Helm (Heraldik)

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Helm
Wappen
Wappenelemente
Spangenhelm im Stammwappen derer von EssenW-Logo.png (1663)

Der Helm (auch Wappenhelm genannt) ist in der Heraldik

Zuweilen findet man Helme auch neben dem Wappenschild gestellt.

Bekannt seit dem 14. Jahrhundert, ist er eines der wichtigsten Dinge im Wappenwesen geworden und wurde genauso wichtig genommen, wie der Wappenschild selbst. In Siegeln vor dieser Zeit sind Helm und Schild als getrennte Dinge angesehen worden. Erst die sogenannte Helmschau bei Turnieren zur Feststellung der Ritterlichkeit hat ihn aufgewertet. Mit dem Verfall des Rittertums, der eigentlichen Heraldik, hat der Helm immer mehr Einzug in die tote Heraldik gefunden. Später und dann durch Verleihung des Landesherrn haben auch Frauen und Gemeinden die Möglichkeit bekommen, den Helm auf ihren Wappen zu zeigen.

Heraldische Helmtypen

Bei einer Wappendarstellung ist die Wahl eines Helms nicht gleichgültig. Sie sollte gemäß den heraldischen Regeln erfolgen, denn nicht jeder Helm ist „heraldisch richtig“. Zu den Wappenhelmen werden solche genommen, die mit einem Helmkleinod geziert und bei den Turnieren von den Rittern getragen worden sind. So rechnet man den aus dem frühen Mittelalter bekannten Kübelhelm und Topfhelm dazu. Der Spangenhelm oder Kolbenturnierhelm und der Stechhelm spielen eine wichtige Rolle. Alle beiden Helme sind seit Mitte des 15. Jahrhunderts bekannt, aber ihr Gebrauch für das Wappen beginnt etwa ein Jahrhundert später.

Den Rang aus der Art und Stellung des Helmes zu erkennen, ist nur in Frankreich und England möglich. Versuche in Deutschland waren nicht so erfolgreich. Hier wurde den adligen Familien der Spangenhelm und den bürgerlichen Wappen der Stechhelm aufgesetzt. Über die verschiedenen Zeitepochen war auch der Bügelhelm für bestimmte Gruppen von Wappenträgern üblich. Doch die Unterscheidungen verwischten immer wieder. Napoleon mit seiner Wappenreform, versuchte den Helm durch federgeschmückte Barette zu ersetzen. Sein Untergang besiegelte auch diese Reform.

Helmtypen

Darstellung im Wappen

Helm als sprechendes Motiv (historische Darstellung am Alten Rathaus in Helmstadt; die Darstellung geht zurück auf ein Siegel Helmstadts aus dem Jahr 1748)

Der Helm ruht auf dem oberen Schildrand und ist nach vorn zum Betrachter gekehrt. Sind mehrere über dem Schild, werden sie bis auf den mittleren ranghöchsten nach innen auf Profil gewendet. Helme über belehnte Schilde sind immer im Profil. Die Anzahl nahm nach der Blütezeit der Heraldik bedeutend zu.

Auf dem Helm wird die Helmdecke aufgelegt. Diese wird dem Zeitgeschmack mal strenger oder voluminös flatternd in Farbe für die Oberseite und Metall ( Gold oder Silber) die Unterseite dargestellt. Die Helmdecke erweckt den Eindruck eines in Streifen geschnittenen und schnörkelig herabhängenden Tuchs.

Hierauf wird die entsprechende Rangkrone aufgesetzt und die anderen Dinge zum Helmschmuck folgen. Es wird aber schon mal eine sparsame Form gewählt. Bei fehlender Helmdecke oder Krone oder Helmwulst folgen die anderen Dinge des Oberwappens. Wappenhelme werden in blasser Stahlfarbe dargestellt. Sie werden schon mal silbern mit rotgefütterter Innenseite dargestellt. Nur Adlige bedeutender Familiengeschlechter durften den Helm vergolden und offen führen, also die Spangen vom Helm fortlassen.

Die Blasonierung mehrerer Helme über dem Wappen erfolgt von der Mitte aus im Wechsel von rechts und links des ersten oder Mittelhelmes.

Beispiel Helm über dem Wappen


Der Helm als gemeine Figur

Als gemeine Figur ist der Helm im Wappenschild selten. Es gibt Wappen, auf denen ein Wappentier mit aufgesetztem Helm gezeigt wird oder der Helm einfach den Schildhaltern aufgesetzt wird. Im Wappenschild werden zuweilen „unheraldische Helme“ wie zum Beispiel ein Römerhelm dargestellt.

Beispiele Helm im Wappenschild

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Blason: Auf rotem Grund ein silberner Ritterhelm mit einer Adlerschwinge als Helmzier.
  2. Blason: In Rot ein mit rotem Futter ausgeschlagener silberner Spangenhelm mit goldenem Halskleinod und goldenen Beschlägen.
  3. Blason: In Silber ein rechts gewendeter blauer Spangenhelm mit goldener Helmkrone und einem natürlichen Pfauenfederbusch. Auf dem Schild ein vorwärts gekehrter, gold gekrönter blauer Spangenhelm mit blau-silbernen Decken und einem von zwei blau-silbernen Fähnchen eingeschlossenen natürlichen Pfauenfederbusch.
    Das von dem Weimarer Michael Zapfe neu gestaltete Wappen wurde am 24. November 1997 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 145 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.
  4. Blason: Im roten Schilde ein silberner Spangenhelm mit goldenen Helmdecken und zwei silbernen Büffelhörnern als Helmzier, die außen mit je sechs silbernen Lindenzweigen besteckt sind, zwischen den Büffelhörnern ein goldenes "K".



Fensterraute links oben ausgebrochen.png Dieser Artikel basiert auf dem Beitrag „Helm_(Heraldik)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 17. April 2010 (Permanentlink: [1]). Der Originaltext steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation bzw. unter CC-by-sa 3.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.