Glocke (Heraldik)

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Glocke mit anders gefärbtem Klöppel

Die Glocke (frz.: cloche; engl. bell) ist in der Heraldik eine gemeine Figur.

Darstellung

Die gemeine Figur Glocke ist dem gleichnamigen selbsttönendes Musikinstrument nachempfunden. Sie erscheint gewöhnlich als Kirchenglocke (andere Formen sind zu melden). Die Wappenfigur kann mit oder ohne Klöppel dargestellt sein. Ist der Klöppel andersfarbig als die Glocke, so wird dies mit der Farbangabe „[Farbe] beklöppelt“ beschrieben.

Die Glocke kann alle heraldischen Tinkturen annehmen, Gold und Silber werden bevorzugt. Auf Sinnsprüche, Devisen oder Jahreszahlen auf der Glocke wird verzichtet. Bei Vorhandensein sind diese Merkmale dann wichtig und erwähnenswert.

Gelegentlich wird eine Kirchenglocke mit Glockenturm oder Glockenstuhl gezeigt. Die Art und Weise, wie die Glocke mit dem Glockenturm/-stuhl kombiniert ist, ist zu melden („hängend“, „belegt mit“ oder ähnlich).

Glocken und Schellen werden auch im Oberwappen als Helmzier verwendet. Zur Unterscheidung in Familien sind diese Klangkörper im Schildhaupt, Obereck oder in einer Vierung zu finden.

Varianten

Kuh-/Schafglocke

Auch kommen die Kuhglocken vor, werden aber vorrangig einem Wappentier an einem Halsband um den Hals gehängt. Die Bandfarbe wird bei der Beschreibung erwähnt.

Bauernglocke

Friedensglocke

Schiffsglocke

Schiffsglocken im Wappen sind selten.

Glöckchen / Glöcklein

Kleinere Glocken („Schellen“) sind oft in größerer Anzahl im Wappen. Auch Personen können solche Schellen an der Bekleidung haben, insbesondere an Hüten.

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Schelle (Heraldik)

Verwendung

Eine zersprungene Glocke war im Wappen der Pariser Scharfrichterfamilie Sanson in der Amtszeit von 1688 bis 1847. Diese Darstellung wird zu den onomatopoetischen Wappen gerechnet, da französisch es „san son“ ohne Klang bedeutet [2].

Wappenbilderordnung

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Glocke in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Kuhglocke in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur

  1. Blason: „In Grün ein spitzgiebeliger, oben mit einem Kreuz besteckter silberner Glockenturm, darin über einer Dreipassrosette eine rundbogige Öffnung mit einer goldene Glocke am schwarzen Glockenstuhl; oben rechts beseitet von einem goldenen Birkenblatt und links von einem goldenen Mühlrad.“ Das Birkenenblatt steht für den Gemeindeteil Birkholz.
  2. Lexikon der Heraldik, Gert Oswald, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1984


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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag (Heraldik) „Glocke (Heraldik)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 1. Juni 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine (Heraldik)&action=history Liste der Autoren verfügbar.