Maske (Heraldik)

Aus Heraldik-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Maske (gemäß WBO, Nr. 9946)
Zwei Theatermasken, die obere fröhlich die untere grämlich (Wappen der Familie Gauselmann)
Unten: 2 farbgewechselte, abgewendete, durch zusammengeknotetes Band verbundene Theatermasken, die rechte heiter, die linke ernst (MettmachW-Logo.png)

Die Maske (von arabisch قناع maskharatNarr‘, ‚Posse‘, ‚Hänselei‘, ‚Scherz‘, auch Larve genannt; frz.: masque; engl.: mask) ist in der (neueren) Heraldik

  • eine gemeine Figur. In der älteren Heraldik sind Gesichtsbedeckungen („Masken“) keine gebräuchlichen gemeinen Figuren.
  • ein Morphem („-maske“), das unter anderem Helmbedeckungen typisiert, die eine kopfartige Form besitzen und die Schädelpartie eines Wappenhelmes umschließen.

Abgrenzung

Besondere Maskenmotive in Form von spezifischen Mensch-, Tier-, Teufels-, Totenmasken et cetera sind im Wappenwesen konsistent, klar und eindeutig zu blasonieren. Gebräuchliche Ausdrücke der heraldischen Terminologie, die aus historischen Gründen für bestimmte Figuren reserviert sind, sollte man bei der Wappenbeschreibung nicht für eine spezifische Masken-Figur verwenden.

Maske als gemeine Figur

Darstellung

Die gemeine Figur Maske ist gewöhnlich einer „Theater-“ oder einer „Fastnachtmaske“ in Form eines menschlichen Anlitzes nachempfunden, wie sie seit der griechischen Antike im abendländischen Kulturkreis gebräuchlich ist. Die Mimik der Maske (lachend = Komödie; weinend = Tragödie) und seitliche Bänder zur Befestigung der Gesichtsbedeckung können gemeldet werden. Die Maske erscheint in der Regel frontal und mit frei bleibenden Nasenlöchern, Mund und Augen. Durch die frei bleibenden („durchbrochenen“) Motivteile sollte die Tingierung des Schildes (oder des Feldes) erkennbar sein, damit die Maske trotz der heraldischen Stilisierung als solche erkennbar ist. Wenn die Maske in Gold oder Silber erscheint, wird die Erkennbarkeit einer Maske auch durch Nasenlöcher, Mund und Augen in Schwarz angedeutet. Eine seitliche Darstellung (wie im Motivmuster der WBO) sollte in der Wappenbeschreibung erwähnt werden.

Das Morphem „-maske“

Bärenmaske = über den Helm gezogenen Bärenkopf, der in eine Helmdecke übergeht (Wappen Albrecht Grassauer)

Das Morphem „-maske“ typisiert in der Heraldik unter anderem in eine Helmdecke übergehende Wappenhelmbedeckungen, die eine kopfartige Form besitzen und die Schädelpartie eines Wappenhelms zumeist mit ihrem Maul/Mund umschließen („Helmmaske“).

Das Wort Bärenmaske besteht aus Bär- und aus -maske. Es ist teilweise in der heraldischen Literatur[1] für eine entsprechende Wappenhelmbedeckung gebräuchlich. Auch die Ausdrücke Löwenmaske, Ochsenmaske, Delphinmaske, Menschenmaske und andere können über den Helm gezogene „maskenartige Köpfe“ beschreiben, die in eine Helmdecke übergehen. Im kanadischen Wappen von Ryan Patrick Pannell erscheint in der Helmzier eine Haimaske („Haihelmmaske“), das ist eine in die Helmdecke übergehende Wappenhelmbedeckung, die eine kopfartige Haiform besitzt und mit dem Haimaul den Wappenhelm umschließt (Crest: „A great white shark’s head and skin proper engoulant the helmet“). [2]

Löwenmaske

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Löwenmaske

Der Ausdruck Löwenmaske ist in der Heraldik mehrdeutig; er beschreibt nicht nur eine Wappenhelmbedeckung, sondern auch eine wohldefinierte gemeine Figur, die einem „hersehenden Löwenkopf“ nachempfunden ist. Von einer „löwenkopfartigen Maske“ („Maske/Gesichtsverkleidung in Form eines Löwenkopfes“) ist die Löwenmaske streng zu unterscheiden.

Wappenbilderordnung

Einzelnachweise

  1. Zum Beispiel bei Galbreath, D. L.; Jéquier Léon: Handbuch der Heraldik. Augsburg 1990. S. 178.
  2. Wappen Ryan Patrick Pannell. Toronto, Ontario. In: Public Register of Arms, Flags and Badges („the announcement of the Letters Patent was made on March 12, 2016, in Volume 150, page 739 of the Canada Gazette.“). Abgerufen am 29. August 2017 (englisch, Crest: „A great white shark’s head and skin proper engoulant the helmet“).