Albrecht IV. (Bayern)

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Albrecht IV. der Weise nach einem Gemälde von Barthel Beham
Ritterturnier in München vor Albrecht IV. von Bayern im Jahr 1500
Glasfenster „Herzog Albrecht IV. von Bayern, empfohlen vom hl. Johannes“ aus der Kartause Prüll, heute im Bayerischen Nationalmuseum

Albrecht IV. der Weise (* 15. Dezember 1447 in München; † 18. März 1508 ebenda) war der letzte Herzog von Bayern-München und ab 1503 Herzog von ganz Bayern.

Albrecht war ein Sohn Herzog Albrechts des Frommen von Bayern. Eigentlich war er für eine geistliche Laufbahn bestimmt, und nach des Vaters Tod 1460 hatten die älteren Söhne Johann IV. und Sigismund gemeinsam die Regierung übernommen. Als aber Johann 1463 starb, kehrte Albrecht aus Pavia, wo er studierte, nach München zurück und trotzte seinem Bruder am 10. September 1465 die Mitregierung ab. Herzog Sigismund legte am 3. September 1467 die Regierung nieder, zog sich in seine Schlösser zurück und Albrecht regierte fortan allein.

Aber auch die beiden jüngsten Brüder, Christoph der Starke und Wolfgang, wollten daraufhin an der Regierung teilhaben. Herzog Albrecht straffte die Zügel und wollte vor allem Herzog Christoph den Starken im Zaum halten, der in den Straubinger Landen und im Bayerischen Wald in der Ritterschaft seine Unterstützer fand. Albrecht konnte 1468/69 im Böcklerkrieg die Ritter niederwerfen, woraufhin Christoph für vorerst fünf Jahre und später ebenso wie Wolfgang endgültig auf die Mitherrschaft verzichtete.

1485 gewann Albrecht durch das Aussterben der Herren von Abensberg deren Herrschaft hinzu, und 1486 schloss sich die bankrotte Reichsstadt Regensburg dem Herzogtum an. 1487 heiratete er Kunigunde von Österreich, die Tochter Kaiser Friedrichs III., und schließlich bekam er von seinem Vetter Siegmund dem Münzreichen noch ganz Habsburgisch-Schwaben (Vorderösterreich) überschrieben, so dass er enorm an Macht hinzugewann. Dem Kaiser, den schwäbischen Herrschern und Reichsstädten missfiel dieser Machtzuwachs, und so bildeten sie auf Befehl des Kaisers vom Juni 1487 gegen ihn den Schwäbischen Bund (gegründet am 14. Februar 1488).

Albrecht schloss dagegen in Ingolstadt im Juni 1487 ein Bündnis mit Kurfürst Philipp von der Pfalz und Herzog Georg von Bayern-Landshut. Durch eine ungewohnte Steuererhebung brachte er wieder die Ritter der Straubinger Lande und des Bayerischen Waldes gegen sich auf, die sich 1489 gegen Albrecht im Löwlerbund zusammenschlossen, während Georg sich im selben Jahr mit dem Kaiser aussöhnte. Albrecht konnte die Löwler niederwerfen, aber Kaiser Friedrich III. stellte 1492 ihn und die Reichsstadt Regensburg unter Reichsacht. Bei Kaufering stand Albrechts Heer Mitte Mai 1492 den zahlenmäßig überlegenen Truppen des Schwäbischen Bundes gegenüber, da lenkte der Herzog ein. Im Frieden von Augsburg 1492 gab Albrecht IV. alle Erwerbungen wieder ab.

Der große Krieg folgte 1503 mit dem Landshuter Erbfolgekrieg. Herzog Georg der Reiche von Bayern-Landshut war gestorben und wollte sein Erbe gegen die Hausverträge der Wittelsbacher an seine Tochter Elisabeth überschreiben, die den Pfalzgrafen Ruprecht geheiratet hatte. Ruprecht hatte die Pfälzer und Böhmen hinter sich, Albrecht den Schwäbischen Bund und König Maximilian. Nach dem Tod Ruprechts und Elisabeths 1504 wurde der Landshuter Erbfolgekrieg unter großen Verlusten beendet und Ober- und Niederbayern nach zweieinhalb Jahrhunderten wieder vereint. Um die Einheit Bayerns in Zukunft zu wahren, erließ 1506 Albrecht IV. das Primogeniturgesetz, wonach in Zukunft das Land unteilbar und der männliche Erstgeborene der zukünftige Erbe sein sollte.

Nachkommen

Herzog Albrecht IV. heiratete am 3. Januar 1487 in Innsbruck die Erzherzogin Kunigunde von Österreich (1465–1520), Tochter des Kaisers Friedrich III. und dessen Gattin Infantin Eleonore von Portugal. Aus der Ehe stammen acht Kinder.

  1. ∞ 1518 Markgraf Kasimir von Brandenburg-Kulmbach († 1527)
  2. ∞ 1529 Pfalzgraf Ottheinrich von Pfalz-Neuburg († 1559)

Literatur

  • Thomas Feuerer: Herzog Albrecht IV. von Bayern und seine Klosterpolitik. Statistische und prosopographische Studien zum vorreformatorischen landesherrlichen Klosterregiment im Herzogtum Bayern von 1465 bis 1508. 2 Bände, Diss., Regensburg 2005.
  • Maren Gottschalk: Geschichtsschreibung im Umkreis Friedrichs I. des Siegreichen von der Pfalz und Albrechts IV. des Weisen von Bayern-München. Diss., München 1989.
  • Hans-Josef Krey: Herrschaftskrisen und Landeseinheit. Die Straubinger und Münchner Landstände unter Herzog Albrecht IV. von Bayern-München. Shaker, Aachen 2005, ISBN 3-8322-3937-5 (zugleich Diss., Eichstätt 2000).
  • Edmund von Oefele: Albrecht IV. (Herzog von Bayern). In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 233 f.

Weblinks


Vorgänger Amt Nachfolger
Johann IV. und Siegmund Herzog von Bayern
1465–1508
Wilhelm IV.

Quellenhinweis

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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Albrecht_IV._(Bayern)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 21. Mai 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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