Rosenkranz (Heraldik)

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Rosenkranz
 
als Kranz von Blättern mit eingeflochtenen Rosen
(gemäß Siebmacher)
 
als Gebetskette
(im Wappen von Mníšek)

Der Rosenkranz ist in der Heraldik eine Bezeichnung für zwei verschiedene gemeine Figuren, die in den Wappenbeschreibungen genau auseinandergehalten werden sollten. Der Rosenkranz ist

  • Entweder: „Ein Kranz von grünen Blättern mit einzelnen eingeflochtenen Rosen“[1]
  • Oder: Eine mit Perlen und einem Kreuz versehene Zähl- oder GebetsketteW-Logo.png[2]


Rosenkranz als Blätter-/Blumenkranz

Rosenkranz (Tafel XXIV. Figur 45. 46.): das heißt ein Kranz von grünen Blättern mit einzelnen eingeflochtenen Rosen, führen zum Beispiel die Freiherren und Fürsten Wrede und die von Biedersee in Anhalt; zu melden ist hierbei die Anzahl der Rosen. Auch die Freiherrn von Reichmeister werden ursprünglich wohl eine Rosenkranz geführt haben, jetzt jedoch führen sie statt der Rosen eingeflochtene silberne Ringe.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Rosenkranz als Gebetskette

Eine Gebetskette wie der Rosenkranz (auch Paternoster, Rosenschapel genannt; frz.: patenôtre ou chapelet; engl.: rosary) ist seit dem 14. Jahrhundert in der katholischen Kirche in Verwendung. Gebets-, Zähl- oder Perlenketten/-schnüre werden aber auch in anderen christlichen Konfessionen und nicht-christlichen Religionen (Islam, Buddhismus, Hinduismus) benutzt. Der Ursprung von Gebetsketten als Motive der Heraldik ist nicht sicher bekannt.

Darstellung

Dargestellt wird im Wappen eine Gebetsschnur mit Perlen und mit einem kleinen Kreuz an einem gesonderten Teil. Die Besetzung der Gebetskette mit Rosen (dem Namen entsprechend) ist zu melden. Selten ist der religiöse Gegenstand der einzige Gegenstand im Wappen oder Wappenfeld. Manchmal wird ein Pilgerstab, ein Buch oder ähnliches dazugestellt. Auch als Nebenmotiv in der Hand einer anderen gemeinen Figur oder um deren Hals hängend (meist mit Nonne, Priester oder ähnlichem) erscheint der Rosenkranz in Wappen. Teilweise wird um den Schild gehangen[3]. Eine vorherrschende Tingierung ist nicht erkennbar.

Verwendung

Vorrangig schmückt der Rosenkranz Wappen von Prioren und Prälaten. In der kirchlichen Heraldik ist der Gebrauch häufiger.

Wappenbilderordnung

Symbolik

Beide Motive -- Kranz und Gebetsschnur -- können auch redend für Familien mit dem Namen Rosenkranz oder ähnlich stehen.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Christlicher Rosenkranz in der Heraldik – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Literatur

  • Walter Leonhard: Das große Buch der Wappenkunst. Verlag Georg D. W. Callwey, München 2001, ISBN 3-8289-0768-7

Einzelnachweis

  1. 1,0 1,1 J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.
  2. Vgl. Oswald, Gert: Lexikon der Heraldik. Bibliographisches Institut Leipzig. 1984. S. 335.
  3. Carl Christian Friedrich Siegel: Handbuch der christlich-kirchlichen Altertümer, in alphabetischer Ordnung, mit steter Beziehung auf das, was davon noch jetzt im christlichen Kultus übrig geblieben ist. Band 4, Verlag Ludwig Schumann, Leipzig 1838, S.285


Fensterraute links oben ausgebrochen.png Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Rosenkranz_(Heraldik)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 03. Juni 2012 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.