Meerfrau

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Wappen von Wangerland: „Meer(jung)frau“
Wappen von Isen: „Meerjungfrau mit zwei Fischschwänzen“

Die Meerfrau (auch als Meerjungfrau, See(jung)frau, Seejungfer, Sirene, Melusine, Fischweiblein, Meer-/See-/Fischweib bezeichnet; frz.: sirène; engl.: mermaid) ist in die Heraldik als eine nackte oder angezogene, gekrönte oder ungekrönte Frau mit von den Hüften in einen einfachen oder geteilten Fischschwanz übergehendes Fabelwesen eingegangen. Sie ist dem mystischen Wesen der Melusine nachempfunden. In der heraldischen Literatur wird auch dieser Name verwandt.

Darstellung

Eine "Meerjungfrau" besitzt gewöhnlich einen Fischschwanz. Meerfrauen mit zwei Fischwänzen (oft in der Heraldik ungenau als Sirene bezeichnet) sollten als „Meerjungfrau mit zwei Fischschwänzen“ gemeldet werden. Der geteilte Schwanz wird in Wappendarstellungen rechts und links des Frauenkörpers nach oben geführt und von der Meerfrau gehalten. Der Fischschwanz wird schuppig blasoniert in einer heraldischen Farbgebung (Tingierung) im Wappenfeld hervorgehoben. Es gibt auch armlose Meerfrauen. Diese sind aus der Heraldikfrühzeit.

In der englischen, aber auch französischen Wappenkunde ist sie auch als Schildhalter gebräuchlich.

Sirene gemäß Siebmacher/Gritzner
Meerjungfrau ohne Arme im Wappen derer von Tattenbach (die vor 1280 Tättenbeck hießen)

Siebmacher

Sirene (Tafel XXVI. Fig. 14.) d. h. ein Meerungeheuer mit Mädchenkopf kommt nur einmal bei Grünenberg im alt-schwedischen Wappen vor.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[1]

Seejungfer (Meerweib) (Tafel XXIII. Fig. 15-16.) erscheint theils ohne Arme wie Tafel XXIII, Fig. 15-, theils mit einem, theils mit zwei Schweifen, welche sie mit den Händen hochhält. In letzterem Falle heisst sie Melusine (Tafel XXIII.Fig. 17. 18.). Ist sie einschweifig, so hält sie entweder mit der einen Hand den Schweif, mit der andern einen Kamm zum Haarstriegeln, oder mit der einen Hand einen Spiegel, mit der andern einen Kamm. Im Wappen der Anhaltischen v. Marees erscheint im Schilde eine Seejungfrau mit Spiegel, auf dem Helm ein Meermann, einen Dreizack stossbereit haltend. Es soll hierdurch sinnbildlich die Ebbe (Spiegel) und die Fluth (Dreizack) des Meeres (mare = Mareea) dargestellt werden. Auch das Wappen der v. Rhein in der Mark zeigt im Schilde und auf dem Helme einen dreizackhaltenden Meermann, wie solche u. a. auch als Helmschmuck der Freiberrn v. Rummel (Bayern) erscheinen.“

Siebmacher/Gritzner (1889)[2]

Seejungfer/Meerweib gemäß Siebmacher/Gritzner

Meermann

Die männliche Form ist der Meermann, auch WassermannW-Logo.png oder TritonW-Logo.png genannt. Das männliche Oberteil mit dem Fischschwanz hält auch im Wappen häufig einen Dreizack (Heraldik).

HW Gtk-go-forward-ltr.png Hauptartikel: Meermann

Verbreitung

Beispiele sind für die Meerfrau das Wappen von Warschau (Polen), von Isen, von Zusamaltheim und der Rieter von Kornburg, Kalbensteinberg und Bocksberg.

Wappenbilderordnung

  • Die Meerjungfrau' wurde in die Wappenbilderordnung (WBO) des Herold (Verein) im Abschnitt Fabelwesen: Zusammensetzungen aus Tieren und Menschen mit Fischleib unter der Nr. 6721 aufgenommen.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Mermaids in heraldry – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Show-handle-HW.png Bernhard Peter: Zweischwänzige Meerjungfrau (Sirene, Melusine) – Bernhard Peter, Gernot Ramsauer und Alex Hoffmann

Einzelnachweise

  1. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.
  2. J. Siebmacher's grosses und allgemeines Wappenbuch, Einleitungsband, Abteilung B: Grundsätze der Wappenkunst verbunden mit einem Handbuch der heraldischen Terminologie ( M. Gritzner). Nürnberg: Bauer & Raspe, 1889.


Fensterraute links oben ausgebrochen.png

Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Meerfrau“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 5. Juni 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.