Leiste (Heraldik)

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Dieser Artikel behandelt das Heroldsbild „Leiste“; die gemeine Figur „Leisten/Schusterleisten“ ist unter Leisten (Heraldik) aufgeführt.
Leiste
 
1/7 der Schildhöhe
 
1/6 der Schildhöhe

Die Leiste (auch Stabbalken oder Strichbalken genannt; frz. buréle; engl.: barrulet) ist in der Heraldik ein Heroldsbild.

Darstellung

Die Leiste leitet sich vom Heroldsbild Balken ab. Genau wie ein Balken erscheint eine Leiste, indem man sich zwei parallellaufende waagerechte Begrenzungslinien von Rand zu Rand denkt, die ein Feld oder ein Wappenschild in drei Flächen aufteilen. Die oberere und die untere Fläche besitzen zwingend die gleiche heraldische Farbe, die sich von jener der eigentlichen Leiste unterscheidet. Wenn oberhalb und unterhalb der Teilungslinien nicht die gleichen Farben verwendet werden, spricht man nicht von einer „Leiste“, sondern von „Teilung“.

Die Begrenzungslinien einer Leiste stehen eng beieinander. Sie erscheint insgesamt schmaler als der Balken und wird allgemein mit etwa der Höhe von der Hälfte eines Balken dargestellt. Gewöhnlich hat ein einzelne Leiste eine Höhe von etwa 1/7 bis 1/6 der Schildhöhe, der Heraldiker Gert Oswald spricht von nur 1/8 der Schildhöhe[1]. Diese Angaben sind kein heraldisches Dogma, sondern eine Empfehlung. Je nach Wappen und Wappendarstellung und Kontext, kann die Leistenhöhe leicht variieren, wenn dies dem Gesamteindruck des Wappens förderlich ist. Erscheinen mehrere Leisten im Schildbild werden die Höhen entsprechend angepaßt.

Siebmacher

Leiste (Stabbalken, Tafel IV. Figur 7.) heisst ein auf die Hälfte seiner gewöhnlichen Breite (also gleich 1/7 der Schildhöhe) verringerter Balken (..)“

Siebmacher/Gritzner (1889)[2]

Galerie

Ausprägungen

Ist der Verlauf einer Leiste diagonal in der Fläche, wird sie als Schrägleiste bezeichnet. Es wird die Richtung "Schräglinks-" mit angegeben, wenn der Verlauf von vorn unten nach hinten oben ist. Bei entgegengesetzter Richtung ist die Angabe nicht erforderlich.

Wappenbilderordnung

Die Leiste (= Stabbalken) wurde zusammen mit der Bezeichnung Leistenstab („Fadenbalken“)[4] in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) unter der Nr. 0162 aufgenommen.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Oswald, Gert: Lexikon der Heraldik. Mannheim, Wien, Zürich. 1984. S. 253.
  2. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.
  3. Blason: „In Gold zwischen zwei ausgebogenen grünen Schrägunterecken eine blaue Schildfußstelle; auf den Schrägunterecken ein verbindender blauer Stabbalken, oben begleitet von einem linksgewendeten schwarzen Pflug.“
  4. Vgl. Band 2, Seite 190: Wappenbilderordnung. Symbolorum armorialium ordo, hrsg. vom Herold - Verein für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften zu Berlin. Bearb. von Jürgen Arndt und Werner Seeger, 2 Bde, 2. ergänzte u. berichtigte Aufl., Neustadt a. d. Aisch 1990-1996 (kurz: WBO). Bd. 1.: Wappenbilder; Bd. 2: General-Index.
    Editorische Notiz: Zugleich Neubearbeitung des Handbuchs der heraldischen Terminologie von Maximilian Gritzner (Einleitungsband, Abt. B des Neuen Siebmacherschen Wappenbuches, Nürnberg, 1890).


Fensterraute links oben ausgebrochen.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Leiste_(Heraldik)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 4. Juni 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.