Deutsche Forschungsgesellschaft für Heraldik und Genealogie mbH

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Deutsche Forschungsgesellschaft für Heraldik und Genealogie mbH
(Pro Heraldica)
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Rechtsform GmbHW-Logo.png
Gründung 1972 als Dr. Mohr GmbH;
1977 umbenannt
Sitz DeutschlandDeutschland Stuttgart, Deutschland
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten (Dependance in USA)

Leitung

  • Harald Heimbach,
    Geschäftsführer
  • Rolf Sutter,
    Wissenschaftliche Leitung
Mitarbeiter 43 (2014)[1]
Erlös/Umsatz (nicht bekannt)
Branche Genealogisch-heraldische Dienstleistungen
Website pro-heraldica.de

Die Deutsche Forschungsgesellschaft für Heraldik und Genealogie mbH (Markenname: Pro Heraldica, vormals „Dr. Mohr GmbH“) ist ein auf gewerbliche Ahnenforschung und Wappengestaltung spezialisiertes Unternehmen mit Sitz in Stuttgart und erledigt jährlich maximal 700 bis 800 Forschungsaufträge; im Jahr 2014 beschäftigte es nach eigenen Angaben 43 Mitarbeiter.[1]

Geschichte

Das heutige Unternehmen wurde 1972 als Dr. Mohr GmbH (Geschäftsführer Herbert K. Mohr) gegründet und 1977 umbenannt. An der Gründung und Entwicklung des Unternehmens hatte Ottfried Neubecker maßgeblichen Anteil, der sich dem Unternehmen 25 Jahre widmete.[1] Die Gesellschaft akquirierte seit der Gründung 1972 über 49.000 Aufträge und arbeitet nach eigenen Angaben mit etwa 300 genealogisch-heraldischen Fachleuten im In- und Ausland zusammen.[1] Seit 1997 ist Harald Heimbach geschäftsführender Gesellschafter. Im Juli 2013 eröffnete Pro Heraldica unter dem Namen „Pro Heraldica USA“ eine Dependance San Diego, Kalifornien, USA.[2]

Geschäftsfeld

Das primäre Geschäftsfeld des Unternehmens ist im Auftrag der Kunden die Erforschung von Familiengeschichten, die Erstellung von Stammbäumen, Ahnentafeln, Familien- und Firmenchroniken, die Prüfung der Führungsberechtigung historischer Wappen, die Gestaltung neuer Familienwappen nach heraldischen Regeln und kunsthandwerkliche Umsetzungen der Wappen.

„Auf Wunsch bekommen die Kunden ihr Wappen auf Siegelringen, Schmuck, Uhren, Briefpapier Porzellan oder Glas, dazu aufwendige Familienchroniken, handgemalte Stammbäume und Ahnentafeln aus echtem Pergament.“

Stefan Dangel (Ventura, Banking-Magazin; 4/2011)[3]

Archiv / Bibliothek

Dem Unternehmen steht für seine Recherchen eine große private Fachbibliothek beziehungsweise ein Archiv für Heraldik und Genealogie zur Verfügung. Archiv/Bibliothek enthalten mehr als 100.000 Siegel, 30.000 Bände, 80.000 Akten, darunter das familiengeschichtliche und heraldische Archiv Dochtermanns sowie die Wappenrolle Dochtermann (insgesamt 1,3 Kilometer Regalfläche).[1]

Öffentliche Wahrnehmung

Marktführer

In der öffentlichen Wahrnehmung wird hervorgehoben, dass Pro Heraldica der „gewerbliche Marktführer“ („Branchenprimus“, „Branchenriese“) im Bereich Genealogie und Heraldik in Deutschland sei.[3][4][5] Diese Feststellung nimmt Bezug auf Merkmale wie Qualität, Bekanntheitsgrad, Prestigeträchtigkeit, Breite der Produktpalette, Tradition, Zahl der Ländervertretungen, Stückzahlen, Service; sie erfolgt jedoch meist ohne genaue Angaben zum Marktanteil, zu anderen Marktteilnehmern oder zum gesamten Marktvolumen aller Markteilnehmer und ohne detaillierte Angaben zum Unternehmensumsatz/-wert.

Marketingstrategie

Dank seiner Marktführerschaft agiert Pro Heraldica weitgehend unabhängig von Wettbewerbern und legt Preisuntergrenzen fest, die in der öffentlichen Wahrnehmung und in Pressestimmen das Angebot des Unternehmens auf solvente Kunden begrenzt, während für gering ausgestattete Kunden die Dienstleistungen des Unternehmens in der Regel keine wirkliche Option sind[6]:

„Beim Stuttgarter Unternehmen kann ein vom Illustrator auf Rindspergament gemalter Stammbaum schon mal so viel wie ein Kleinwagen kosten (..) „Unsere Branche ist immer ein Stück weit elitär“, sagt Harald Heimbach. Der Geschäftsführer von Pro Heraldica (..) „Vom Multimilliardär bis zum Maurermeister“, so charakterisiert er seine Klientel. Viel Mittelstand, viele Selbständige, wenig Ostdeutsche, keine Migranten (..)“

Jan Friedmann (Der Spiegel. 2011)[4]

„Es ist, wie so oft, eine Frage des Geldes. Schon im 16. Jahrhundert ließen sich reiche Kaufmannsfamilien Wappen verleihen, indem sie König oder Kaiser finanziell unterstützten. „Heute kann man sogar im Internet ein Wappen kaufen“, sagt Sutter. Das kostet dann ein paar hundert Euro. Die Rechnung, die er stellt, ist vierstellig.“

Rüdiger Ott (Blick vom Fernsehturm: 2011)[7]

„Die aufwendige Suche hat ihren Preis. Bei Pro Heraldica beispielsweise beträgt das Grundhonorar 2.000 Euro. Danach wird erfolgsabhängig abgerechnet, je nachdem, wie weit man den Stammbaum zurückverfolgen kann und möchte.“

Sybille Hettich (tina, 2009)[8]

„Ein fundiert recherchierter Stammbaum plus Dokumentation der Recherche plus Familienchronik kostet mindestens 10.000 bis 15.000 Euro, sagt Petra Vetter kaufmännische Leiterin bei pro Heraldica. Die Kundschaft kann es sich in der Regel locker leisten.“

Uschi Götz (Deutschlandfunk, 2009)[9]

Soziales und kulturelles Engagement

Im Jahre 2010 richtete Pro Heraldica in Stuttgart den Internationalen Kongress der Genealogischen und Heraldischen Wissenschaften aus.

Nach eigenen Angaben engagiert sich Pro Heraldica bei Projekten, Initiativen und Einrichtungen, die sich für Familien, Kinder und Jugendliche einsetzen und/oder in Schwierigkeit geratenen Menschen helfen. Unterstützt wurden in der Vergangenheit beispielsweise:[1]

  • Huruma-Schule, Tansania, Afrika, eine Schule für Kinder mit Behinderung
  • Aktion Verkehrs-Malbuch Alexandra-Sophia-Stiftung e. V. Stuttgart
  • Münsterbauverein e. V., Ulm
  • Museum Dr.-Otto-Schäfer-Stiftung, Schweinfurt
  • Aktion Sicherer Schulweg für Stuttgarter Kinder, Alexandra-Sophia-Stiftung e. V. und bw-Verlag, Filderstadt
  • Aktion des Radiosenders Antenne 1 zugunsten von Straßenkindern in Stuttgart
  • Stuttgarter Babyklappe

Im kulturellem Bereich unterstützt Pro Heraldica den Erhalt und die Restauration von kulturellem Artefakten, beispielsweise:

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Angaben gemäß Webseite der GmbH: Unternehmen. Abgerufen am 14. Januar 2014.
  2. Vgl.: Pro Heraldica USA. Internet: Abgerufen am: 15. Januar 2014.
  3. 3,0 3,1 Dangel, Stefan: Gut gewappnet. In: Ventura – Das Private Banking-Magazin Ihrer Sparkasse. Heft 4/2011, S. 28 f.
  4. 4,0 4,1 Friedmann, Jan: Ahnenforschung: Jedem seine Dynastie. In: Der Spiegel. 18/2011. S. 48.
  5. Zur Sache Stuttgart (Informationsmagazin): Seid gewappnet! Pro Heraldica: Marktführer in der Heraldik. Ausgabe 73. Juni 2013. S. 132, 133.
  6. Kante, Natalie: Die Suche nach Identität kann teuer werden. Das Degerlocher Unternehmen Pro Heraldica lebt von Familienforschung. In: Blick vom Fernsehturm. Der gemeinsame Lokalteil von Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten. Nr. 87. vom 28. Juli 2008.
  7. Ott, Rüdiger: Herold der Neuzeit. In: Blick vom Fernsehturm. Der gemeinsame Lokalteil von Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten. Nr. 46. vom 18. April 2011.
  8. Hettich, Sybille: Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln. In: Tina. 29. Juli 2009.
  9. Götz, Uschi: Wissen, was war und was bleibt. Hilfe bei der Recherche von Familienstammbäumen. Beitrag vom 02.01.2009 im Deutschlandradio. Internet: [1]. Abgerufen: 15. Januar 2014.