Schildfuß

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Schildfuß
(Heroldsbild, 27 der Schildhöhe, gemäß WBO, Nr. 0156)
Topografie
 
2 = Schildfuß (Schema)
 
Die Plätze 7, 8 und 9 bilden den Schildfuß („Fußreihe“).
 
5) = „Schildfuß“/ „Fußreihe“/ „Fuß“
(gemäß Wappen­bilder­ordnung)

Schildfuß (frz.: champagne; engl.: base, plain point) ist in Heraldik

  • ein Heroldsbild, welches unterhalb der Teilungslinie im unteren Drittel des Wappens erscheint.

In der heraldischen Topografie bezeichnen die Ausdrücke Schildfuß, Fuß und Fußreihe

Fußreihe

In einer Schildtopografie mit neun Plätzen entspricht der Schildfuß den Plätzen 7, 8 und 9 („Fußreihe“). Die einzelnen Plätze in der Fußreihe sind:

Das Heroldsbild Schildfuß

Zinnenschildfuß
In Kleeblatt ausgehender Schildfuß

Das Heroldbild Schildfuß ist einem an den unteren Schildrand verschobenen Balken nachempfunden. Seine Höhe beträgt von etwa 2/7 bis 1/3 der Schildhöhe.

Bei der Schildfuß-Darstellung werden die Gestaltungsmittel, die beim Wappenschild zur Anwendung gelangen, analog eingesetzt:

  • Gemeine Figur: Im Schildfuß dürfen sich gemeine Figuren befinden.
  • Tingierung: Der Schildfuß darf in allen heraldischen Farben tingiert sein.
  • Heroldsbild und Teilung: Im Schildfuß sind Heroldsbilder und die heraldischen Teilungen, Spaltungen und Ständerungen zur Gestaltung erlaubt.
  • Bordierung: Der Schildfuß kann bordiert (eingefaßt) sein. In diesem Fall sind heraldische Bord-Darstellungsformen auch bei der Darstellung des Schildfußbords gestattet. Beispiele sind Kugel-Schildfußbord, Lilien-Schildfußbord, Zinnen-Schildfußbord, gestückt, in Farbe wechselnd, oder mit Gegenständen (Sternen, Kreuzen oder Herzen ...) belegt.
  • ... und so weiter.

Eine wichtige Rolle besitzt die Begrenzungslinie, die Schildfuß und obere Schildhälfte voneinander teilt. Sie kann statt von einer geraden von einer nach allen Wappenschnitten ein- oder ausgebogenen krummlinigen Form sein. Zum Beispiel wird sie als Kleeblätter, Kreuze, Lindenblätter, Herzen oder ähnliches Heroldsbild geführt, ein-/ausgebogen und maximal bis zur Schildmitte hochgezogen. Im Blason werden Schildfußgestaltungen, die sich durch eine eigentümliche Begrenzungslinie ergeben, mit beschreibenden Begriffen wie Zinnenschildfuß, Wellenschildfuß und Zahnschildfuß notiert.

Besondere Schildfuß-Varianten

Es gibt eine Reihe Schildfüße, die besonders blasoniert und/oder besonders gestaltet werden.

Boden, Rasen, Hügel und Dreiberg

Boden,
Grund,
grüner Schildfuß
Ein auf die Hälfte seiner natürlichen Breite (etwa 1/7 der Schildhöhe) verringerter Schildfuß wird als Boden blasoniert. Ein besonders schmaler Boden wird Grund genannt.
Reichenbach bei Hornberg.jpg
Grüner Boden[1]
Wird der Schildfuß von drei bogenförmigen Linien vom restlichen Schild getrennt, so entsteht der Dreiberg. Der Dreiberg ist vermutlich die ursprüngliche Variante für die Blasonierungen Boden, Rasen und Hügel
Wappen Hartschwand.png
Klassische Heraldik:
Dreiberg[2]
Rasen Ist ein verringerter Schildfuß „grün“ tingiert und deutet womöglich mit Konturlinien kleine Grashalme an, wird er in der neueren Heraldik Rasen genannt. Dem mittelalterlichen Wappenwesen war der Rasen nicht bekannt.
Wappen Tannroda.png
Neuere Heraldik:
Grüner Boden = Rasen[3]
Wird der Schildfuß mit einem bogenförmig gewölbten Kreisteil dargestellt, blasoniert diesen die klassischen Heraldik als „Gewölbter Schildfuß“ oder als „Bogenschildfuß“. In der neueren Heraldik wird diese Wappenfigur dagegen „Hügel“ genannt.
 
Klassische Heraldik:
Gewölbter Schildfuß[4]
 
Hügel[5]

Flammenschildfuß

Einzelne Flammen aber auch der gesamte Flammenschildfuß (geflammter Schildfuß) dürfen in ihren Abmessungen über die gewöhnliche Schildfußbreite/-höhe hervorragen. Sie symbolisieren ein Feuermeer, vielleicht auch die Hölle und dieser besondere Schildfuß darf entsprechend blasoniert werden.

Schildfußpfahl und Schildfußflanke

Der Schildfuß wird auch mit dem Pfahl oder der Flanke kombiniert. Er erhält bei gleicher Tinktur der beiden Figuren den entsprechenden Eigennamen: Schildfußpfahl bzw. Schildfußflanke (auch rechte oder linke Fußflanke genannt).

Schrägfuß

Eine seltene Abart des Schildfußes ist der Schrägfuß in der Ausführung rechts oder links. Dabei verläuft die Teilungslinie von der Mitte des Randes der Wappenseite schräg zum Schildfußpunkt. Natürlich sind auch beim Schrägfuß unterschiedliche heraldische Gestaltungsmittel erlaubt.

Schildfußbalken

Wenn auf der Fuß-Teilungslinie mittig ein Balken gelegt wird, ist es ein Fußbalken (Schildfußbalken). Dieser kann erhöht oder erniedrigt sein. Das hängt von der Lage der gedachten Balkenmittellinie zur Fußteilungslinie ab.

Roter Schildfuß

Ein rot tingierter Fuß wird in vielen großen Wappen als Regalienfeld bezeichnet.

Galerie

Wappenbilderordnung

  • Das Heroldsbild Schildfuß wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Teilungen unter der Nr. 0156 aufgenommen.
  • Die schildtopografische Angabe „im Schildfuß [..]“ wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Stellung im Schilde (oder Felde) bei einer oder mehreren Figuren der gleichen Art unter der Nr. -397 aufgenommen.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Schildfuß – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Reichenbach (Hornberg), Deutschland. Blason: „In Silber auf grünem Boden eine grüne Tanne mit schwarzem Stamm
  2. Hartschwand, Deutschland. Blason: „In Silber auf einem grünen Dreiberg eine grüne Tanne.
  3. Wappen von Tannroda, Deutschland. Blason: „In Silber auf grünem Boden eine Tanne.
  4. Wappen von Elend (Harz), Deutschland: Blason: In Rot eine silberne Spitze belegt mit einer aus grünem gewölbtem Schildfuß wachsenden Tanne.
  5. Wappen von Welzheim, Deutschland. Blason: „In Silber auf grünem Hügel eine grüne Tanne.
  6. Wappen von Baar-Ebenhausen, Deutschland. Blason: Gespalten von Silber und Blau, überdeckt von einem gesenkten Wellenbalken in verwechselten Farben; vorne eine blaue heraldische Lilie, hinten eine goldene Gugel. Bedeutung: Die Regierung von Oberbayern genehmigte 1986 das Wappen. Die Lilie symbolisiert Baar, die Gugel Ebenhausen. Die silber-blauen Farben erinnern an die Wittelsbacher. (Quelle: Baar-EbenhausenW-Logo.png)


Fensterraute links oben ausgebrochen.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Schildfuß“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 24. April 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.