Prankenkreuz

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Illustrationsbeispiel: Prankenkreuz
keulenförmiges Prankenkreuz

Das Prankenkreuz (auch Christusorden[s]kreuz, Adelindiskreuz, geradarmiges Tatzenkreuz oder ähnlich genannt; engl.: order of christ cross) ist in der Heraldik im weitesten Sinn

  • ein Oberbegriff für ein Kreuz mit geraden Kreuzarmen, die, vom Kreuzzentrum ausgehend, zunächst gleich breit bleiben und sich erst am Ende des jeweiligen Armes im gleichen Winkel schräg nach außen verbreitern; die jeweiligen Schrägen sind gewöhnlich mit einer geraden Linie zusammengefügt.

In der Regel ist ein Prankenkreuz in der Heraldik einem Griechischem Kreuz nachempfunden; es kann aber auch als gemeines Kreuz oder als Lateinisches Kreuz erscheinen (was zu melden ist).

Je nachdem, wie ein Prankenkreuz ausgeführt ist, es wird in der heraldischen Literatur zugeordnet:

Johanneskreuz

Der Ausdruck Johanneskreuz, der ein als Prankenkreuz ausgeführtes lateinisches Kreuz beschreibt, wird in der heraldischen Literatur nur selten verwendet, kommt aber in einigen Wappenbeschreibungen vor (z. B. Wappenarchiv Dochtermann, Nr. 10359, dort auch eine weiteres Wappen). Das Johanneskreuz, das manchmal als Attribut von Johannes dem TäuferW-Logo.png interpretiert wird, ist vom Johanniterkreuz/Malteserkreuz zu unterscheiden, das im Kontext des Johanniterordens und dem Hospital zum Heiligen Johannes gebräuchlich ist, das Johannes dem Täufer geweiht ist.

Christusordenskreuz

Eine spezielle Form des Prankenkreuzes mit flach trapezförmigen Armenden und einem aufgelegten Balkenkreuz war das Emblem des portugiesischen ChristusordensW-Logo.png.[2] Die heutige Form des Emblems sowohl des portugiesischen als auch des päpstlichen ChristusordensW-Logo.png hat analog zum Lateinischen Kreuz einen längeren unteren Arm, ist also ein Johanneskreuz mit aufgelegtem Lateinischen Kreuz.

Abgrenzung

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Tatzenkreuz

Grundsätzlich ähnelt das Prankenkreuz dem Tatzenkreuz, dessen Arme sich auf ihrer ganzen Länge oder dem Großteil ihrer Länge nach außen verbreitern und wird manchmal mißverständlich als geradarmiges Tatzenkreuz beschrieben (einem Ausdruck, der auch für ein spezielle Form eines Tatzenkreuz gebräuchlich ist).

Weblinks

 Commons: Christusordenskreuz in der Heraldik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wappenbeschreibung: „In Rot drei gesenkte silberne Spitzen, im Schildfuß belegt mit einem blauen Wellenbalken; zwischen den Spitzen schwebend oben nebeneinander ein silberner Bischofsstab und ein goldenes Johanneskreuz.“
    – Quelle: Klemens Stadler, Deutsche Wappen – Bundesrepublik Deutschland, Band 6: Die Gemeindewappen des Freistaates Bayern, II. Teil M–Z, Bremen 1968, S. 35. – Übereinstimmend: Markt Oberthulba. In: Bayerns Gemeinden. Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultur, Wissenschaft und Kunst, abgerufen am 1. März 2014.
  2. Gert Oswald: Lexikon der Heraldik. 3., unveränderte Auflage. Battenberg, Regenstauf 2011, ISBN 978-3-86646-077-5, S. 312
Fensterraute links oben ausgebrochen.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Prankenkreuz“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 28. Mai 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.