Monaco

Aus Heraldik-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Principauté de Monaco
Fürstentum Monaco
Flagge Monacos
Wappen Monacos
Flagge Wappen
Wahlspruch: Deo Juvante
(Lateinisch für »Mit Gottes Hilfe«)
Amtssprache Französisch
Hauptstadt Monaco1
Staatsform Konstitutionelle Erbmonarchie
Staatsoberhaupt Fürst Albert II.
Regierungschef Staatsminister Michel Roger
Fläche 2,02 km²
Einwohnerzahl 32.965 (Juli 2009)[1]
Bevölkerungsdichte 16.319 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt 4,49 Milliarden Euro (2008)[1]
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 60.595 Euro
Währung Euro (€) 1 Euro = 100 Cent
Gründung 17. Dezember 1962
Unabhängigkeit 20. November 1441
Nationalhymne Hymne Monégasque
Nationalfeiertag 19. November
Zeitzone MEZ (UTC+1)
Kfz-Kennzeichen MC
Internet-TLD .mc
Telefonvorwahl +377
1 Monaco ist ein Stadtstaat. Monaco-Ville („Monaco-Stadt“) ist keine Stadt, sondern nur der Stadtbezirk, in dem sich </br> der Palast befindet.
Lage des Fürstentums Monaco in Europa
Lage des Fürstentums Monaco in Europa
Karte
Karte
Die 10 secteurs von Monaco
Die 10 secteurs von Monaco

Das Fürstentum Monaco [moˈnako][2] ist ein Stadtstaat in Westeuropa. Es liegt von Frankreich umschlossen an der Mittelmeerküste in der Nähe der Grenze zu Italien.

Der Name geht zurück auf griechische Siedler, die sich im 5. Jahrhundert v. Chr. im Gebiet des heutigen Monaco niederließen. Zu Ehren von Herakles Monoikos errichteten sie einen Tempel. Aus dem Namenszusatz des Gottes, der so viel wie „der Einzigartige“ bedeutet, entwickelte sich der Landesname „Monaco“.

Heute ist Monaco vor allem bei den Reichen der Welt als Wohnsitz begehrt, da der Stadtstaat weder Einkommensteuer noch Erbschaftsteuer erhebt und im Ausland begangene Finanzvergehen hier nicht verfolgt werden. Unternehmen in Monaco zahlen hingegen Steuern.

Geographie

Das Fürstentum liegt an der französischen Mittelmeerküste, auf 43° 44' nördlicher Breite und 7° 25' östlicher Länge zwischen der französischen Stadt Nizza im Westen (15 km Entfernung) und der französisch-italienischen Grenze im Osten. Die Küstenlänge des Fürstentums beträgt 4,1 km. In den letzten Jahrzehnten hat man das Staatsgebiet durch Landgewinnung um mehr als 40 ha auf 202 ha (2,02 km²) vergrößert. Monaco verfügt über ein schmales Küstenmeeresgebiet. Die gesamte Fläche des Landes liegt am Rand der Seealpen.

Mit seiner sehr geringen Fläche ist Monaco nach der Vatikanstadt der zweitkleinste Staat der Welt. Monaco hat mit 16.236 Einwohnern pro Quadratkilometer mit Abstand die höchste Einwohnerdichte aller Staaten der Erde gefolgt von Singapur.

Verwaltungsgliederung

Die Unterscheidung zwischen dem Staat und der Stadt Monaco ist rein theoretisch, der Staat besteht tatsächlich nur aus der Stadt (Gemeinde). Nach der Verfassung von 1911 war das Fürstentum in drei Gemeinden gegliedert:

Der Vorwurf an die fürstliche Macht, nach dem Spruch „Teile und herrsche“ zu verfahren, führte dazu, dass 1917 die drei Gemeinden in eine Gemeinde zusammengefasst wurden. Die ursprünglichen Gemeinden galten fortan als Stadtbezirke (Quartiers).

  • Als vierter Stadtbezirk kam Fontvieille hinzu, das ab etwa 1970 im Südwesten durch Neulandgewinnung aus dem Meer entstand. Auf französischer Seite gegenüber liegt die ZAC („Zone d’aménagement concerté“, etwa Stadtteilentwicklungsplan) von Saint Antoine.
  • Als fünfter Stadtbezirk wurde Moneghetti durch Ausgliederung aus La Condamine geschaffen.
  • Sechster Stadtbezirk wurde Larvotto durch Ausgliederung aus Monte Carlo.
  • Siebter Stadtbezirk wurde La Rousse/Saint Roman (mit Le Ténao), ebenfalls durch Ausgliederung aus Monte Carlo.

In der Folge wurden noch drei weitere Stadtbezirke geschaffen:

Geplant war ein neuer Stadtteil namens Le Portier mit einer Fläche von 0,275 km² durch weitere Neulandgewinnung vor der Küste Monte Carlos.

Damit wird das Fürstentum aktuell in zehn Stadtbezirke gegliedert.

Nr Stadtbezirk (Quartier) Fläche (m2) Einwohner (Volks-
zählung 2000)
Dichte km-2 Blöcke (îlots) Bemerkungen
Ehemalige Gemeinde Monaco
05 Monaco-Ville 184.750 1.034 5.597 19 Altstadt mit Fürstenpalast
Ehemalige Gemeinde Monte Carlo
01 Monte Carlo/Spélugues (Bd. Des Moulins-Av. de la Madone) 281.461 3.034 10.779 20 Wohngebiet und Hotels
02 La Rousse/Saint Roman (Annonciade-Château Périgord) 105.215 3.223 30.633 15 im Nordosten, mit Le Ténao
03 Larvotto/Bas Moulins (Larvotto-Bd Psse Grace) 328.479 5.443 16.570 15 Küstengebiet im Osten
10 Saint Michel (Psse Charlotte-Park Palace) 142.223 3.807 26.768 24 zentrales Wohngebiet
Ehemalige Gemeinde La Condamine
04 Condamine 237.283 3.847 16.213 27 Nordwesten mit Hafengebiet
07 La Colle (Plati-Pasteur-Bd Charles III) 188.073 2.822 15.005 15 an der Westgrenze mit Cap d'Ail
08 Les Révoires (Hector Otto-Honoré Labande) 75.747 2.515 33.203 11 mit dem Jardin Exotique
09 Moneghetti/ Bd de Belgique (Bd Rainier III-Bd de Belgique) 107.056 3.003 28.051 18  
Neulandgewinnung aus dem Meer
06 Fontvieille 324.157 3.292 10.156 9 Neulandgewinnung (seit 1971)
11 Le Portier 275.0001) - - - geplant (zurzeit (Ende 2008) gestoppt)
  Monaco 1.974.444 32020 16217 173  
1) geplante Fläche, nicht in Summe enthalten
Die Stadtbezirke werden für statistische Zwecke in 173 Blöcke (îlots) untergliedert.
Klimadiagramm von Monaco

Sie sind nur durch vierstellige Ziffernfolgen (eine zweistellige Erweiterung der Stadtbezirksnummern) bezeichnet und tragen keine Namen.

Klima

In Monaco herrscht Mittelmeerklima, mit milden Wintern und warmen Sommern, 796 mm Niederschlag und einer Sonnenscheindauer von 2.583 Stunden pro Jahr. Die durchschnittlichen Temperaturen liegen im Januar/Februar um 10 °C, im Juli/August um 23 °C.

Bevölkerung

Luftansicht von Monaco.
Blick nach Monte Carlo und das Observatorium.
Das Palais mit einem Wachturm.
Die Kathedrale von Monaco.
Der Place d'Armes mit den neuen Hochäusern im Hintergrund.
Hafenansicht von Monaco
Panoramaansicht von Monaco

Monaco ist der am dichtesten besiedelte unabhängige Staat der Welt (ca. 17.000 Einwohner pro km²), der auch zu den sichersten der Welt gehört. Die Einwohner von Monaco werden als Monegassen bezeichnet. Die einheimische Bevölkerung (2004: 7.600) macht jedoch nur einen relativ geringen Anteil der anwesenden Bevölkerung aus. 47 % der Einwohner sind Franzosen. Italiener und Monegassen machen jeweils 16 % der Bevölkerung aus. Die restlichen 21 % verteilen sich auf 125 verschiedene Nationalitäten. Der Anteil der Franzosen an der Bevölkerung ist permanent rückläufig, da die in Monaco wohnenden Franzosen aufgrund eines Abkommens zwischen Frankreich und Monaco in Frankreich steuerpflichtig sind, so dass sie die extrem hohen Lebenshaltungskosten (v. a. Immobilienpreise) nicht durch eine Steuerersparnis kompensieren können. Der italienische Bevölkerungsanteil ist in den letzten Jahren sehr stark gewachsen, auch viele Deutsche und Briten sind in Monaco wohnhaft.

Sprache

Das Monegassische ist ein romanischer Dialekt, der mit dem ligurischen Dialekt der italienischen Sprache verwandt ist. Alleinige Amtssprache ist jedoch Französisch. Immerhin ist Monegassisch Pflichtfach an den Schulen, und auch das Abitur (Matura) kann auf Monegassisch abgelegt werden. Im Übrigen werden auch Italienisch und Englisch gesprochen.

Religion

Die römisch-katholische Kirche ist die offizielle Staatskirche. Monaco ist Sitz eines Erzbischofs, der direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt ist. Die Freiheiten anderer Religionen und Konfessionen werden jedoch von der monegassischen Verfassung garantiert. 90 % der Monegassen sind Katholiken, 6 % Protestanten, daneben gibt es orthodoxe und jüdische Minderheiten.

Geschichte

Fürstenpalast von Monaco 43° 43′ 52″ N, 7° 25′ 11″ O43.7311111111117.4197222222222
Monaco um 1900.
Blick auf Monaco von La Turbie aus

Hauptartikel: Geschichte Monacos

Herrschaft der Grimaldi (ursprünglich aus Genua) seit dem 13. Jahrhundert. 1731 starb die männliche Linie der Familie aus. Familie Goyon-Matignon (eingeheiratet) folgte in Namen und Herrschaft.

  • ab 1191 Küstenregion der Provence unter der Kontrolle der Republik Genua
  • 10. Juni 1215 Grundsteinlegung zu einer genuesischen Grenzfestung auf dem Felsen von Monaco
  • 1297 erstmals durch die Grimaldis erobert; seitdem erbliche Monarchie
  • 1301 wieder an Genua
  • 1331 mit Unterstützung des französischen Königs wieder in der Hand der Grimaldis
  • 1357 erneute Rückeroberung durch Genua
  • 1419 endgültig unter der Herrschaft der Grimaldis
  • 1489 monegassische Unabhängigkeit durch den französischen König und dem Herzog von Savoyen anerkannt
  • 1507 erneute Belagerung der Stadt durch Genua, nach 100 Tagen erfolgloser Abzug
  • 1523 Übernahme der Macht durch Augustin I., Beziehungen zu Frankreich verschlechtern sich
  • 1525 Vertrag von Burgos und Tordesillas zwischen Augustin I. und Kaiser Karl V. unterzeichnet
  • 1542–1641 spanisches Protektorat
  • 1641–1793 französisches Protektorat
  • 1793 von französischen Revolutionstruppen erobert, dann von Frankreich annektiert
  • 1815–1861 sardisches Protektorat
  • 1848 Menton und Roquebrune gehen an Sardinien, 1860 an Frankreich
  • 1853 Gründung der Spielbank
  • 1861 erneut französisches Protektorat
  • 1865 Zollunion mit Frankreich
  • 1903 Unter dem Protektorat von Fürst Albert I. wird das Institut International de la Paix auf Anregung von Gaston Moch gegründet.
  • 1911 erste formelle Verfassung
  • 17. Juli 1918 Erstes Bilaterales Abkommen mit Frankreich
  • 1948 Beitritt zur WHO am 8. Juli
  • 17. Dezember 1962 Verfassungsreform; u. a. Bestätigung der Erbmonarchie
  • 1981 Erhebung zum römisch-katholischen Erzbistum Monaco
  • 1993 Beitritt zu den UN
  • 7. Januar 2000 Entsendung eines ständigen Vertreters bei der EU in Brüssel
  • 5. Oktober 2004 Aufnahme in den Europarat nach sechsjähriger Wartezeit
  • 2005 Zweites Bilaterales Abkommen mit Frankreich

Internationale Aufmerksamkeit erlangte Monaco 1956, als die berühmte US-amerikanische Schauspielerin Grace Kelly den Fürsten Rainier heiratete.

Politik

Der Fürstenhof zu Monaco

Monaco ist seit 1911 eine konstitutionelle Monarchie, in der der Regierende Fürst das Staatsoberhaupt ist. Die Exekutive besteht aus dem Regierungsrat, der aus vier Mitgliedern besteht, welche das Kabinett bilden; Vorsitzender des Regierungsrates ist der Staatsminister. Bis vor kurzem wurde der Staatsminister vom Fürsten aus einem Dreiervorschlag der französischen Regierung ausgewählt und musste stets ein Franzose sein; seit einer jüngst erfolgten Änderung des diesbezüglichen Staatsvertrags ist der Fürst in seiner Auswahl frei, bedarf aber der Zustimmung Frankreichs. Seit der Verfassungsänderung 1962 teilt sich der Fürst seine Regierungsmacht mit dem Nationalrat, welcher das Parlament darstellt. Dieser besteht aus 24 Mitgliedern, die in freien und geheimen Wahlen auf fünf Jahre gewählt werden. Regionale Angelegenheiten, die nur das Staatsgebiet von Monaco betreffen, werden vom Gemeinderat beschlossen, der 15 gewählte Mitglieder hat und vom Bürgermeister Monacos geleitet wird.

Die Unabhängigkeit Monacos, die seit dem 25. Februar 1489 besteht, war bisher an das Bestehen der Grimaldi-Dynastie gebunden. Ein Vertrag mit Frankreich regelte, dass bei Aussterben der Grimaldi Monaco an Frankreich fällt. Zwischen Frankreich und Monaco besteht ein so genanntes völkerrechtliches Protektorats-Verhältnis, das in einem „Schutzvertrag mit Frankreich“ vom 17. Juli 1918 festgelegt wurde. Darin garantierte Frankreich die Unabhängigkeit und Souveränität Monacos, für wichtige Einzelentscheidungen der monegassischen Außenpolitik wurde jedoch eine Konsultationspflicht festgelegt. Zur Nachfolge des Fürsten heißt es darin: „Im Falle einer Vakanz der Krone, beispielsweise durch das Fehlen eines direkten oder adoptierten Erben, würde das Gebiet von Monaco einen autonomen Staat unter dem Protektorat von Frankreich bilden“. Für mehrere Schlüsselpositionen im Fürstentum schlägt nach den bisherigen Abkommen die französische Regierung die Beamten vor: der monegassische Regierungschef, der Generalstaatsanwalt und der Polizeichef. Im Oktober 2002 wurde eine Neufassung des Vertrages unterzeichnet, die den außenpolitischen Spielraum Monacos erweitert, in wichtigen Fragen aber weiter eine Konsultationspflicht vorsieht. Handelspolitisch gehört Monaco zwar zu Frankreich, die von Frankreich im Rahmen der Europäischen Union abgeschlossenen Verträge gelten aber nicht automatisch für Monaco. Über Frankreich ist Monaco auch dem Schengener Abkommen angeschlossen. Monaco ist seit dem 28. Mai 1993 Mitglied der Vereinten Nationen, beantragte am 21. Oktober 1998 den Beitritt zum Europarat und wurde am 5. Oktober 2004 aufgenommen. Seit dem 7. Januar 2000 unterhält Monaco eine Vertretung bei der EU in Brüssel. Die Regierungsgeschäfte von Monaco werden seit April 2005 von Fürst Albert II. ausgeübt, nachdem sein Vater Fürst Rainier am 6. April 2005 verstarb. Nach einer üblichen Trauerphase wurde Albert II. am 12. Juli 2005 offiziell in sein neues Amt eingeführt. Dabei verzichtete er demonstrativ auf das sonst übliche Hofzeremoniell zu Gunsten einer volksnah gestalteten Feier.

2008 hat eine Kommission der EU zum wiederholten Male das mangelhafte Demokratie-Verständnis des Fürstentums (insbesondere die schwache Stellung des Parlaments) kritisiert. Auch die eingeschränkte Pressefreiheit im Fürstentum sowie die Unwilligkeit der Justiz, mit anderen Ländern zusammenzuarbeiten (v.a. in Fällen von Steuervergehen und Geldwäsche) spricht gegen den Willen der konstitutionellen Erbmonarchie, sich üblichen westlichen Standards zu unterwerfen.

Zusammensetzung des Nationalrates

  • UP (Union pour la Principauté): 12 Sitze
  • UNAM (Union Nationale pour l'Avenir de Monaco): 4 Sitze
  • PFM (Promotion de la Famille Monégasque): 3 Sitze
  • RPM (Rassemblement Pour Monaco): 2 Sitze
  • PM (Parti Monégasque): 1 Sitz
  • PEP (Principauté Ethique Progrès): 1 Sitz
  • Synergie Monégasque: 1 Sitz

Thronfolge

Die Thronfolge ist im Artikel 10 der monegassischen Verfassung geregelt und wurde zuletzt 2002 geändert. Thronfolger ist der erste direkte und legitime Nachkomme des Fürsten mit Priorisierung der männlichen Nachkommen im gleichen Verwandtschaftsverhältnis. Wenn der Fürst keinen Nachkommen hat, gilt diese Regelung für die Brüder und Schwestern bzw. deren Nachkommen. Wenn der Thronfolger auf den Thron verzichtet, treten seine Nachkommen an seine Stelle. Derzeitige Thronerbin ist Alberts Schwester Caroline, gefolgt von ihrem ältesten Sohn Andrea. Die frühere Regelung, dass Monaco an Frankreich zurückgefallen wäre, wenn es keine Thronerben der Grimaldis gegeben hätte, wurde im zweiten monegassisch-französischen Abkommen 2002 abgeschafft. Daher bliebe Monaco auch nach einem eventuellen Erlöschen der Dynastie Grimaldi ein souveräner Staat.

Öffentliche Sicherheit

Die öffentliche Sicherheit garantiert die Compagnie des Carabiniers du Prince. Die 112 Beamte zählende Einheit (94 Carabiniers, 15 Unteroffiziere, 3 Offiziere) fungiert als nationale Gendarmerie, stellt die Schlosswache und nimmt protokollarische Aufgaben bei besonderen Gelegenheiten und Staatsempfängen wahr. Zur Kompanie gehören die Fanfare de la Compagnie des Carabiniers du Prince (26 Musiker unter dem Kommando eines Maréchal des logis) sowie eine Motorradstaffel. Die Carabiniers sind dem Innenministerium unterstellt; ihre Tradition reicht zurück bis in das Jahr 1817.

Monacos Regierung versucht unter anderem durch Video-Überwachung für öffentliche Sicherheit und Sauberkeit zu sorgen. Es existieren rund 60 öffentliche Sicherheitskameras in allen Teilen des Fürstentums, die mit der Polizeizentrale verbunden sind; hinzu kommt eine deutlich höhere Anzahl privat installierter Überwachungskameras.

Steuer- und Geldpolitik

In Monaco gibt es seit 1869 keine direkte Steuerpflicht für Privatpersonen. Der große Anteil vermögender Einwanderer hat das Fürstentum zu einem Symbol für Luxus und Reichtum werden lassen.

Monaco hat weder eine eigene Währung noch eine Zentralbank. Es bestand eine Art Währungsunion mit Frankreich, in der die monegassischen Banken den gleichen Regeln wie die französischen unterworfen waren. Im Dezember 2001 schloss Monaco mit Frankreich ein Abkommen zur Einführung des Euro. Die monegassischen Euromünzen werden vom Kontingent Frankreichs abgeleitet, welches die Europäische Zentralbank festlegt.

Monaco gehört gemäß Art. 3 Abs. 2 ZK zum Zollgebiet der Europäischen Gemeinschaft, da ein Zollabkommen mit Frankreich besteht.

Wirtschaft

Allgemein

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Bisschen wenig
Du kannst Heraldik-Wiki helfen, indem du sie recherchierst und einfügst.

Die Hauptautoren wurden noch nicht informiert. Bitte benachrichtige sie!

Zu Beginn des wirtschaftlichen Aufschwungs stand das Glücksspiel, welches wiederum den Tourismus gesteigert hat. Heute stehen Finanzdienstleistungen im Vordergrund.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2005 Ausgaben von umgerechnet 921 Mio. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 863 Mio. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 1,2 % des BIP.[3]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Bautätigkeit in Monaco

Übersicht über die jüngsten Bauprojekte.

Monaco wird auch Manhattan am Mittelmeer genannt. Dies verweist auf die stetige Bautätigkeit (Hochhäuser). Bereits in den 1970er-Jahren wurde der riesige neue Stadtteil Fontvieille durch Aufschüttung dem Meer abgetrotzt.

Anfang des Jahrtausends wurde dem Hafen „La Condamine“ ein schwimmender Pier aus Beton von 352 Metern Länge, 28 Metern Breite und einem Gewicht von 160.000 Tonnen einschließlich eines kleineren Gegenstücks auf der anderen Hafenseite vorgelagert, der in Spanien gebaut und dann übers Meer nach Monaco gebracht wurde. Dieser Pier dient hauptsächlich als Wellenbrecher für den Hafen sowie als Anlegesteg, unter anderem für die neue Generation großer Kreuzfahrtschiffe; in seinem Inneren bietet er Stellpätze für 360 PKW sowie 25.000m³ Lagerräume. [5]

Auffallend ist eine in Monaco permanent festzustellende und teils zu öffentlichen Beeinträchtigungen führende Bautätigkeit an den verschiedensten Stellen des Fürstentums. Dies ist in der sehr geringen Landesfläche von nur knapp zwei Quadratkilometern begründet. Durch diesen Platzmangel ist man sehr darauf bedacht, jeden noch so kleinen Fleck der Landesfläche so effizient wie möglich auszunutzen und zu bebauen. Momentan werden beispielsweise nach der Verlegung der Eisenbahn unter die Erde die freiwerdenden Gleisflächen mit Hochhäusern bebaut.

Der Immobilienmarkt und das Baugewerbe sowie viele Bereiche des öffentlichen Lebens (Fußballclub etc.) werden durch das Imperium der Familie Pastor beherrscht.

Verkehr

Die Verkehrssituation im Fürstentum ist vor allem zu den Hauptverkehrszeiten äußerst angespannt. Während der Hauptsaison und während Großveranstaltungen kommt es auf den Straßen häufig zu Verkehrsstaus. Demgegenüber verfügt Monaco andererseits jedoch über eine große Anzahl öffentlicher Parkhäuser, die fast durchweg unterirdisch in die Felsen gebaut sind.

Im Fürstentum verkehren sechs Buslinien, mit denen praktisch jeder Punkt in Monaco bequem erreicht werden kann. Die Fahrpreise sind mit einem Euro pro Einzelfahrt moderat und beinhalten auch das Busboot zur Überquerung des Hafens. Die Verwaltung Monacos hat erklärtermaßen das Ziel, durch günstige Fahrpreise mehr Fahrgäste in die öffentlichen Verkehrsmittel zu locken. Für Touristen empfiehlt sich eine Tageskarte, die "Carte Touristique Journalière", die für drei Euro bei den Fahrern der Buslinien zu erstehen ist und die unbegrenzte Nutzung des Busnetzes bis Betriebsschluss des Verkaufstages umfasst.

Der unterirdische Bahnhof Monaco Monte Carlo liegt an der Bahnlinie von Cannes nach Ventimiglia, die am Meer verläuft und Orte der Côte d'Azur verbindet. Der Bahnhof liegt etwas oberhalb des Hafenbeckens von La Condamine, zu dem man durch einen Fußgängertunnel oder über eine im Freien liegende Passage gelangt.

Feiertage

Kultur

Monaco ist ein bemerkenswertes kulturelles Zentrum. Im Jahr 1879 war nach dem Projekt des Architekten Charles Garnier (Erbauer der Pariser Oper) das Gebäude des Saals Garnier - die Oper Monte Carlos gebaut worden.

In dieser Szene sangen in verschiedenen Jahren Enrico Caruso, Fjodor Schaljapin, Plácido Domingo, Luciano Pavarotti. Im Jahr 1911 war hier von Sergei Djagilew die Ballets Russes Djagilews unter der Protektion des Fürsten von Monacos, Pierre, gegründet worden. Hier tanzten: Anna Pawlowa, Vaslav Nijinsky, Tamara Karsawina, George Balanchine, Sergei Lifar, später auch Rudolf Nurejew und Mikhail Baryshnikov.

In Monte Carlo wurde die Akademie des klassischen Tanzes geschaffen, die den Namen der Prinzessin Grace trägt.

Der Fonds des Fürsten Pierre, der Rainier III in die Ehre des Vaters gegründet ist, überreicht den Großen literarischen Preis, den musikalischen Preis des Fürsten Rainier III und den internationalen Preis auf dem Gebiet der modernen Kunst jährlich.

In der Stadt ist das berühmte Ozeanographische Museum gelegen, dessen Direktor unter anderem der Forscher Jacques-Yves Cousteau war.

Sport

1929 fand erstmals der Grand Prix von Monaco statt, seit 1955 gastiert die Formel 1 jährlich im Fürstentum. Außerdem führt die Rallye Monte Carlo in den Zwergstaat.

Der AS Monaco gehört mit sieben Meistertiteln zu den erfolgreichsten Fußballvereinen der französischen Liga. Der monegassische Fußballclub spielt im Stade Louis II im Stadtteil Fontvieille. Das Fürstentum unterhält außerdem eine eigene Fußballnationalmannschaft.

Im Frühling findet jeweils ein Tennisturnier der ATP Masters Series statt. Gespielt wird dabei auf Sand. Das Monte Carlo Masters gehört zu den wichtigsten Turnieren im Herrentennis.

Seit 2005 wird im Fürstentum jährlich im September der Ironman 70.3 Monaco, ein Triathlon über die die halbe Ironman-Distanz (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Laufen) ausgetragen.

Seit 1995 findet im November der Marathon de Monaco et des Riviera statt.

Die EPT Monte Carlo, die seit 2005 im Monte Carlo Bay Hotel ausgetragen wird, ist das bedeutendste jährliche Pokerturnier Europas.

Monegassische Küche

Die monegassische Küche ist eine mediterrane Küche. Neben Fisch- und Fleischgerichten ist aber auch die italienische Küche weit verbreitet. Monegassische Gerichte werden meist mit Oliven, Tomaten und Zwiebeln zubereitet.

Eine typische Vorspeise ist "Barbajuan". Hierbei handelt es sich um eine spezielle Art frittierter kleiner Ravioli. Es gibt lokal unterschiedliche Rezepte für die Füllung, das monegassische Original kommt jedoch im Gegensatz zu den Barbajuan aus z. B. Menton immer ohne Reis aus.

Zu Weihnachten gibt es sehr häufig ein Weihnachtsbrot (Pain de Noël), auf welchem Walnüsse in Form eines Kreuzes um einen Olivenzweig angeordnet sind.

Berühmte Monegassen

Medien

In Anbetracht der Einwohnerzahl Monacos gibt es keine vielfältige Medienlandschaft. Die Pressefreiheit ist eingeschränkt, kritische Berichterstattung ist nicht erwünscht und findet in der lokalen Presse (auch in der französischen Regionalzeitung „Nice Matin“) nicht statt. Film- und Fotoaufnahmen bedürfen der vorherigen Genehmigung durch das Innenministerium [6].

Rundfunk

Radio Monte Carlo und Télé Monte-Carlo senden rund um die Uhr. Die Anstalten sind von der Regierung unabhängig. Des weiteren betreibt Monaco einen Staatskanal, welcher wichtige Ereignisse überträgt und Meldungen der Behörden in Verkehr bringt. Monaco Info sendet seit 1995 mehrere Stunden wöchentlich.

Zeitungen

Für die deutschsprachige Minderheit erscheint einmal im Monat die „Monaco Zeitung“. Wichtige ausländische Zeitungen sind erhältlich.

Tourismus

Fern-/Weitwanderwege

Monaco zählt zu den Alpenstaaten, hat die Alpenkonvention unterzeichnet und hat auch einen eigenen Alpenverein, den Club Alpin Monégasque (CAM).

Der neu geschaffene Fernwanderweg Via Alpina, auf dem man alle acht Alpenstaaten von Monaco bis Triest durchwandern kann, wurde am 21. Juni 2002 mit einer Wanderung von der Place du Palais nach La Turbie eröffnet.

Internationales Zirkusfestival von Monte Carlo

Anfang jeden Jahres findet das Internationale Zirkusfestival von Monte Carlo statt. Unter der Schirmherrschaft des Fürsten Albert streiten die besten Zirkusartisten der Welt um den "Oskar der Zirkuswelt" den Goldenen Clown. In diesen Tagen verwandelt sich Monaco in einen riesigen Zirkus mit Clowns, Artisten und vielen verschiedenen Tieren, die nicht nur im großen Zirkuszelt auftreten, sondern auch die Straßen und Plätze des Fürstentums mit Leben füllen. Ein interessanter Kontrast zum sonst eher elitären Leben in Monaco.

Touristenziele

Hôtel de Paris

Der Place du Casino (von den Einheimischen liebevoll Camembert genannt) stellt in mehrfacher Hinsicht eines der touristischen Zentren Monacos dar. Zum einen liegt dies in seiner sehr zentralen Lage mitten im Fürstentum begründet. Zum zweiten befinden sich dort das bekannte Hôtel de Paris sowie das berühmte Casino von Monte-Carlo und direkt daneben die prunkvolle Oper Monacos, wobei alle genannten Einrichtungen durch ihre historische Architektur zu beeindrucken vermögen. Zum dritten ist der Casino-Platz mit seinem Rondell die erste Anlaufstelle für Touristen, die auf Kreuzfahrt das Fürstentum anlaufen, da die Kreuzfahrtschiffe in Sichtweite des Casinos ankern und die Passagiere direkt unterhalb des Casinos an Land gehen. In den Sommermonaten ist der Place du Casino speziell an Freitag- und Samstagabenden ein Treffpunkt für Monaco-Touristen aus aller Welt.

Als zweiter zentraler Touristenmagnet in Monaco gilt die Altstadt, Monaco-Ville. Sie ist auf dem sogenannten Fürstenfelsen gelegen, wo sich auch der Fürstenpalast, die politische und private Residenz der Fürstenfamilie, befindet. Die Altstadt Monacos ist, wie für das Fürstentum typisch, sehr eng bebaut; in den engen Gassen der Altstadt befinden sich zahlreiche Gaststätten und Souvenirläden. Speziell in der Hochsaison ist die Altstadt sehr stark von Monaco-Touristen bevölkert und mitunter schon als von Touristen überlaufen zu bezeichnen.

Der exotische Freiluft-Garten Monacos - Jardin Exotique - bietet Pflanzenkundlern eine sehr große Anzahl der verschiedensten Pflanzen- und Baumarten zur Besichtigung. Der Exotische Garten zeichnet sich zudem durch seine Lage aus. Er befindet sich an der Staatsgrenze zu Frankreich in Richtung Nizza in großer Höhe, von wo sich ein spektakulärer Panoramablick über das Fürstentum bietet.

Das Ozeanographische Museum befindet sich auf dem Felsen von Monaco in Monaco-Ville und bietet Besuchern eine Fülle von meereskundlichen Exponaten, darunter auch seltene lebende Meerestiere in Aquarien. Es beherbergt etwa 4.000 Fischarten sowie Arten von 200 Familien Wirbelloser. Die prunkvolle Architektur des Museums weist auf seine Gründung 1910 durch Albert I hin. Der Gründer betätigte sich selbst als Ozeanologe, Walforscher und Teuthologe. Er war an dem damals als sensationell empfundenen Fund eines Lepidoteuthis grimaldii (ein geschuppter Tiefseetintenfisch) beteiligt, welcher nach seiner Familie Grimaldi benannt wurde. Das rasch danach erbaute Museum sollte auch diesen Fund gebührend präsentieren. Die Lage direkt 85 Meter oberhalb des Meeres auf einer Felsenklippe ist ebenfalls eindrucksvoll. [7]

Die Jachthäfen von Monaco sind regelmäßig beliebte Touristenziele, wo besonders spektakuläre und große Privatjachten von vermögenden Eignern vor Anker liegen. Der größte Hafen befindet sich in Monte-Carlo, entlang jener öffentlicher Straßen, die auch für den alljährlichen Formel 1-Grand Prix genutzt werden. Weitere Jachthäfen finden sich in Fontvieille, direkt unterhalb des Fürstenfelsens und auf der gegenüberliegenden Seite von Fontvieille in Richtung Cap d´Ail.

In Larvotto befindet sich der öffentliche Strand Monacos, der naheliegenderweise gerade in den warmen Sommermonaten ein sehr beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und Touristen ist. Der Sand dort ist indessen grobkörnig und nicht mit feinen, weißen Sandstränden an anderen Mittelmeerorten zu vergleichen, und im Wasser stellen mitunter Quallen eine Störung des Badebetriebs dar. Ein weiterer vergleichsweise großer und im Sommer recht bevölkerter öffentlicher Badestrand befindet sich unmittelbar hinter Fontvieille, zu Cap d'Ail hin und auf französischem Staatsgebiet.

Als Kontrast zu den zahllosen Betonbauten in Monaco wurden mehrere öffentliche Gärten mit teils exotischen Pflanzen, Palmen sowie einheimischen und importierten Vogelarten angelegt. Erwähnenswert sind hier der Japanische Garten, der sich westlich des Grimaldi Forums an der Avenue Princesse Grace befindet und durch große Pflanzenpracht, filigrane japanische Hütten- und Brückenbauten und Teiche mit seltenen Koi-Karpfen gefällt; sowie die Gärten in Fontvieille und im Bereich zwischen Musée Océanographique und Fürstenpalast.

Siehe auch

Literatur

  • Veszelits, Thomas: Die Monaco AG. Wie die Grimaldis ihr Fürstentum vergolden. Frankfurt a. Main 2006, ISBN 3-593-37956-2
  • Bettina Grosse de Cosnac: Der Clan von Monaco - Geschichte und Gegenwart der Grimaldis. Europa-Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-203-77520-4
  • Ralf Nestmeyer: Côte d'Azur. Reisehandbuch, Michael-Müller-Verlag, Erlangen 2007. ISBN 3-89953-366-6
  • Ralf Nestmeyer: Provence und Côte d'Azur. Literarische Reisebilder aus dem Midi. Klett-Cotta-Verlag, Stuttgart 2005. ISBN 3-608-93654-8
  • Carl Vogt: Witzig-bösartige Beurteilung des schweizer-deutschen Professors aus dem Jahr 1851 in seinen Untersuchungen über Thierstaaten

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 state.gov – Monaco Stand: März 2010
  2. Angegeben ist die in Deutschland übliche Aussprache. Französische Aussprache: [monaˈko], monegassische/italienische Aussprache: [ˈmɔːnako]
  3. 3,0 3,1 3,2 The World Factbook
  4. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
  5. La Digue semi-flottante auf den offiziellen Seiten der Regierung Monacos
  6. Procédure d'autorisation de tournage - (frz.; genauere Erläuterungen unter „Formulaires“)
  7. http://www.visitmonaco.com/index.cfm?fuseaction=Page.viewPage&pageID=182

Weblinks

 Commons: Monaco – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Monaco – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

 wikipedia:de:Portal:Monaco – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Monaco

43.7333333333337.4166666666667Koordinaten: 44° N, 7° O

Quellenhinweis

Fensterraute links oben ausgebrochen.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Monaco“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 12. August 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.