Wernher von Braun

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Wernher von Braun, Mai 1964
im Marshall Space Flight Center

Wernher Magnus Maximilian Freiherr von Braun (* 23. März 1912 in Wirsitz, preußische Provinz Posen; † 16. Juni 1977 in Alexandria, Virginia) war ein deutsch-US-amerikanischer Raketentechniker, Pionier und Visionär der Raumfahrt.

Biographie

Der Raketenforscher Dr. Wernher von Braun war ein deutscher Baron (Freiherr), geboren in Wirsitz (Posen) am 23. März 1912, der zweite von 3 Söhnen, mit einem eindrucksvollen Stammbaum. Sein Vater Magnus (1877-1972) diente in den 1930er Jahren als Landwirtschaftsminister in der Weimarer Republik. Seine Mutter, Emmy von Quistorp (1876-1959) war eine Tochter von Wernher von Quistorp (1856-1908). In Landshut, am 1. März 1947, heiratet Wernher von Braun seine Cousine Maria von Quistorp (* Berlin 10.6.1928).

Von 1937 bis 1945 war Wernher von Braun der technische Direktor der Heeresversuchsanstalt Peenemünde auf der Insel Usedom. Hier leitete er unter anderem die Entwicklung des Aggregats 4, kurz A4 genannt, einer Großrakete mit Flüssigtreibstoff. Ab 1943 wurde die Rakete in Serie gebaut und nach ihren ersten Einsätzen auf London V2 (Vergeltungswaffe 2) genannt. Das Aggregat 4 war eine der ersten Boden-Boden-Raketen überhaupt. Neu war an dieser Rakete auch, schubstarke Flüssigkeitstriebwerke mit einem Kreiselsystem zu koppeln.

Am 2. Mai 1945 stellte sich von Braun zusammen mit einigen Wissenschaftlern aus seinem Team den US-Streitkräften in Oberjoch, wo er im Sporthotel Ingeburg, dem heutigen Alpenhotel, Unterschlupf gefunden hatte. Im Frühjahr 1946 wurden die Wissenschaftler in die USA verbracht, nachdem schon 1945 mehr als hundert Raketen-Entwickler im Rahmen der Operation Overcast (seit März 1946 Operation Paperclip genannt) in die USA verschifft worden waren. Nach einer schriftlichen Verlobung reiste Wernher von Braun im Februar 1947 in das besetzte Deutschland zurück und heiratete am 1. März 1947 in Landshut seine Cousine Maria von Quistorp. 1949 reiste die Familie von Braun offiziell in die USA ein. Von Braun wurde nun technischer Berater des US-amerikanischen Raketenprogramms. Ab 1950 arbeitete er in Huntsville (Alabama) als Leiter der Redstone-Entwicklung, einer atomaren Kurzstreckenrakete der US Army. Am 14. April 1955 wurde von Braun US-amerikanischer Staatsbürger. Zur NASA wurde er offiziell am 21. Oktober 1959 überstellt. 1960 wurde von Braun zum Direktor des Marshall Space Flight Center in Alabama ernannt, eine Position, die er bis 1970 innehatte. Dort war er maßgeblich an den erfolgreichen Mercury-, Gemini- und Apollo-Programmen beteiligt. Er leitete die Entwicklung der ersten Stufe der Saturn-V-Trägerrakete, die am 27. Oktober 1961 das erste Mal gezündet wurde. Sein größter Erfolg und Erfüllung langjähriger Träume aber war die bemannte Mondlandung im Jahr 1969. Sein größter Erfolg und Erfüllung langjähriger Träume aber war die bemannte Mondlandung im Jahr 1969. Sein sowjetischer Rivale Sergei Pawlowitsch Koroljow, der Vater der sowjetischen Raumfahrt, konnte dieses Ereignis nicht mehr erleben – er war bereits 1966 gestorben. Von 1970 bis 1972 war Wernher von Braun stellvertretender Direktor der NASA und setzte sich für eine Fortführung der Projekte ein, darunter auch für eine bemannte Mars-Mission. Enttäuscht von den starken Budgetkürzungen durch den US-Kongress verließ er 1972 die NASA und wurde Vizepräsident von Fairchild, einem Luft- und Raumfahrtkonzern. Wernher von Braun starb am 16. Juni 1977 in Alexandria (Virginia) an Krebs.

Wappen

Die Wappen von Braun, von Wartenberg, anhaltscher Adel, Gefreit 1573 und 1699. In Schlesien begütert. Preuss. Anerkennung des Freiherrenstandes vom 17. Dezember 1860 nach Beweis direkter Abstammung von den 1699 in den Reichsfreiherrenstand erhobenen Ernst Konrad von Braun auf Armenruh, Harpersdorf und Langendorf für den Oberstleutnant a. D. Victor Friedrich Ferdinand von Braun auf Neucken in Ostpreussen und seine Neffen, den Hauptmann Leopold im 1. Grenardierregiment, den Oekonomie-Inspektor Carl, den Hauptmann Werner, den Premierleutnant Friedrich im 43. Inf.-Regt., den Oekonomie-Inspektor Wilhelm, den Leutnant Maximilian im 3. Grenadierregiment und den Leutnant Julius von Braun im 41. Inf.-Regt.[1]

Wappen Wernher von Braun (Stammwappen), gezeichnet vom Heraldiker Carl Alexander von Volborth
Stammwappen von Braun

Das freiherrliche Wappen von 1573
Das freiherrliche Wappen 1629
  • Stammwappen: In Silber drei 2, 1, rote Wecken mit den Spitzen zusammen gestellt. Auf dem Helm zwischen drei gestürzten silbernen Fischen zwei rote (alias silber) Federn Decken: rot-silber.
  • Das freiherrliche Wappen von 1573 hat den Schild geviertet, 1 und 4 Stammwappen, 2 und 3 von Schwarz u. Gold schräggeteilt mit einem Löwen in verwechselten Farben. Helme wie oben. Decken: rot-silber.
  • Das freiherrliche Wappen 1629 hat den Schild wie das obige, item den Helm, dazu noch einen II., der den Löwen des Schildes (gold-schwarz geteilt) trägt. Decken: re. rot-silber und li. schwarz-gold [2]

Stammtafel

Auszug: Stammtafel Wernher v. Braun (Ahnengemeinschaft ©

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Quelle: J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, III. Band, 2. Abteilung, 2. Band, 1. Teil: Der Preussische Adel: Nachträge u. Verbesserungen: Edelleute ( G.A. Von Mülverstedt). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1906.
  2. Quelle: J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, III. Band, 1. Abteilung: Der Adel des Königreichs Preußen: Grafen und Freiherrn ( O.T. Von Hefner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1857.