Fußort

Aus Heraldik-Wiki
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Fußort als Heroldsbild
Ort in der heraldischen Topografie
 
Feld 8 = Fußort
(klassische Schildteilung mit neun Feldern)
 
Neunmal geschacht

Fußort (auch Punkt, Fersenstelle, Fußstelle, Schildfußstelle; frz.: ajouré en base, canton en pointe; engl.: canton in middle base) ist in der Heraldik

  • in der heraldischen Topografie eines Wappenschildes ein spezifischer Platz (Stellungsangabe bei einer oder mehreren gemeinen Figuren im Schild).
  • ein Heroldsbild, das mittig am unteren Schildrand (beziehungsweise in der „Schildspitze“) im Wappen anliegt und -- durchbrochen vom Schildrand -- gewissermaßen eine quadratische Form hat.

Darstellung

Eine Seite des Fußortes ist etwa 2/7 bis 1/3 der Schildbreite lang. Das Heroldsbild ist anders gefärbt als der Schild. Die Fachliteratur leitet es entweder aus dem Heroldsbild Schildfuß oder aus einem neunmal geschachten Schild ab:

  • Variante A: Der Fußort entsteht dadurch, daß man einen gedachten Schildfuß zweimal senkrecht teilt (spaltet), so daß gewissermaßen drei gleiche gedachte Rechtecke erscheinen. Das Mittlere wird Fußort genannt, die beiden außenliegenden rechtes und linkes Untereck.
  • Variante B: Der Fußort liegt in einem gedachten zweimal geteilten und zweimal gespalten Schild (dem sogenannten neunmal geschachten Schild) bei reihenweiser Feldzählung auf der Stelle 8 (bzw. bei pfahlweiser auf der Stelle 6).

Oswald

Fußstelle: die unterste Stelle eines Schildes (siehe Fußreihe), auf die bei Wappenvereinigungen dann wiederum selbständige kleine Schildchen gesetzt werden können.“

Gert Oswald: Lexikon der Heraldik (1984)[1]

Abgrenzung

  • Dem Fußort gegenüber steht am oberen Schildrand mittig der sogenannte Ort (auf Stelle 2).

Wappenbilderordnung

  • Der Fußort wurde zusammen mit dem Ausdruck Schildfußstelle in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Vierungen, Schach, Ort, Schindeln unter der Nr. 0247 aufgenommen.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Oswald, Gert: Lexikon der Heraldik. Mannheim, Wien, Zürich. 1984. S. 141.