Studentenverbindung

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Dieser Artikel erläutert die Studentenverbindungen in deutschsprachigen Ländern. Zu anderen Bedeutungen siehe Studentenverbindung (Begriffsklärung).

Eine Studentenverbindung oder auch Studentenkorporation ist ein Verband von Studenten und ehemaligen Studenten einer Universität, Hochschule oder ähnlichen Institution, der Brauchtum und gewachsene Traditionen pflegt.[1] In Österreich und der Schweiz bezeichnen sich auch Schülerverbindungen so.

Außer dem Conventsprinzip und dem Lebensbundprinzip gibt es wenige Merkmale, die allen Verbindungen gemein sind.[2] Ihre Geschichte behandelt der Artikel Geschichte der Studentenverbindungen.

Überblick

In Studentenverbindungen gestalten Studenten ihre Studienzeit in einer organisierten Gemeinschaft, der aktive wie nicht aktive Mitglieder lebenslang verbunden bleiben.[1] Zudem ist das Conventsprinzip, ein Organisationskonzept geprägt von Autonomie und basisdemokratischer Entscheidungsfindung, eine wichtige Gemeinsamkeit aller studentischen Korporationen.[3]

Studentenverbindungen sind in der Regel in der Rechtsform des nicht eingetragenen Vereins organisiert.[4] So gibt es etliche Studentenverbindungen, die vom Namen her zwar Vereine sind, trotzdem aber zu den Studentenverbindungen gezählt werden. Neben dem Lebensbundprinzip und dem Conventsprinzip ist auch das Vorhandensein von Comments – traditionellen Regelwerken für verschiedene Bereiche des Zusammenlebens – ein wichtiges Merkmal zur Unterscheidung zwischen Studentenverbindungen und -vereinen.

Ein Ziel des Lebensbundes ist es, Kontakte und Freundschaften zwischen den Generationen zu ermöglichen, die der Vernetzung dienen. Bei den meisten Verbindungen duzen sich alle Mitglieder unabhängig von ihrem Alter und beruflichen Status ohne besondere Vereinbarung von dem Moment an, in dem ein Student als „Fuchs“ der Verbindung beitritt.

Vor dem Erreichen des ersten akademischen Abschlusses sind studentische Mitglieder Teil der so genannten Aktivitas. Diese organisiert in der Regel im Rahmen ihres Semesterprogramms selbstverantwortlich Veranstaltungen: wissenschaftliche Weiterbildungen (Studium Generale), Feste und Feiern, je nach Ausrichtung aber auch sportliche und musische Aktivitäten in der Freizeit, bzw. allgemein die Pflege des gesellschaftlichen Lebens, dazu gehört auch die Pflege von Studentenliedern.

Bei vielen traditionsorientierten, schlagenden Verbindungen ist das akademische Fechten, die Mensur, ein fester Bestandteil ihres Gemeinschaftslebens.[5] Die Mehrzahl der deutschen Verbindungen ist heute nicht schlagend. Die übrigen erwarten die so genannte Mensur entweder von jedem Mitglied (pflichtschlagend) oder stellen sie ihm frei (fakultativ schlagend).

Nach dem Studium folgt die Philistrierung: Fortan ist man in der Korporiertensprache „Alter Herr“ oder „Hohe Dame“ und gehört zu einer von der Aktivitas verschiedenen, eigenen Organisationsstruktur: dem Philisterium. Dieses unterstützt aus seinen Mitgliedsbeiträgen unter anderem die Verbindung finanziell; es hat in der Regel die Rechtsform eines eingetragenen Vereins (e. V.).

Das Brauchtum vieler Verbindungen entstand oft vor dem 19. Jahrhundert und stammt großenteils aus einer besonderen studentischen Kultur und Lebensweise, die seit dem Mittelalter bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts für alle Studenten üblich war.[6] Ab etwa 1850 entwickelte sich daraus die Kultur der Studentenverbindungen, in der alte, in weiten Teilen der Studentenschaft vergessene ausgeprägte Traditionen konserviert wurden. Dazu gehört bei vielen Verbindungen das Tragen von Farben, dem so genannten Couleur, in Form von Studentenmützen oder Bändern. Andere tragen diese nicht, sondern führen bei Zusammenkünften nur ihre farbigen Studentenwappen und Fahnen mit (farbenführend im Gegensatz zu farbentragend). Wieder andere verzichten selbst darauf (schwarze Verbindungen).

Die meisten Verbindungen nehmen traditionell nur Männer auf. 1899 wurden die ersten Damenverbindungen gegründet, die nach 1945 aber allesamt nicht wieder Fuß fassen konnten. Um das Jahr 1970 wurden die ersten bis dahin rein männlichen Verbindungen durch die Aufnahme von Frauen in gemischte Verbindungen umgewandelt. Erst seit den 1980er Jahren gibt es auch wieder rein weibliche Studentenverbindungen; ihre Zahl hat seit 2000 stark zugenommen.[7]

Etwa 10 bis 15 Prozent der deutschen Studentenverbindungen, vor allem Burschenschaften, halten auf ihren Häusern Veranstaltungen zur politischen Bildung ab. Im Mittelpunkt stehen hierbei – auch bei österreichischen Verbindungen – vor allem Fragen der deutschen Einheit, des deutschen Volkstums, der deutschen Nation und der Freiheit.

1984 gehörten in Deutschland etwa zwei bis drei Prozent aller Studenten einer Verbindung an. Damals bezeichneten sich etwa 170.000 bis 200.000 studierende oder berufstätige Personen in Deutschland und Österreich als „Verbindungsstudenten“.[8] Die Hochschulorte mit den meisten noch aktiven Verbindungen in Deutschland sind München (84 Verbindungen), Berlin (63), Bonn (51), Göttingen (42) und Aachen (42), in Österreich sind das Wien (118), Graz und Innsbruck (je 42), in der Schweiz Zürich (26), Genf (20) und St. Gallen (18).[9]

Verbindungsarten

Es gibt unterschiedliche Formen studentischer Korporationen. Am häufigsten findet man an Universitäten heute

Darüber hinaus gibt es Hochschulverbindungen an Orten ohne eigene Universitäten, die sogenannten Ferialverbindungen.

Diese Verbindungsarten unterscheiden sich beträchtlich durch ihre Prinzipien, ihre Geschichte und spezifischen Gebräuche. Trotz aller Vielfalt treten bestimmte Formen besonders häufig auf, die in der folgenden Tabelle aufgeführt sind. Diese enthält jedoch nicht alle Dachverbände und keine dachverbandsfreien Verbindungen. In der Liste der Dachverbände von Studentenverbindungen findet man ferner die erloschenen und heute noch aktiven Dachverbände und ihre Merkmale.

Verbindungsform Ausprägung Dachverbände Anzahl der Verbindungen
Katholische Studentenverbindungen ft, ns CV, RKDB, ÖCV, TCV, StV, KÖL, historisch: KDV 276
Corps ft, ps KSCV, WSC 161
Burschenschaften ft, ps/fs DB, DBÖ, CDC, NeueDB, SK 158
Katholische Studentenvereine ff, ns KV, UV, ÖKV 126
Landsmannschaften ft, ps CC, ÖLTC 73
Damenverbindungen ft/ff, ns VCS, VfM, teilweise organisiert in SV, SB und UV ca. 70
christliche Studentenverbindungen meist ft, ns Schwarzburgbund, Wingolfsbund, Wartburg-Kartell 61
Sängerschaften und Akademische Musikverbindungen ft/ff, fs/ns Weimarer CC und SV 44
Akademische Turnvereine ff, ns ATB, ATBÖ 41
Vereine Deutscher Studenten ff, ns VVDSt – KV 40
Turnerschaften ft, ps/fs CC und MK 34
Ferialverbindungen ft, ps/ns Freistädter DC, Waidhofener Kartell 34
Jagdverbindungen ft, ps/fs WJSC und KAJC 17

Legende: ft=farbentragend; ff=farbenführend (=nicht farbentragend); schw=schwarz (hat keine Farben); ps=pflichtschlagend; fs=fakultativ schlagend; ns=nichtschlagend

Von den 1880er Jahren bis 1933 (Deutsches Reich) bzw. 1938 (Österreich) existierten auch jüdische Studentenverbindungen, die als Reaktion auf zunehmende antisemitische Ausgrenzungsversuche seitens der bestehenden Studentenverbindungen gegründet wurden [10]. Vorher konnten Juden in den meisten Verbindungen problemlos Mitglied werden. Prinzipienbedingte Ausnahmen galten natürlich für die christlichen Studentenverbindungen. Nach dem Ende der Hitler-Diktatur (Zeit des Nationalsozialismus) kam es zu keinen Wiedergründungen.

Einige Korporationen haben seit den 1970er Jahren die Geschlechtertrennung aufgehoben. Es gibt einige sportlich, religiös, kulturell oder musisch ausgerichtete gemischte Studentenverbindungen (beispielsweise im Akademischen Turnerbund (ATB), im Sondershäuser Verband und teilweise im Schwarzburgbund), in denen Männer und Frauen gleichberechtigte Mitglieder stellen. Im katholisch ausgerichteten Unitasverband können nur reine Damenverbindungen und reine Männerverbindungen Mitglied werden. Die allermeisten Verbindungen und ihre Verbände handhaben es jedoch weiterhin so, dass sie zwar nach wie vor keine Frauen aufnehmen. Meist ist es aber so, dass weibliche Gäste bei diesen Verbindungen praktisch täglich im Alltag oder auch auf Veranstaltungen präsent sind.

Die Gründung von eigenen Damenverbindungen wurde von einigen Korporationen und Korporationsverbänden logistisch und finanziell unterstützt. Diese Bemühungen waren bisher nur teilweise erfolgreich, obwohl Damenverbindungen (mit einer durch die Nazi-Zeit verursachten Unterbrechung) seit 1899 existieren. Lediglich in Österreich existieren derzeit größere Zusammenschlüsse von Damenverbindungen.

Aufbau

Die Aktivitas und das Conventsprinzip

Eine Verbindung gliedert sich in studierende und berufstätige Mitglieder. Die Aktivitas (bei Corps: Corpsburschen-Convent) ist die Organisationsform der studierenden Mitglieder. Sie ist meist als nicht eingetragener Verein organisiert, der nicht rechtsfähig ist. Die Mitglieder treffen ihre Entscheidungen demokratisch in Conventen. Sie wählen dort in jedem Semester einen Vorstand (häufig Chargia genannt), der sich meist aus drei „Chargierten“ oder „Chargen“ zusammensetzt, und den „Fuchsmajor“, der für die Neulinge (Füchse) verantwortlich ist. Alle Amtsinhaber können jederzeit, auch kurzfristig, abgewählt werden.

Aus historischen Gründen sehen die Convente für sich auch eine Art Aufsichtspflicht für ihre Mitglieder (siehe Comment), die bei Verstößen gegen gemeinsam und demokratisch festgesetzte Regeln Bestrafungen vorsieht. Dazu gehören geringfügige Geldstrafen in die Gemeinschaftskasse („Beireitungen“, „Frequenzen“, „Beifuhren“, „Poen“), aber auch „protokollarische Strafen“ („Verweise“ etc.) sowie den zeitweiligen oder endgültigen Ausschluss aus der Verbindung („Dimission“). Das Conventsprinzip wird heute häufig mit dem jüngeren Begriff Basisdemokratie umschrieben.

Besonders in großen Dachverbänden ist es üblich, dass einzelne Verbindungen mit mehreren Verbindungen an jeweils anderen Studienorten befreundete Verhältnisse abschließen – durchaus schriftlich mit Vertrag. So erhalten die Aktiven die Gelegenheit, bei gegenseitigen Besuchen andere Universitätsstädte in anderen geographischen Regionen kennenzulernen und ihren Horizont zu erweitern. Viele Arten von Verbindungen erlauben ihren Mitgliedern, nach Studienortwechseln bei anderen Verbindungen (in der Regel desselben Dachverbandes, vorzugsweise bei befreundeten Verbindungen) eine weitere Mitgliedschaft einzugehen. Bei farbentragenden Verbindungen werden dann lebenslang zwei Couleur-Bänder gleichzeitig getragen („Zwei-Farben-Bruder“, „Zweibändermann“ etc.). Einige Verbindungen schließen weitere Mitgliedschaften grundsätzlich aus (siehe auch: Lebenscorps).

Aufgrund ihres Selbstverständnisses als selbstverwaltete studentische Zusammenschlüsse sehen sich die Convente der Studentenverbindungen als autonom an. Sie betrachten sich als unabhängig von staatlichen und universitären Autoritäten, von Parteien und anderen politischen oder gesellschaftlichen Gruppen. Das hat in der Geschichte auch zu Konflikten mit dem Staat geführt. So waren die Verbindungen im Zuge der Karlsbader Beschlüsse (1819–1848) verboten, ebenso während der nationalsozialistischen Herrschaft ab 1935 und in der DDR.

Die Aktivitates der meisten Verbindungen können heute über ein eigenes Haus oder eine Wohnung (Korporationshaus) zum Treffen und Wohnen verfügen. Verbindungen, die nicht darüber verfügen, treffen sich regelmäßig in öffentlichen oder gemieteten Versammlungsräumen (in Deutschland Konstante, in Österreich Studentenbude genannt). Der Erwerb und der Betrieb der Immobilien wird von den „Alten Herren“ finanziert, was niedrige Mieten für Studentenzimmer ermöglicht.

Fuchsenzeit und Burschenzeit

Personen, die einer Verbindung beitreten möchten, werden bis zum Eintritt oft „Spefüchse“ (von lat. spes, „Hoffnung“) genannt. Beim Eintritt in eine Verbindung macht der Student oder die Studentin eine Probezeit durch. Als „Fuchs“ oder „Fux“ bezeichnet, kann er/sie die Verbindung mit weniger Rechten, aber auch weniger Pflichten unverbindlich kennenlernen[11]. Er/sie wird mit den Traditionen und Werten seiner Verbindung vertraut gemacht und lernt befreundete Verbindungen kennen. Das dauert ein bis zwei Semester und endet mit der „Burschung“, (in manchen Dachverbänden: „Rezeption“/„Reception“/„Burschifikation“/„Burschifizierung“), womit man „(Corps-)Bursche“ (Vollmitglied) wird[12]. Bei vielen gemischten Verbindungen wird „Fuchs“ oder „Bursch“ als nicht geschlechtspezifischer Status betrachtet, weswegen auch Frauen „geburscht“ werden.

Diese Vollmitglieder übernehmen die Hauptverantwortung des Aktivenlebens: Ämter (Chargen), Gastgeberrolle bei Veranstaltungen, Leitung verschiedener Convente oder Repräsentationspflichten bei Besuchen.[13] In dieser Zeit werden in „schlagenden“ Verbindungen die Mensuren gefochten.

Die restliche Zeit seines Studiums (beispielsweise in lernintensiven Phasen) ist der Verbindungsstudent jedoch Inaktiver und kann sich auf seinen Studienabschluss konzentrieren.[14]

In der Regel benötigt eine Verbindung mindestens drei „aktive“ Mitglieder zur Aufrechterhaltung des Aktivenbetriebs. Wenn diese Zahl unterschritten wird und durch „Reaktivierungen“ von „Inaktiven“ nicht ausgeglichen werden kann, muss die Verbindung „suspendieren“, das heißt, den Aktivenbetrieb schließen und sich auf Veranstaltungen der berufstätigen Mitglieder (Alte Herren) beschränken. Wenn wieder genügend Nachwuchs vorhanden ist, kann sich die Verbindung wieder „rekonstituieren“, also den Aktivenbetrieb wieder aufnehmen. Das ist manchmal noch nach Jahrzehnten der Suspension möglich.

Alte Herren und der Lebensbund

Ehemalige Studenten heißen unabhängig von ihrem Lebensalter „Alter Herr“, „Alte Dame“ oder „Hohe Dame“. Sie bilden gemeinsam das Philisterium. Das sind meist eingetragene Vereine (e. V.). Für die Aufnahme ist eine gesicherte Lebensstellung Voraussetzung, d. h. der oder die Betreffende sollte eine feste Arbeitsstelle gefunden haben.

Alte Herren haben zwar aufgrund von Familie und Beruf weniger Zeit als die Aktiven, können den Bund aber finanziell unterstützen: durch Jahresbeitrag und Spenden, vor allem aber durch den Unterhalt des Korporationshauses. Besonders Engagierte können auch Ämter im Altherrenverband und im Dachverband übernehmen.

Alte Herren und aktive Studenten treffen sich auf Veranstaltungen des eigenen Bundes, etwa beim Stiftungsfest oder bei Tagungen des jeweiligen Dachverbandes.

Das Lebensbund-Prinzip bedeutet eine lebenslange Verpflichtung, für alle Mitglieder der eigenen Verbindung einzustehen. Entgegen ursprünglichen Konzepten aus der Zeit um 1800 erlaubt es seit dem Inkrafttreten des BGB am 1. Januar 1900 jedoch auch freiwillige Austritte durch einseitige Erklärung des Austretenden[15] oder – bei schwerwiegendem Fehlverhalten – den zeitweiligen oder endgültigen Ausschluss aus der Verbindung auf Grundlage der Constitution. Ausgetretene Mitglieder können die Wiederaufnahme in das Philisterium beantragen.

Dachverbände

Die meisten Studentenverbindungen sind in Dachverbänden zusammengeschlossen, deren Zweck die gemeinsame Erreichung von festgelegten Zielen ist. Dazu gibt es verschiedene Arten: Manche Dachverbände sind lockere Zusammenschlüsse, die ihren Einzelverbindungen weit reichende Freiheiten lassen. Andere dienen hauptsächlich der Wahrung gemeinsamer, demokratisch festgelegter Prinzipien. Wieder andere verstehen sich als ein großer Bund mit Dependancen in verschiedenen Universitätsstädten. Daneben gibt es „verbandsfreie Verbindungen“, die keinem Dachverband angehören.

Viele deutsche Dachverbände haben sich wiederum zu zwei übergeordneten Interessenvertretungen vereint: Der Convent Deutscher Korporationsverbände (CDK) umfasst die Aktivenverbände von 11 Korporationsverbänden und damit etwa 200 Studentenverbindungen mit etwa 4.000 Studenten. Im Convent Deutscher Akademikerverbände (CDA) finden sich die Altherrenschaften von 15 Korporationsverbänden, zusammen. Er vertritt etwa 500 Altherrenschaften mit etwa 50.000 Mitgliedern.

Zum christlichen Europäischen Kartellverband (EKV) gehören die katholischen Korporationsverbände CV, KV, RKDB, TCV, der UV sowie nicht-deutsche Korporationsverbände.

(Siehe auch: Liste der Dachverbände von Studentenverbindungen)

Äußere Kennzeichen und Feiern

Farben

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Couleur

Als farbentragend werden Studentenverbindungen bezeichnet, deren Mitglieder (zumindest bei offiziellen Veranstaltungen) ein Band und eine Kopfbedeckung (Studentenmütze) in den Farben ihrer Verbindung (Couleur) tragen.[16]

Die von vielen Burschenschaften, aber auch einigen anderen Verbindungstypen häufig getragene Farbkombination Schwarz-Rot-Gold ist historischer Ausdruck des Wunsches nach Einigung der deutschen Länder in einem demokratischen Staat und wurde erstmals 1815 von der Urburschenschaft verwendet.

Daneben existieren seit 1857 sogenannte farbenführende Verbindungen, deren Mitglieder kein Couleur tragen. Ihre Farben finden sich häufig in dem Wichs und in Couleurgegenständen wie den so genannten Zipfeln. Manche nichtfarbentragende Verbindungen in Süddeutschland und in Österreich tragen zwar ein Band, aber keine Studentenmütze. Schwarze Studentenverbindungen tragen und führen keine Farben.

Zirkel

Der Zirkel ist eine monogrammartige Verschlingung von Buchstaben und enthält in der Regel die Anfangsbuchstaben des Verbindungsnamens und des Wahlspruchs der Verbindung.[17] Oft sind die Buchstaben v, c und f enthalten, was sich aus „Vivat circulus fratrum“ (lat. „es lebe der Kreis der Brüder“) bzw. „vivat, crescat, floreat“ („lebe, wachse und gedeihe“) zusammensetzt. Die Zirkel der heutigen Studentenverbindungen haben ihren Ursprung in kryptographischen Kürzeln, mit denen die Mitglieder der Studentenorden des 18. Jahrhunderts in schriftlichen Dokumenten ihre Ordenszugehörigkeit zum Ausdruck brachten.

Wappen

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Studentenwappen

Das Studentenwappen ist eine nicht streng den heraldischen Regeln folgende Form der Wappen und kam um das Jahr 1800 in Gebrauch.[18] Oft wird der Schild in vier Felder geteilt, bei Burschenschaften meist durch ein Kreuz. Diese Felder werden mit verschiedenen nichtheraldischen Identitätssymbolen der Verbindung ausgefüllt, zum Beispiel mit den Farben der Verbindung, mit dem Bundeszeichen, dem Zirkel, mit Hinweisen auf die Universitätsstadt, aber auch mit regionalen heraldischen Elementen. Dazu kommen weitere Symbole für Freundschaft und Ewigkeit, die teils aus der Freimaurerei, teils direkt aus der Antike übernommen wurden.

Farbenlied/Farbenstrophe

Als weiteres Zeichen der Zusammengehörigkeit haben farbenführende Verbindungen ein Farbenlied oder/und eine Farbenstrophe, die eine ähnliche Rolle spielt wie die jeweilige Nationalhymne für einen Staat. In einem Farbenlied werden meist die Verbindungsfarben gedeutet und Zusammengehörigkeit, Freundschaft und die lebenslange Treue der einzelnen Mitglieder zur Verbindung (Lebensbundprinzip) beschworen. Die Farbenstrophe ist bei Corps zumeist eine Zusatzstrophe zum Lied „So pünktlich zur Sekunde“. Katholische Verbindungen singen überwiegend ihre Farbenstrophe zur Melodie von "Wenn wir durch die Straßen ziehen". Das Farbenlied bzw. die Farbenstrophe wird grundsätzlich im Stehen und häufig a capella gesungen, meist zum Abschluss einer Kneipe oder eines Kommerses.

Feiern

Studentisches „Hospitium“ in Jena, Stammbuchmalerei um 1750: Der Gastgeber (links im Hausmantel mit Hausschlüssel) lässt seine Gäste trinken, „biß ihr unter dem tisch liegt“.

Verbindungen legen von jeher großen Wert auf gesellschaftliche Veranstaltungen und Feiern aller Art für ihre Mitglieder. Studenten lebten schon früher oft weit von ihren Familien entfernt und konnten ihre frei verfügbare Zeit selbstständiger gestalten und ohne elterliche Aufsicht mit ihren Vorlieben ausfüllen. Ein wichtiger Erwerbszweig in Universitätsstädten war daher schon immer die Gastronomie. Der alltägliche Konsum alkoholischer Getränke war für die meisten Studenten üblich und wurde im Laufe der Jahrhunderte zu einem beliebten Klischee in Literatur und (Volks-)Kunst. [19] Dazu bildeten sich allmählich spezielle studentische Veranstaltungsformen heraus.

Traditionelle Namen dafür sind etwa „Kneipe“ und „Kommers“, aber auch heute in Vergessenheit geratene Begriffe wie „Hospicium“ oder „Kränzchen“. Essen, Trinken und Rauchen waren darin bis zum frühen 19. Jahrhundert gleich wichtig.

Mit der Zeit kamen so immer mehr Neuerungen in studentisches Brauchtum. Sie verballhornten nun zum Teil auch ihre eigenen Riten: So entstand der „Bierjunge“ als Persiflage des studentischen Duells und der Mensur. Einige dieser Formen haben sich bis heute gehalten, fortentwickelt und werden in zeitgemäßer Form weiter gepflegt. So hat fast jede Verbindung alle oder mehrere der folgenden Veranstaltungen in ihrem Semesterprogramm:

  • Kneipe: Dies ist eine traditionelle Feier, die in einem festgelegten Rahmen (Bier-Comment) gestaltet wird. Es werden Reden gehalten und Lieder gesungen sowie meist Bier manchmal auch Wein getrunken. Im so genannten inoffiziellen Teil einer Kneipe werden meist auch „Biermimiken“ von den Teilnehmern der Kneipe vorgetragen; dies sind amüsante Reden, Dialoge oder Dichtungen.
  • Kommers: Dies ist die festliche und repräsentative Form der studentischen Kneipe. Kommerse finden typischerweise bei Stiftungsfesten, Stadt- oder Universitätsjubiläen statt. Dabei wird zu besonderen Anlässen ein „Landesvater gestochen“. Höhepunkt ist die Festrede, die meist von einem prominenten Kommersteilnehmer gehalten wird, der nicht unbedingt einer Verbindung angehören muss.
  • Stiftungsfest: Dies ist die Feier zu jedem Jahrestag der Gründung einer Studentenverbindung. Gesellschaftlicher Höhepunkt dabei ist der Stiftungsfestball.
  • Kongress/Verbandsfest/Verbandstagung: Dies ist die zentrale Veranstaltung eines Dachverbandes mit Arbeitssitzungen und gesellschaftlichen Bestandteilen (meist Kommersen und Bällen), die meist einmal jährlich oder alle zwei Jahre stattfindet.

Diese traditionellen Veranstaltungsformen finden bei einigen Verbindungen ohne weibliche Gäste bzw. bei Damenverbindungen ohne männliche Gäste statt, dies variiert jedoch beträchtlich nach Verbindung und/oder Verband. Veranstaltungen der traditionellen Art sind heute ohnehin in der Minderzahl gegenüber gemischten Veranstaltungen. Den Semesterverlauf füllen heutige Verbindungen überwiegend mit modernen Formen zwangloser Feste, die in der Regel mit Partnern und anderen Gästen in kleinem oder größerem Kreis stattfinden. Inzwischen laden viele Verbindungen mindestens einmal im Jahr alle Studenten zu einer großen Party ein, die dann oft mit mehreren hundert Teilnehmern gefeiert wird. Dazu wird das Korporationshaus, über das heute praktisch alle deutsche Verbindungen verfügen, für nichtkorporierte Besucher geöffnet.

Weitere Veranstaltungen sind primär auf die jeweiligen Schwerpunkte der Studentenverbindung ausgerichtet. So veranstalten Burschenschaften und wissenschaftliche Studentenverbindungen eine Reihe von wissenschaftlichen Abenden, musische Verbindungen Gesangsabende oder Konzerte, sportlich orientierte Verbindungen (wie Akademische Seglervereine oder Ruderverbindungen) sportliche Aktivitäten und christliche Studentenverbindungen religiöse Feiern.

Verbindungen in anderen deutschsprachigen Ländern

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Auch wenn sich die Studentenverbindungen im deutschsprachigen Raum über die Landesgrenzen hinweg stark ähneln, so gibt es dennoch einige Besonderheiten.

Österreich

Couleurkarte: Korporierte vor dem Goldenen Dachl in Innsbruck

Die Studentenverbindungen in Österreich sind im Großen und Ganzen mit den Verbindungen in Deutschland vergleichbar.

Untereinander sind sie aber tief in konfessionelle (v.a. katholische) und schlagende, bzw. national-freiheitliche Verbindungen gespalten. Gemeinsame Auftritte bei universitären oder allgemein gesellschaftlichen Veranstaltungen sind nach wie vor äußerst selten. Eine Ausnahme stellt der Ledersprung in Leoben dar. Der Cartellverband (CV/ÖCV) und der nicht farbentragende Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine (KV/ÖKV) koexistieren jeweils als deutsche und österreichische Verbände, weisen aber gemeinsame Wurzeln und teilweise eine gemeinsame Geschichte auf. Als Besonderheit existiert in Österreich der Akademische Bund der Katholischen-Österreichischen Landsmannschaften, die monarchistisch sind.

Die meisten österreichischen Burschenschaften sind in der Burschenschaftlichen Gemeinschaft (BG) organisiert, zu der 42 Burschenschaften gehören, die überwiegend der Deutschen Burschenschaft (DB) und der Deutschen Burschenschaft in Österreich (DBÖ) angehören. Diese macht im Gegensatz zur DB die Mensur für alle ihre Mitglieder verpflichtend. Die österreichischen Corps – auch die an reinen Technischen Universitäten – sind im KSCV organisiert, die Landsmannschaften im Coburger Convent.

Der größte Verband von Mittelschulverbindungen ist der Mittelschüler Kartell Verband (MKV). Die Schülerverbindungen selbst bezeichnen sich größtenteils als Studentenverbindungen.

Auffallend ist eine parteipolitische und weltanschauliche Nähe zwischen katholischen Korporationen und der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) einerseits, sowie zwischen Burschenschaften und Freiheitlicher Partei Österreichs (FPÖ) bzw. – weniger deutlich – dem von dieser abgespaltenen Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) anderseits.

Fast alle Bundeskanzler der ersten Republik aus der Christlichsozialen Partei und der daraus hervorgegangenen Vaterländischen Front, den Vorgängern der späteren ÖVP, gehörten katholischen CV-Verbindungen an. Der Österreichische Cartellverband (ÖCV) hatte sich nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland vom CV abgespalten, als gegen einen Beschluss der Vollversammlung die CV-Verbindungen in Deutschland diesen die Treue versicherten. Engelbert Dollfuß, der Begründer des autoritären Ständestaates, war zum Zeitpunkt seiner Ermordung Philistersenior seiner Studentenverbindung KÖHV Franco Bavaria (Wien). Teils posthum wurde ihm von fast allen Verbindungen des ÖCV die Ehrenmitgliedschaft (Bandphilister h.c.) verliehen. Sein Nachfolger als Bundeskanzler, Kurt Schuschnigg, war ebenfalls Mitglied einer ÖCV-Verbindung. In der Zweiten Republik waren und sind zahlreiche ÖVP-Politiker, etwa Andreas Khol, Michael Spindelegger, Günther Platter, Erwin Pröll sowie diverse Mitglieder von Landesregierungen und Bürgermeister, Mitglieder des ÖCV oder des MKV.

In der FPÖ sind traditionell zahlreiche Mitglieder von schlagenden Burschenschaften, daneben auch schlagenden Schülerverbindungen vertreten. Parteichef Heinz-Christian Strache ist Alter Herr der Wiener pennalen Burschenschaft Vandalia, der langjährige Parteiobmann der FPÖ und spätere Gründer des BZÖ Jörg Haider gehörte der fakultativ schlagenden Jägerschaft Silvania Wien an. Mehrere Nationalratsabgeordnete der FPÖ, darunter der dritte Nationalratspräsident Martin Graf, sind Alte Herren der als rechtsextrem angesehenen Burschenschaft Olympia, die 1961 behördlich aufgelöst und 1973 neu konstituiert wurde. Bekannte Waffenstudenten in den Reihen von FPÖ und BZÖ sind unter anderem die Nationalratsabgeordneten Werner Neubauer, Manfred Haimbuchner, Ewald Stadler und Lutz Weinzinger, der Europaabgeordnete Andreas Mölzer und der ehemalige Vizekanzler Herbert Haupt.

In der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ) sind heute Mitglieder von Studentenverbindungen kaum vertreten. Anders bei ihrer Gründung: Die sozialistischen Gründerväter Viktor Adler und Engelbert Pernerstorfer waren beide Burschenschafter. Auch später kamen immer wieder Sozialistische Politiker aus dem „nationalen“ waffenstudentischen Lager. Pars pro toto seien genannt: Eduard Speck, SPÖ-Bürgermeister von Graz 1945–1960 und Alfred Schachner-Blazizek, SPÖ-Mitglied der steirischen Landesregierung seit 1954, stellvertretender Landeshauptmann, Landesparteivorsitzender der SP-Steiermark ab 1960, 1965 stellvertretender SPÖ-Parteivorsitzender (beide Burschenschaft Arminia Wien).

Der von der SPÖ nominierte Präsident des Verfassungsgerichtshofs Gerhart Holzinger ist Alter Herr einer ÖCV-Verbindung. Auch der ehemalige parteiunabhängige Außenminister in der SPÖ-Alleinregierung (1970) und ursprünglich von der SPÖ 1974 nominierte Bundespräsident Rudolf Kirchschläger war Mitglied der katholischen Pennälerverbindung K.ö.St.V. Waldmark Horn im MKV.

Schweiz

Gemischte Studentenverbindung in Fribourg
Schweizer Chargierte bei einem Festumzug

Studentische „Gesellschaften“ sind in der Schweiz seit dem 18. Jahrhundert belegt. Die einzige traditionelle Volluniversität war die 1460 gegründete Universität Basel; sonst gab es in der deutschsprachigen Schweiz nur kleinere Bildungseinrichtungen im Range von Akademien und Kollegien ohne Promotionsrecht. Daher prägte sich die studentische Kultur dort weniger stark aus. Viele Schweizer gingen zum Studium nach Deutschland, wo sie im frühen 19. Jahrhundert viele landsmannschaftlich ausgerichtete Corps namens Helvetia gründeten, so in Freiburg im Breisgau (1815–1822, 1830–1834), Göttingen (1824–1829), Heidelberg (1811–1817, 1859–1862), München (1830–1831), Tübingen (1811–1816) und Würzburg (um 1805, 1820–1824).[20]

Als in den frühen 1830er Jahren die protestantischen, kantonalen Volluniversitäten Zürich und Bern gegründet wurden, kamen die Schweizer wieder in ihr Land zurück und brachten die studentischen Bräuche aus Deutschland mit. In diesen Jahren begannen die ersten Schweizer Verbindungen Couleur zu tragen und Mensuren zu fechten. Mit Ausnahme von Heidelberg 1859–1862 gab es danach auch kein Corps Helvetia mehr an einer deutschen Universität.

Das Korporationswesen in der Schweiz ähnelt heute dem in Deutschland und Österreich, allerdings mit einem Unterschied: Die drei großen Dachverbände „Schweizerischer Zofingerverein (Zofingia)“, „Studentenverbindung Helvetia“ und der „Schweizerischer Studentenverein (StV)“, dem deutschen CV nahe stehend, wurden von Anfang an als Dachverband gegründet und entstanden nicht aus Zusammenschlüssen einzelner Verbindungen. Daneben gehörten ihnen von Anfang an Verbindungen an Universitäten und Schülerverbindungen an. Letztere sind in der Schweiz weitaus häufiger anzutreffen als in Deutschland. Teilweise war es den Mittelschulverbindungen bis ca. 1957 verboten, in einem Verband mit Hochschulverbindungen zu sein.

Zudem waren alle drei Verbände ebenfalls von Anfang an politische Vereine. Der StV stand von Anfang an der CVP nahe, die Zofingia vor ihrer Aufspaltung und Trennung von der Helvetia den radikalen bzw. liberalen Bewegungen (heute FDP) und protestantischen Gedankengut des Reformators Zwingli. Bei der Gründung des heutigen Bundesstaates 1848 spielte sie eine wesentliche Rolle.

Zudem gibt es den Falkensteinerbund, der in einem Freundschaftsverhältnis zum Wingolf mit gegenseitiger Anerkennung steht. Daher ist es einem Wingolfiten ohne großen Aufwand möglich, in eine seiner vier Verbindungen einzutreten und umgekehrt.

Die schlagenden Verbindungen der Schweiz sind zum größten Teil im dachverbandsähnlichen Schweizerischen Waffenring (SWR) organisiert. Ferner besteht ein Kösener Corps in der Schweiz.

Eine Besonderheit des Schweizerischen Korporationswesens liegt darin, dass auch an den Universitäten und Fachhochschulen im französischsprachigen Landesteil Verbindungen nach deutschsprachigem Vorbild existieren, deren Umgangssprache natürlich französisch ist. Es existiert neben den mehrsprachigen Dachverbänden Zofingia (D, F), Schweizerische Studentenverbindung Helvetia (D, F), Schweizerischer Studentenverein (StV) (D, F, I, Rumantsch) und Falkensteinerbund auch die rein französischsprachigen Dachverbände, die Stella Helvetica und die Société Belles-Lettres.

Liechtenstein

In Liechtenstein gibt es zwar vier Einrichtungen des tertiären Bildungssektors (Universität für Humanwissenschaften, Internationale Akademie für Philosophie, Liechtenstein-Institut, Hochschule Liechtenstein), aber die meisten Studenten absolvieren ihr Studium im Ausland, vorwiegend in Österreich und der Schweiz. In Liechtenstein gibt es aber eine als Ferialverbindung gegründete Korporation, die L.A.V. Rheinmark Vaduz. In ihr finden sich vornehmlich liechtensteinische Studenten zusammen, wenn sie in den Ferien von ihrem Universitätsort in ihr Heimatland zurückkommen. Aufgrund der steigenden Mobilität wurde aus der Ferialverbindung eine Wochenendverbindung. Aufgrund des Passus im statutarischen Zweckparagraphen "Die Rheinmark bezweckt unter Achtung jeder ehrlichen Gesinnung und ohne Rücksicht auf parteipolitische und konfessionelle Einstellung(...)" (s. Statuten der L.A.V. Rheinmark) trat die Rheinmark im Jahr 2003 formell aus dem Europäischen Kartellverband EKV aus, dem sie – auf Bestreben einzelner, vor allem mit dem ÖCV in Verbindung stehender Mitglieder – in den 90er-Jahren beigetreten war. Daher agiert die Rheinmark heute als freie Verbindung ohne Dachverbandszugehörigkeit. Dieser Umstand stellte aber keinen Abbruch der Beziehungen zu Verbindungen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum dar.

Verbindungen außerhalb des deutschen Sprachraums

Auch außerhalb des deutschen Sprachraums gibt es Studentenverbindungen. Zu unterscheiden ist dabei zwischen den Verbindungen Mittel- und Osteuropas, die mit den deutschsprachigen eine gemeinsame Tradition haben, Sonderfällen wie Chile und Japan, wo es ebenfalls Studentenverbindungen „deutscher Tradition“ gibt, und anderen Ländern, in denen Studentenverbindungen und -vereine eigenständiger Traditionen existieren.

Während erstere den deutschen Verbindungen hinsichtlich Comment, Convents- und Lebensbundprinzip gleichen oder ähneln, haben Studentenverbindungen anderer Traditionen mit diesen in der Regel nur gemeinsam, dass in ihnen Studenten ihre Studienzeit in einer organisierten Gemeinschaft gestalten.

Die älteste eigenständige Verbindung deutscher Tradition außerhalb des deutschen Sprachraums ist die Société d’Étudiants Germania Lausanne, die 1887 gegründet wurde.

Die bekanntesten Studentenverbindungen nicht-deutscher Tradition sind die Fraternities und Sororities in Nordamerika.

Aktuelle Kontroversen

Karikatur von Rudolf Wilke im Simplicissimus (1906): „Was hast du denn die ganzen Ferien getrieben?“ – „Ich habe meinem Papagei das Rülpsen beigebracht.“
Vandalismus: Gründungstafel der Burschenschaft Teutonia Wien nach einem Farbbeutelanschlag

Mussten sich vormals Studenten bemühen, um in eine Verbindung aufgenommen zu werden, haben Verbindungen heute Probleme, Nachwuchs zu gewinnen. In der Gegenwart kritisierten verschiedene Soziologen und Politologen, die Geschichtsphasen und Traditionen mancher Verbindungen erforscht haben, bestimmte bei ihnen fortbestehende Traditionen. Manche politische Parteien, Gewerkschaften und hochschulpolitische Gruppen in Deutschland und Österreich üben ähnliche Kritik und erstrecken diese bisweilen auf das „Verbindungswesen“ insgesamt, besonders auf die Burschenschaften. Vorgeworfen wird den Verbindungen dabei unter anderem, ihre Traditionen seien nicht mehr zeitgemäß, sie würden „Seilschaften bilden“ und ein inadäquates Verhältnis zu Frauen und Kriegsdienstverweigerern pflegen (siehe auch: Burschi-Reader). So schrieb der Berliner Historiker Sven Waskönig im Jahre 2005 über die Stereotypisierung der Studentenverbindungen:

„Kaum eine Spielart der Studentengeschichte wird so leidenschaftlich diskutiert, wie Sinn oder Unsinn der Korporationen an deutschen Hochschulen. Ob Corps, Burschen- oder Landsmannschaft, kein Thema ist so gespickt mit Vorurteilen und geprägt von Schwarz-Weiß-Zeichnungen, wie das deutsche Verbindungsstudententum. Die Allgemeinplätze gleichen der launigen Federzeichnung des Simplicissimus und so spukt seit Jahr und Tag ein Couleur tragender, schmissverzierter Spießbürger schweinsäugig durch das öffentliche Bewusstsein. Sein Name: Diederich Heßling, Neuteutone aus Berlin.“ [21]

Die Anfeindungen gegenüber Verbindungsstudenten gehen auch in handgreifliche Auseinandersetzungen über.[22] In einigen Universitätsstädten werden Verbindungshäuser mit Farbbeuteln und Steinen beworfen.[23][24] Zusammenkünfte von Verbindungsstudenten in der Öffentlichkeit werden häufig von Gegendemonstrationen begleitet. So kommt es beispielsweise beim Marburger Marktfrühschoppen jedes Jahr zu Störungen der Veranstaltung. Teilnehmer des Marktfrühschoppens mussten in den letzten Jahren von der Polizei geschützt werden.

Häufige Kritikpunkte

Hierarchische Strukturen

Der Politik- und Geschichtslehrer [25] Dietrich Heither attestiert den Verbindungen ein „hierarchisches Gesellschaftsbild, das ein natürliches Oben und Unten kennt.“ Kritisiert wird dabei, dass „[…] weniger fachliches Können oder Leistung, also wissenschaftliche Autorität, […] das korporierte Autoritätsverständnis [bestimmen], vielmehr Vorstellungen von Herrschaftsgewalt und Machtbesitz.“[26] Die Unterordnung ziele seit der Kaiserzeit auf die Formung der Persönlichkeitsstruktur des Einzelnen, welche „eine hohe Abhängigkeit des individuellen Gewissens von der Meinung anderer Menschen […] impliziert“. Diese, so Heither weiter, „ist nicht nur für das Militär funktional, sondern für eine autoritäre Gesellschaft bzw. eine hierarchisch gegliederte Gesellschaftsordnung schlechthin“. Herausragende Bedeutung komme dabei der Mensur zugute.[26] Aber auch die Position des Fuchs wird kritisiert als Statusgruppe ohne Rechte, welche den Launen der Burschen und Alten Herren ausgeliefert sei.

„Seilschaften“

Von Teilen der Kritiker wird das Lebensbundprinzip von Studentenverbindungen als ein System, mit dem gezielt Aufstiegschancen für Jungakademiker beeinflusst würden, dargestellt. Statt der eigenen Leistung seien die dort aufgebauten Beziehungen maßgeblich für die spätere Karriere eines Mitglieds. Heither spricht in diesem Zusammenhang von „Günstlingswirtschaft“.[27] Das Antifaschistische Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin schreibt:[28]

Das Lebensbundprinzip ist die Ursache dafür, dass Studentenverbindungen Seilschaften herausbilden. Verbindungsstudenten, die im Berufsleben stehen (Alte Herren), protegieren jüngere Verbindungsmitglieder − nicht selten mit Erfolg. So mancher Verbindungsstudent gelangt auf diesem Wege in hohe Positionen, was das Selbstbild der Studentenverbindungen stützt, die akademische Elite zu sein.

Einige Sozialwissenschaftler führen den in den letzten Jahren verstärkten Zulauf bei katholischen Studentenverbindungen auf die Aussicht auf ein „sicheres Netz“ nach dem Studium zurück.[29]

Frauenbild

Heither sieht Studentenverbindungen unter anderem als männliche Seilschaften, die im universitären und wirtschaftlichen Bereich Postenschacherei betrieben und somit Frauen den Aufstieg in Führungspositionen erschwerten.

Das Prinzip des Männerbundes sei seit dem 18. Jahrhundert kultiviert und zum Teil im Comment verbindlich gemacht worden. Anfang des 19. Jahrhundert habe sich ein patriotisch-militaristischer Männlichkeitsentwurf in den Studentenverbindungen durchgesetzt. Die Mensur sei als Initiationsritus beispielsweise auch dazu bestimmt gewesen, „Verweichlichung“ und „Verweiblichung“ aus den Verbindungen herauszuhalten.

Das Männerbundkonzept hat sich bis heute in den meisten Studentenverbindungen bewahrt. Bis heute gibt es nur wenige gemischtgeschlechtliche Verbindungen und nur nichtschlagende Damenverbindungen. Kritiker bemängeln, Frauen gälten Verbindungsstudenten lediglich als „schmückendes Beiwerk“, das nur zu festlichen Anlässen im Verbindungshaus erscheinen solle. [30]

Stephan Peters beschreibt die „generationenübergreifende Männerbundkonzeption“ der Studentenverbindungen als „männliche Strategie zur gesellschaftlichen Besitzstandswahrung.“[31]

Rechtsextreme Tendenzen

Kritiker sehen bei einigen Verbindungen ideologische und personelle Bezüge zum Rechtsextremismus. Diese Kritik beziehen sie besonders auf einige Burschenschaften der DB und BG, in der Vergangenheit manchmal auch auf einzelne Mitglieder des Coburger Convents[32], der Deutschen Gildenschaft, des Verbandes der Vereine Deutscher Studenten und des Wingolfbunds.[33] Sie verweisen unter anderem darauf, dass Mitglieder einiger Burschenschaften auch rechtsextremen Gruppen angehörten, und einige Verbindungshäuser Räume und Publikum für Vorträge bekannter rechter Ideologen anboten. Diese betrachteten die Burschenschaften als Schnittstelle zur bürgerlichen Rechten und hätten sich entsprechend in rechtsextremen Publikationen geäußert.[34] Manche Verfassungsschutzämter bestätigen solche Kontakte[35][36]

Die Bundesregierung antwortete 2007 auf eine kleine Anfrage der Fraktion Die Linke, ob sie bei der DB „Anzeichen für eine inhaltliche Nähe zur extremen Rechten“ sehe:[37]

Die ganz überwiegende Zahl der Mitgliedsburschenschaften unterhält keine Kontakte zu Rechtsextremisten. Aus Auftritten rechtsextremistischer Referenten auf einzelnen Häusern von Burschenschaften des Dachverbandes „Deutsche Burschenschaft“ (DB) kann nicht auf eine inhaltliche Nähe des Dachverbandes zum Rechtsextremismus geschlossen werden.

Jens Meckenlenburg und Dietrich Heither stellten in den 1990er Jahren auch bei manchen Verbindungen des Coburger Convents[38], den Vereinen Deutscher Studenten und dem Wingolfbund[39] rechtsextreme Tendenzen fest, etwa den Anspruch auf ehemalige deutsche Ostgebiete und Ausländerfeindlichkeit.

Unvereinbarkeitsbeschlüsse der SPD

Am 25. Juni 1954 beschloss die SPD auf ihrem Berliner Parteitag, dass die Mitgliedschaft in akademischen Studentenverbindungen, die dem Convent Deutscher Korporationsverbände angehören, unvereinbar mit der Mitgliedschaft in der SPD sei.[40] 1967 beschloss der Parteivorstand der SPD nach Gesprächen mit studentischen Verbänden, diese Unvereinbarkeit wieder aufzuheben.

Vor allem die Jungsozialisten hielten jedoch an der Distanz zu den Verbindungen fest; ihre Hochschulgruppen schlossen Verbindungsmitglieder in den letzten Jahren aus ihren Reihen aus. Im Bundestagswahlkampf 2005 kritisierten sie Auftritte prominenter Parteimitglieder wie Friedhelm Farthmann und Egon Bahr bei Veranstaltungen von Verbindungen:

„Burschenschaften behandeln Menschen ungleich, Frauen werden oft wegen ihres Geschlechts strukturell benachteiligt. Für viele Burschenschaften sind rassische Kriterien, Nationalität, sexuelle Orientierung, Religion oder die Wehrdienstverweigerung Ausschlusskriterien für eine Aufnahme. […] Wir halten es für nicht akzeptabel, wenn Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten durch Reden vor Burschenschaften daran mitwirken, dass Burschenschaften an Einfluss gewinnen und ihr elitäres und undemokratisches Weltbild salonfähig wird.“

Der Bundesparteitag der SPD in Karlsruhe beauftragte den Parteivorstand am 16. November 2005, zu prüfen, ob die „Mitgliedschaft in einer studentischen Burschenschaft oder in einem Corps“ grundsätzlich für unvereinbar mit der Mitgliedschaft in der SPD erklärt werden könne.[41] Am 27. März 2006 beschlossen Präsidium und Vorstand der SPD, dass die Mitgliedschaft in einer Burschenschaft der Burschenschaftlichen Gemeinschaft (BG) nicht mit einer SPD-Mitgliedschaft vereinbar sei. Der Parteirat der Bundes-SPD stimmte diesem Beschluss am 24. April zu. Von diesem Unvereinbarkeitsbeschluss war kein prominentes SPD-Mitglied betroffen.

Im Juni 2007 wurde der Ausschluss eines Burschenschafters aufgrund dieses Beschlusses vom Landgericht Berlin als willkürlich gewertet und wegen Verstoßes gegen Parteien- und Grundgesetz aufgehoben.[42]

In Reaktion auf die Diskussionen in der SPD und mit dem Ziel, positiv auf das Verständnis zwischen Partei und Verbindungen einzuwirken, gründete sich im Juni 2006 der Lassalle-Kreis, ein unabhängiges Netzwerk korporierter Sozialdemokraten.

Siehe auch

Literatur

Verzeichnisse

  • Ernst-Günter Glienke: Civis Academicus 2005–2006, Handbuch der deutschen, österreichischen und schweizerischen Korporationen und studentischen Vereinigungen an Universitäten und Hochschulen sowie Schülerverbindungen. Redaktion: Ernst Thomas. SH, 2004, ISBN 3-89498-149-0, Hrsg. Gemeinschaft für deutsche Studentengeschichte. Detaillierte Liste (mit Kurzvorstellungen) aller existierenden Studentenverbindungen deutscher Prägung. Ein Eintrag im „Civis“ zählt teilweise in der sehr heterogenen Welt der Studentenverbindungen als Unterscheidungsmerkmal, ob eine Gesellschaft als Verbindung oder sonstiger Verein gelten kann.)
  • Christian Helfer: Kösener Brauch und Sitte. 2. Auflage. 1991, ISBN 3980147525.
  • Hartmut H. Jess: S. C. C. 2000 (Specimen Corporationum Cognitarum) – Das Lexikon der Verbindungen. CD-ROM, SH, 2000. Auf dieser CD-ROM sind die Daten von 12.000 Verbindungen und Vereinen zusammengestellt.

Überblick

  • Edwin A. Biedermann: Logen, Clubs und Bruderschaften. Droste, Düsseldorf 2004, 2. Auflage 2007 ISBN 3-7700-1184-8.
  • Harm-Hinrich Brandt, Matthias Stickler: Der Burschen Herrlichkeit – Geschichte und Gegenwart des studentischen Korporationswesens. Historia Academica, Band 36. Würzburg 1998, ISBN 3-930877-30-9.
  • Jan Carstensen, Gefion Apel (Hrsg.): Schlagfertig! Studentenverbindungen im Kaiserreich. Reader und Ausstellungskatalog im Auftrage des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe zur Ausstellung im Westfälischen Freilichtmuseum Detmold vom 15. August bis 31. Oktober 2006. Detmold 2006, ISBN 3-926160-39-X, ISSN 1862-6939
  • Ludwig Elm, Dietrich Heither, Gerhard Schäfer (Hrsg.): Füxe, Burschen, Alte Herren – Studentische Korporationen vom Wartburgfest bis heute. Papyrossa, Köln 1993, ISBN 3-89438-050-0.
  • Paulgerhard Gladen: Gaudeamus igitur – Die studentischen Verbindungen einst und jetzt. Callwey, München 1988, ISBN 3-7667-0912-7.
  • Paulgerhard Gladen: Die deutschsprachigen Korporationsverbände. WJK, Hilden 2008, ISBN 3-933892-28-7.
  • Friedhelm Golücke, Bernhard Grün, Christoph Vogel: Die Fuxenstunde. Allgemeiner Teil. 4. Auflage. SH, 1996, ISBN 3-89498-010-9, Hrsg. Gemeinschaft für deutsche Studentengeschichte.
  • Diana Auth, Alexandra Kurth: Männerbündische Burschenherrlichkeit. Forschungslage und historischer Rückblick. In: Christoph Butterwegge, Gudrun Hentges (Hrsg.): Alte und Neue Rechte an den Hochschulen. Agenda, Münster 1999, ISBN 3-89688-060-8.
  • Dietrich Heither, Gerhard Schäfer: Studentenverbindungen zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus. In: Jens Mecklenburg (Hrsg.): Handbuch Deutscher Rechtsextremismus. Berlin 1996, ISBN 3-88520-585-8.
  • Dietrich Heither: Verbündete Männer: die Deutsche Burschenschaft – Weltanschauung, Politik und Brauchtum. Papyrossa, Köln 2000. ISBN 3-89438-208-2.
  • Michael Klant: Universität in der Karikatur – Böse Bilder aus der kuriosen Geschichte der Hochschulen. Hannover 1984, ISBN 3-7716-1451-1.
  • Peter Krause: O alte Burschenherrlichkeit – Die Studenten und ihr Brauchtum. 5. Auflage. Graz 1997, ISBN 3-222-12478-7.
  • Alexandra Kurth: Männer – Bünde – Rituale. Studentenverbindungen seit 1800. Campus, Frankfurt 2004, ISBN 3-593-37623-7.
  • Robert Paschke: Studentenhistorisches Lexikon. GDS-Archiv für Hochschulgeschichte und Studentengeschichte, Beiheft 9. Köln 1999, ISBN 3-89498-072-9.
  • Stephan Peters: Elite sein: wie und für welche Gesellschaft sozialisiert eine studentische Korporation? Tectum, Marburg 2004.
  • Gerhard Richwien: Student sein, eine kleine Kulturgeschichte. Gemeinschaft für Deutsche Studentengeschichte (GDS), Kleine Schriften der GDS 15, SH, Köln 1998, ISBN 3-89498-049-4.

Für studentengeschichtliche Literatur siehe Geschichte der Studentenverbindungen#Literatur.

Belletristik

Historische Werke

  • Max Bauer: Sittengeschichte des deutschen Studententums. Dresden o.J. (um 1930)
  • Michael Doeberl, Otto Scheel, Wilhelm Schlink, Hans Sperl, Eduard Spanger, Hans Bitter, Paul Frank, (Hrsg.): Das akademische Deutschland. 4 Bände und ein Registerband, dieser bearbeitet von Alfred Bienengräber, Berlin 1930–1931.
  • Richard Fick: Auf Deutschlands hohen Schulen. Berlin, Leipzig 1900.
  • Friedhelm Golücke et al. i. A. der Gemeinschaft für deutsche Studentengeschichte: Auf Deutschlands hohen Schulen. Fotomechanischer Nachdruck der Ausgabe Berlin 1900. SH, Köln 1997, ISBN 3-89498-042-7.
  • Karl Konrad: Bilderkunde des deutschen Studentenwesens. 2. Auflage. Breslau 1931. Nachträge und Ergänzungen, Breslau 1935.
  • Friedrich Schulze, Paul Ssymank: Das deutsche Studententum von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. 4. Auflage. Verlag für Hochschulkunde, München 1932.
  • Paul Ssymank: Bruder Studio in Karikatur und Satire. Stuttgart 1929.

Weblinks

 Commons: Studentenverbindungen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Studentenverbindung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelbelege

  1. 1,0 1,1 George Turner, Joachim D. Weber: Hochschule von A-Z. Orientierungen – Geschichte – Begriffe. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-8305-0836-0, S. 212 („Studentische Verbindungen“)
  2. Herbert Neupert: Andere Korporationen und gemeinsame Institutionen. A. Das gemeinsame Prinzip. In: Vorstand des Verbandes Alter Corpsstudenten e.V. (Hrsg.): Handbuch des Kösener Corpsstudenten. Band I, 6. Auflage, Würzburg 1985, S. 283
  3. George Turner, Joachim D. Weber: Hochschule von A-Z. Orientierungen – Geschichte – Begriffe. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-8305-0836-0, S. 213 („Studentische Verbindungen“).
  4. Vgl. Carl Creifelds und Klaus Weber (Hrsg.): Rechtswörterbuch, Beck, München 1999, zum Stichwort Verein.
  5. Hermann Rink: Die Mensur, ein wesentliches Merkmal des Verbandes. In: Rolf-Joachim Baum (Hrsg.): „Wir wollen Männer, wir wollen Taten!“ Deutsche Corpsstudenten 1848 bis heute. Siedler, Berlin 1998, ISBN 3-88680-653-7, S. 383–402.
  6. George Turner, Joachim D. Weber: Hochschule von A-Z. Orientierungen – Geschichte – Begriffe. Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-8305-0836-0, S. 212f. („Studentische Verbindungen“)
  7. Couleurstudentische Informationen: Damenverbindungen
  8. Als Basis der Schätzung dient Herbert Neupert: Statistiken, Organigramme und Aufstellungen anderer Korporationsverbände. In: Vorstand des Verbandes Alter Corpsstudenten e.V. (Hrsg.): Handbuch des Kösener Corpsstudenten. Band II, Ziffer 4, 6. Auflage, Würzburg 1985, S. 4/1. Hier werden in einer Aufstellung von 24 Verbänden, die Mitglied im CDA sind, 23.304 studierende Mitglieder und 152.333 nicht mehr studierende Mitglieder gezählt, zusammen 175.637 Mitglieder (Stand 1984). Nicht mitgezählt sind suspendierte Korporationen und Korporationen, die 1984 nicht im CDA Mitglied waren.
  9. Stand August 2009, siehe Tradition mit Zukunft: Verbindungssuche Abfrage über „Hochschulort“
  10. Christian Käselau: Der Kartell-Convent der Tendenzverbindungen deutscher Studenten jüdischen Glaubens als ein Beispiel für jüdische Korporationsverbände im Deutschen Kaiserreich und in der Weimarer Republik (Volltext: [1])
  11. Erich Bauer: Schimmerbuch für junge Corpsstudenten. 4. Auflage. o.O., 1971, S. 24f.
  12. Erich Bauer: Schimmerbuch für junge Corpsstudenten. 4. Auflage. o.O., 1971, S. 8ff.
  13. Erich Bauer: Schimmerbuch für junge Corpsstudenten. 4. Auflage. o.O., 1971, S. 10ff.
  14. Erich Bauer: Schimmerbuch für junge Corpsstudenten. 4. Auflage. o.O., 1971, S. 10f.
  15. Seit RGZ 78, 134 ff. vom 3. Januar 1912
  16. Erich Bauer: Schimmerbuch für junge Corpsstudenten. 4. Auflage. o.O., 1971, S. 12ff.
  17. Erich Bauer: Schimmerbuch für junge Corpsstudenten. 4. Auflage. o.O., 1971, S. 15.
  18. Erich Bauer: Schimmerbuch für junge Corpsstudenten. 4. Auflage. o.O., 1971, S. 15f.
  19. Birgitta vom Lehn: Bierselige Wissenschaft. In: Welt online vom 20. Januar 2008
  20. Herbert Kater, Jörg Onnasch: Die einzelnen Corps im KSCV. Verzeichnis der erloschenen Corps im KSCV einschließlich deren wichtigen Vorläufer. In: Vorstand des Verbandes Alter Corpsstudenten e.V. (Hrsg.): Handbuch des Kösener Corpsstudenten. Band II, Ziffer 1.C., 6. Auflage, Würzburg 1985
  21. Sven Waskönig: Der Alltag der Berliner Verbindungsstudenten im Dritten Reich am Beispiel der Kösener Corps an der Friedrich-Wilhelm-Universität. In: Rüdiger vom Bruch, Christoph Jahr, Rebecca Scharschmidt (Hrsg.): Die Berliner Universität in der NS-Zeit. Berlin 2005, ISBN 3515086579, S. 159
  22. Monatsbericht des Sächsischen Verfassungsschutzes für Oktober 2008, S.9
  23. Main-Rheiner.de: Rote Farbe auf Wappen. Täter werfen Flaschen auf Burschenschafts-Gebäude (16. Oktober 2006)
  24. Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern: Landfriedensbruch in Greifswald
  25. Dietrich Heither im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  26. 26,0 26,1 Dietrich Heither: Weltbild und Habitus eines schlagenden Männerbundes. In: Christoph Butterwegge, Gudrun Hentges (Hrsg.): Alte und Neue Rechte an den Hochschulen. Agenda, Münster 1999, S. 92–113, S. 103f. Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „Heither“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert.
  27. Dietrich Heither: Weltbild und Habitus eines schlagenden Männerbundes. In: Christoph Butterwegge, Gudrun Hentges (Hrsg.): Alte und Neue Rechte an den Hochschulen. Agenda, Münster 1999, S. 92–113, S. 107f.
  28. Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin: Burschenschaften & Studentenverbindungen. Eine Handreichung zu Struktur, Inhalten, Geschichte und Hintergründen, S. 1
  29. Die Zeit: Studentenverbindungen: Sicheres Netz. 24. September 2009.
  30. Diana Auth, Alexandra Kurth: Männerbündische Burschenherrlichkeit. Forschungslage und historischer Rückblick. In: Christoph Butterwegge, Gudrun Hentges (Hrsg.): Alte und Neue Rechte an den Hochschulen. Agenda, Münster 1999, S. 114–129, S. 114ff.
  31. Stephan Peters: Elite sein. Wie und für welche Gesellschaft sozialisiert eine studentische Korporation?, Marburg 2004, S. 288
  32. vgl. Jens Mecklenburg (Hg.): Handbuch Deutscher Rechtsextremismus, Berlin 1996, S. 325f.: „Der CC […] strebt die Wiederherstellung eines geeinten Großdeutschland an. […] Die Vereinigung von BRD und DDR wird als unzureichend begriffen und von Klaus Hornung auf der gesamtdeutschen Tagung 1991 als „Kleinstdeutschland“ bezeichnet. […] Der CC kultiviert männerbündische, militärische und großdeutsche Traditionen. Seine deutlich formulierten Ansprüche auf „ostdeutsche Gebiete“ jenseits der bestehenden Grenzen unterstreicht der CC mit den Versuchen, auf seiner Tagung Strategien für die bundesdeutsche Wirtschaft zu entwickeln. Seine elitäre und deutschnationale orientierte Mitgliedschaft zeigt, wie die der Deutschen Burschenschaft, Sympathien für rechtsextreme und ausländerfeindliche Positionen.“ und auf S. 869f. (Autoren: Heither/Schäfer) heißt es zum CC weiter, „[…] sind doch auch in diesem Verband Deutschtümelei und nationales Getöse an der Tagesordnung.“ Besonders hervorgehoben werden zwei Ereignisse, die besonders hohe Wellen schlugen. Beide 1993: „Während beim Marktfrühschoppen ein betrunkener Korporationsstudent über die Lautsprecheranlage seine Solidarität mit den Brandstiftern von Solingen bekundet haben soll, hielt am Ehrenmahnmal des CC das Mitglied der präsidierenden Landsmannschaft Mecklenburgia-Rostock, Dieter Wiebecke, die verbandsoffizielle Gedenkrede, in der er den 'ethischen Wert und die beispiellose Hingabe und Opferbereitschaft' von Hitlers Wehrmacht lobte und diese von jeglicher Schuld und Verantwortung an den NS-Verbrechen freisprach.“ Die Autoren merken dazu an, dass diese Rede auch vereinsintern umstritten gewesen sei. Weiter wird erwähnt: „ Tatsächlich geht die Verankerung des völkischen Denkens bereits aus der örtlichen Herkunft der Mitgliedsbünder hervor: Auch im Coburger Convent der Landsmannschaften und Turnerschaften an deutschen Hochschulen – so die offizielle Bezeichnung – sind österreichische Bünder Mitglied.“
  33. Dietrich Heither: Weltbild und Habitus eines schlagenden Männerbundes. In: Christoph Butterwegge, Gudrun Hentges (Hrsg.): Alte und Neue Rechte an den Hochschulen. Agenda, Münster 1999, S. 92–113, S. 92
  34. Freier Zusammenschluss Studierender (fzs), 28. Mai 2004: Gewerkschaften und Studierendenvertretung kritisieren Deutsche Burschenschaft (DB); Johannes Jäger: Die rechtsextreme Versuchung. Lit, 2001, ISBN 3825857220, S. 64ff (Buchauszug online); Diether Heither: Burschenschaften. Rechte Netzwerke auf Lebenszeit. In: Stephan Braun, Daniel Hörsch (Hrsg.): Rechte Netzwerke – eine Gefahr. VS, 2004, ISBN 381004153X, besonders S. 134ff (Buchauszug online)
  35. Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) Österreich: Verfassungsschutzbericht 2002 (pdf, S. 26)
  36. Gabriele Nandlinger, Bundeszentrale für politische Bildung, 23. April 2007: „Ehre, Freiheit, Vaterland!“ Burschenschaften als Refugium für intellektuelle Rechtsextremisten
  37. Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Fraktion Die Linke. Rechtsextreme Verbindungen der Deutschen Burschenschaft. Drucksache 16/4142 des Deutschen Bundestages vom 30. Januar 2007
  38. Jens Mecklenburg (Hrsg.): Handbuch Deutscher Rechtsextremismus, Berlin 1996, S. 325f. und 869f.
  39. Dietrich Heither: Weltbild und Habitus eines schlagenden Männerbundes. In: Christoph Butterwegge, Gudrun Hentges (Hrsg.), Alte und Neue Rechte an den Hochschulen. Agenda, Münster 1999, S. 92–113, S. 92
  40. Digitale Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung: Chronik der deutschen Sozialdemokratie
  41. Jochen Leffers: Burschenschafter sollen draußen bleiben, Der Spiegel, 16. November 2005.
  42. www.akademische-freiheit.de Parteiausschluss

Quellenhinweis

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Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Studentenverbindung“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 01. Juni 2010 (Permanentlink: [2]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.