalls dezidiert aufzulisten sind.

Trento-cathedral-relief with wyvern.jpg Flag of Wessex.svg Arms Arbuthnot of Edinburgh (entire).svg 1st Duke of Marlborough arms.png
Ein wyvern, der mit einem Wolf kämpft; Relief, Kathedrale in Trento, Italien Ein goldener Wyvern ist das Symbol des alten Königreich WessexW-Logo.png Wyfern als Schildhalter (Wappen der Baronets Arbuthnot in Edinburgh) Wappen von John Churchill, 1. Duke of Marlborough

Paraheraldik

In der Paraheraldik sind Wyvern in sehr vielen Bereichen und sehr unterschiedlichen Zusammenhängen als Symbol, Maskottchen, Verbandsabzeichen oder ähnliches gebräuchlich. Beispielsweise führt der englische Profifußballverein Leyton Orient in seinem Vereinswappen zwei Wyvern, die sich mit den Füßen auf einem Fußball abgestützt gegenüberstehen.

Heraldik-Humor: Tryvern

In Anlehnung an Wyvern, Drachen und Lindwürmern erfand Jochen Wilke für einen kanadischen heraldischen Spaß-Wettbewerb („Critters' Contest“, Herbst 2005) das fiktive Tier Tryvern (erfolglos). Ob dieses Wesen jemals einen Platz in der modernen Heraldik findet, ist unwahrscheinlich, aber nicht völlig auszuschließen. LaughingOutLoad.gif

Darstellung in der modernen Fantasy

Moderne Adaption eines Wyvern

Bekannt ist der Wyvern heute oftmals aus der modernen Fantasy-Literatur beziehungsweise aus Computerspielen, wo er meist als kleinere und weniger mächtige Form des Drachen dargestellt wird. Oftmals nicht in der Lage Feuer zu spucken, ist er dafür aber meistens mit einem Giftstachel am Schwanzende ausgerüstet. Anders als der Drachen wird er ferner als nicht besonders intelligent - wenn nicht gar dumm - beschrieben. Doch die Darstellungen variieren sehr stark. Ein Beispiel für eine Film-Adaption ist der Fantasy-Horror-Film "Wyvern - Rise of the Dragon", in dem der Wyvern als ein bösartiger Drache dargestellt wird.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Wyverns in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Wyvern – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Conte de Floire et Blancheflor. Éditions J.-L. Leclanche. 1869.
  2. Médicinaire liégeois. Éditions J. Haust, p. 104, ligne 263.
  3. T. F. Hoad, English Etymology, Oxford University Press, 1993 (ISBN 0-19-283098-8). S. 546.
  4. Site du Centre National de Ressources Textuelles et Lexicales: Herkunft von vouivre (fr)
  5. Site du Centre National de Ressources Textuelles et Lexicales: Herkunft von guivre (französisch)
  6. 6,0 6,1 Volborth, Carl Alexander von: Fabelwesen der Heraldik in Familien und Städtewappen, Stuttgart und Zürich 1996 Belser-Verlag, auch 2001. S. 31


Fensterraute links oben ausgebrochen.png Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Wyvern“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 9. Juli 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.