Wasser (Heraldik)

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Silbernes „Wasser“ über grünem Ufer
(nach Siebmacher; nach WBO Nr. 1201: „Meer“)

Wasser (auch Gewässer, Wassermasse oder ähnlich genannt; französisch eau; englisch water) bezeichnet in der Heraldik

  • eine Wappenfigur, die als monochrome, meist blaue Farbfläche ausgeführt ist, in der sich wellenartige, meist schwarze Konturlinien („Wellen“) befinden.
  • einen gebräuchlichen Ordnungsausdruck innerhalb von Wappenbilderordnungen, der sich an den gleichlautenden umgangssprachlichen Begriff anlehnt und eine Gruppe von gemeinen Figuren als „Wasser-Motive“ zusammenfaßt.
  • heraldisch-umgangssprachlich manchmal auch eine kurze Umschreibung für ein Heroldsbild oder ein Wappenmotiv, das mit wasser-/wellenartigen Wappenschnitt (wie z. B. dem Wellenschnitt) ausgeführt ist oder durch „Wellenlinien“ begrenzt im Wappen erscheint.

Darstellung

Wasser oder auch Wellen kommen im Schildfuss oft vor und sind nicht unheraldisch; dass aber, wie es Tafel XXV. Figur 12. den Anschein hat, der ganze Ocean vom Ufer aus gesehen, dargestellt wird, ist recht wenig heraldisch. Man giebt übrigens den Wellenschlag des ruhigen Wasser in der Regel ~~~~~~~ so an und bezeichnet diesen Wellenschlag: ̮̮̮̮̮̮ ̮̮̮̮̮̮ ̮̮̮̮̮̮ ̮̮̮̮̮̮ ̮̮̮̮̮̮ ̮̮̮̮̮̮ ̮̮̮̮̮̮ als „Meer“.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Über Wasser oder Wellen erscheinen in der Kommunalheraldik oft Abbildungen von Gebäuden, Stadtmauern und so weiter:

Heraldische Gliederung

Gemeine Figuren aus dem Bereich „Wasser“ sind in der Wappenbilderordnung in unterschiedlichen Untergruppen zwischen 1200 und 1299 zusammengefaßt:

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie (M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.
  2. Wappenbeschreibung: „In Blau über blauem Wasser eine sich erhebende goldene Burg mit geschlossenem roten Tor. Auf der Burgmauer stehen zwei sich verjüngende Türme; in ihrer Mitte ein von Rot, Silber und Schwarz geteilter und halbgespaltener Schild.“
  3. Wappenbeschreibung: „In Blau über Wasser eine goldene Burg mit ungezinnter Mauer und drei gezinnten Türmen, der mittlere Turm stärker als die beiden äußeren, alle drei Türme mit rotem Spitzdach, goldenem Knauf und schwarzer Fensteröffnung; auf der Torstelle ein silberner Schild mit golden bewehrtem roten Adler.“
  4. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein, Wappenbeschreibung: „In Silber über abwechselnd silbernen und blauen Wellen eine rote, freistehende Ziegelburg mit Zinnenmauer, drei mit blauen Spitzdächern versehenen Zinnentürmen, davon der mittlere etwas höher und breiter, und mit offenem Tor, darin das holsteinische Wappen (in Rot das silberne Nesselblatt).“
  5. Wappenbeschreibung: „In Silber über blauen Wellen eine gemauerte rote Brücke mit vier Bogen, überhöht von einem fünfstrahligen blauen Stern. “
  6. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein, Wappenbeschreibung: „In Rot auf blau-silbernen Wellen segelnd ein silbernes Vollschiff mit gerefften Bramsegeln am Fock- und Kreuzmast.“